Panorama

Großer Brand in Thüringen Vielerorts herrscht hohe Waldbrandgefahr

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Ein Polizeihubschrauber bei Löscharbeiten im Wald an der Bleilochtalsperre.

(Foto: dpa)

Der Boden ist oft knochentrocken, auffrischender Wind tut ein Übriges. Für mehrere Regionen Deutschlands gilt die höchste Warnstufe für Waldbrände. Am thüringischen Bleiloch-Stausee bringen Feuerwehrleute ein riesiges Feuer unter Kontrolle.

Wegen akuter Waldbrandgefahr herrscht in vielen Regionen Deutschlands inzwischen die höchste Warnstufe. Das Umweltministerium in Brandenburg rief nun auch flächendeckend für das Bundesland die Stufe 5 aus. Der Waldbrandgefahren-Index des Deutschen Wetterdienstes (DWD) markierte darüber hinaus den Süden Mecklenburg-Vorpommerns, das nördliche Sachsen, den Osten Sachsen-Anhalts sowie die Region um das niedersächsische Celle als sehr stark gefährdet.

Am Bleiloch-Stausee in Thüringen haben Einsatzkräfte gegen ein riesiges Feuer gekämpft. Den Behörden zufolge stand ein Waldgebiet auf rund 13 Hektar in Flammen. Der Landrat des Saale-Orla-Kreises, Thomas Fügmann, rief am Nachmittag den Katastrophenfall aus. Auch Rettungskräfte und Technisches Hilfswerk aus Oberfranken kamen zur Unterstützung.

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Ein Feuerwehrboot beim Löscheinsatz an der Bleilochtalsperre.

(Foto: dpa)

Der am Ostersonntag erstmals ausgebrochene Brand galt eigentlich schon als gelöscht, flammte aber an mehreren Stellen wieder auf. An einem Steilhang bei Saaldorf war er von den Feuerwehrleuten zunächst nicht in den Griff zu bekommen. Am Abend meldeten die Verantwortlichen von dort, der Brand sei unter Kontrolle. Menschen seien nicht in Gefahr gewesen, hieß es. Anwohner wurden aber zwischenzeitlich gebeten, Fenster und Türen der Häuser geschlossen zu halten. Viele Menschen kennen den Bleiloch-Stausee vom Elektronik-Festival "SonneMondSterne" im August.

In Spremberg bei Cottbus brannten bereits in der Nacht zu Dienstag 4,5 Hektar, wie der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel sagte. Das Feuer sei kurz vor Mitternacht gemeldet worden und in den frühen Morgenstunden gelöscht.

Brände auch im Süden und Norden

Probleme mit Bränden gab es aber auch zum Beispiel in Bayern. In Hersbruck östlich von Nürnberg geriet am Ostermontag ein 1 Hektar großes Waldstück in Flammen. Weil die Fläche schwer zugänglich war, stellten Landwirte ihre Güllefässer für den Wassertransport zur Verfügung, wie Kreisbrandrat Norbert Thiel sagte.

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Löscharbeiten in einem Wald nahe des brandenburgischen Dreetz.

(Foto: dpa)

Nach dem Riss einer Stromleitung gerieten in einem Dorf östlich von Schwerin zwei Hektar Wald in Brand. Ein umstürzender Baum hatte die Hochspannungsleitung beschädigt, wie die Polizei mitteilte. 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

In Niedersachsen ist die Feuerwehr nach zwei großen Moorbränden noch mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Das Feuer in der Nähe von Vechta, das am Ostermontag ausgebrochen war, sei fast vollständig gelöscht, sagte eine Polizeisprecherin. Zum Nachlöschen seien noch rund 150 Feuerwehrleute im Einsatz. Am Vortag waren es bis zu 400 gewesen. Gebrannt hatte es auf mehreren Hektar Fläche.

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Feuerwehr und Waldarbeiter löschen letzte Brandnester im Wald am Baldeneysee in Nordrhein-Westfalen.

(Foto: dpa)

Auch im Norden Sachsens dürfen wegen der teils sehr hohen Waldbrandgefahr einige Wälder vorerst nicht mehr betreten werden. Dort gilt die höchste Warnstufe 5. Der Monat April sei in Sachsen bisher wieder "arg trocken" gewesen, sagte Meteorologe Florian Engelmann vom DWD. Bis einschließlich Ostern fielen in Sachsen im Schnitt gerade einmal 2,1 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das langjährige Mittel für April liegt laut DWD bei 58,4 Liter pro Quadratmeter.

Wind trocknet Gräser "wie ein Fön"

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In den letzten Tagen gab eine eine ganze Reihe von Waldbränden. Hier ist eine Feuerwehrfra in der Nähe von Groß Kreutz in Brandenburg im Einsatz.

(Foto: dpa)

Die Gefahr von Waldbränden ist noch ein wenig höher als im Vorjahr, warnen die Niedersächsischen Forsten. "Ursache sind die trockenen Pflanzenreste des vergangenen Jahres", erklärte Sprecher Mathias Aßmann. "Das frische Grün kommt erst noch." Wie ein Fön trockne der Wind etwa altes Gras und könne auch zu einer raschen Ausbreitung eines Feuers beitragen. Wichtige Faktoren bei der Waldbrandgefahr seien deshalb Wind und Trockenheit, die Temperaturen spielten nur eine nachgeordnete Rolle.

Angesichts der Brandgefahr sei es derzeit mehr als fahrlässig, in den Wäldern zu rauchen oder anders mit offenem Feuer zu hantieren, warnte Aßmann. Aus dem Auto geworfene Zigarettenkippen könnten zu Feuern an Böschungen führen. "Die Bürger sollten bei Bränden sofort den Notruf wählen", sagte er. Immerhin rechnet der DWD wegen des ein oder anderen Regenschauers vielerorts zumindest vorübergehend mit einer leichten Entschärfung.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa

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