Panorama

Masernausbruch in Hildesheim Ungeimpfte Schüler müssen zu Hause bleiben

Stühle stehen auf den Tischen in einem Klassenzimmer eines Gymnasiums. Foto: Christian Charisius/Archiv

Wer nicht geimpft ist, darf vorerst nicht am Unterricht einer Gesamtschule in Hildesheim teilnehmen.

(Foto: Christian Charisius/dpa)

Nach einem Masernausbruch an einer Schule in Hildesheim greifen die Behörden zu drastischen Maßnahmen: Kinder, die nicht geimpft sind, werden vom Unterricht ausgeschlossen - zu ihrem eigenen Schutz.

Nach einem Masernausbruch an einer Gesamtschule in Hildesheim droht ungeimpften Kindern zu ihrem eigenen Schutz der Schulausschluss. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes überprüften die Impfpässe in allen 26 Klassen und auch die der Lehrer, wie der Landkreis mitteilte. Die Eltern waren zwei Tage zuvor informiert worden.

Wer bis Montag seinen Impfschutz nicht nachweisen kann, darf die Schule vorerst nicht betreten. Dies gelte für alle an der Schule beschäftigten Personen. Es gehe darum, eine Ausbreitung der hochansteckenden und für ungeimpfte Menschen gefährlichen Krankheit zu verhindern.

Das niedersächsische Gesundheitsministerium teilte mit, die Schule müsse in Absprache mit der Kreisgesundheitsbehörde eine rechtliche Abwägung zwischen der Schulpflicht und dem Schutz der Kinder vor einer ansteckenden Krankheit vornehmen. Auch ohne eine Impfpflicht in Deutschland gehe es darum, eine Ausbreitung der hochansteckenden und für ungeimpfte Menschen gefährlichen Krankheit zu verhindern.

Seit Jahresbeginn sind in Niedersachsen mehr Menschen an Masern erkrankt als im gesamten Vorjahr. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden seit Jahresbeginn 26 Masernfälle registriert, im Jahr 2018 waren es 18. Die Mehrheit der Erkrankten in diesem Jahr gab es mit 17 Fällen im Kreis Hildesheim.

Zahl der Masernerkrankungen in Europa gestiegen

Das Virus wird als Tröpfcheninfektion etwa beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen. Eine Infektion verursacht Fieber, Husten, Entzündungen der Augenbindehaut und Hautausschlag. Die Krankheit kann schwerwiegend verlaufen. Als lebensbedrohliche Komplikation kann eine Gehirnentzündung auftreten. Zwar sank die Zahl der bundesweiten Masernfälle nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von 929 Fällen 2017 auf 543 Fälle im vorigen Jahr. Doch in Europa vervielfachte sich die Zahl der Masernerkrankungen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO stieg die Zahl der Masern-Fälle im vergangenen Jahr weltweit um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, 136.000 Menschen starben an der Infektionskrankheit. Den stärksten Zuwachs an Fällen verzeichnete die Ukraine: Dort wurden 2018 insgesamt 35.120 Fälle registriert, rund 30.000 mehr als im Vorjahr. In Brasilien stieg die Zahl der Fälle von null im Jahr 2017 auf 10.262. In Frankreich wurden 2269 Masern-Erkrankungen mehr registriert als im Vorjahr.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa/AFP

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