Panorama

Drei Tragödien abgebildet "Unicef-Foto des Jahres" zeigt Müllfischer

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In dieser verdreckten Bucht sammeln Kinder Plastikmüll, um sie an einen Müll-Recycler zu verkaufen.

(Foto: Hartmut Schwarzbach)

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen zeichnet auch in diesem Jahr wieder herausragende Bilder aus. Den ersten Platz macht ein Fotograf aus Deutschland, der die Lebensumstände von Kindern in einem Elendsviertel von Manila dokumentiert.

Das "Unicef-Foto des Jahres 2019" zeigt ein kleines Mädchen, das in einem Slum auf den Philippinen nach Plastikmüll fischt. Das Bild des deutschen Fotografen Hartmut Schwarzbach erzähle "vom mutigen Überlebenskampf von Kindern angesichts gleich dreier Tragödien unserer Zeit: Armut, Umweltverschmutzung und Kinderarbeit", erklärte das UN-Kinderhilfswerk in Berlin.

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Sieben afghanische Kinder aus einem abgelegenen Dorf im Distrikt Surkh Rod, die bei der Explosion eines Blindgängers schwer verletzt worden sind. Keines dieser Kinder hat mehr beide Beine.

(Foto: Andrew Quilty)

Die kleine Wenie auf dem Bild sammelt laut Unicef Plastikmüll am Hafen von Manila, um dafür etwas Geld bei einem Recycler zu bekommen. Schon Siebenjährige paddeln demnach auf Bambusflößen und Kühlschranktüren durch das Hafenbecken. "Sie riskieren ihre Gesundheit und oft auch ihr Leben, wenn sie in dem keimverseuchten Wasser nach Wertstoffen suchen, um ihre Existenz zu sichern."

Für Unicef-Schirmherrin Elke Büdenbender erzeugt das Bild Nähe - "Nähe zu Kindern, die sonst kaum jemand sieht. Es zeigt ihre Not - aber auch ihre Stärke, selbst unter den trostlosesten Bedingungen nicht aufzugeben." Die Botschaft laute: "Kinder sind das Wertvollste, das wir haben. Wir alle tragen Verantwortung für ihr Leben und ihre Zukunft", betonte die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

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Dieser Junge, der in einer Goldmine arbeitet, ist völlig erschöpft.

(Foto: Antonio Aragón Renuncio)

Auf Platz zwei schaffte es der australische Fotograf Andrew Quilty mit der Aufnahme einer Familie in Afghanistan, die von der Explosion eines Blindgängers gezeichnet ist.

Platz drei ging an Vorjahresgewinner Antonio Aragón Renuncio, der ein Schicksal der Goldsucher-Kinder von Burkina Faso dokumentiert hat. Sein nun preisgekröntes Foto zeigt einen erschöpften Jungen in Burkina Faso. Er ist ein Angehöriger des Volks der Mossi und arbeitet in Goldminen, die für die Konzerne längst als erschöpft gelten. Es geht um winzige Ernte, die unter größten Strapazen aus den Höhlen und Gängen geholt werden. Bei dem internationalen Wettbewerb wurden zum 20. Mal professionelle Fotojournalisten ausgezeichnet, "die die Persönlichkeit und die Lebensumstände von Kindern auf herausragende Weise dokumentieren".

Quelle: ntv.de, hul/dpa

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