1100 Feuerwehrleute im EinsatzWaldbrand bei Marseille breitet sich rasant aus

Im Nordosten Marseilles fressen sich Flammen durch das bergige Hinterland. Die Feuerwehr muss schwere Geschütze auffahren, um den riesigen Waldbrand zu kontrollieren. Auf Sizilien facht derweil heißer Wind aus Afrika mehrere Feuer an. Hunderte Haushalte sind betroffen.
Im Süden Europas wüten schwere Waldbrände. In Frankreich kämpfen 1100 Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand, der sich im bergigen Hinterland nordöstlich von Marseille bereits durch 2500 Hektar Fläche ausgebreitet hat. Die Feuerwehr ist mit Löschflugzeugen, Hubschraubern und rund 350 Fahrzeugen im Einsatz, teilte die Präfektur des Departements Var mit. 30 bis 40 Gebäude seien durch die Flammen beschädigt worden. Die Einsatzkräfte hätten allerdings ein Übergreifen der Flammen auf hunderte weitere Häuser verhindert. Ernsthaft verletzt wurde bislang niemand.
Rund 500 evakuierte Bewohner bedrohter Ortschaften hatten die Nacht in Notunterkünften verbringen müssen. Hunderte Haushalte in der Region rund um die Orte Cotignac und Pontevès sind ohne Strom. Etliche Landstraßen wurden gesperrt, teilte die Präfektur mit. Der Brand war am Dienstagmittag auf einem Feld ausgebrochen und hatte sich dann mit rasanter Geschwindigkeit ausgedehnt, berichtete die örtliche Zeitung "Var-Matin".
Auch in anderen Landstrichen Frankreichs kämpft die Feuerwehr gegen Naturbrände. Für etliche Regionen gilt die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Bei der Bekämpfung eines Brandes am Flughafen von Bordeaux kamen zwei Feuerwehrleute ums Leben, die in ihrem Einsatzfahrzeug von den Flammen eingeschlossen wurden.
Heißer Wüstenwind
Auf Sizilien werden die Feuer nach Angaben der Rettungsdienste durch den heißen Wüstenwind Scirocco angefacht, der aus dem nahegelegenen Afrika übers Mittelmeer auf Italiens größte Insel gelangt. Die Feuerwehr war an verschiedenen Orten die Nacht über mit vielen Kräften im Einsatz. Mehrere Straßen sind blockiert. In der Gemeinde Santo Stefano im Hinterland der Inselhauptstadt Palermo wurden mehr als 100 Menschen in Sicherheit gebracht, weil die Flammen zu nahe an der Ortschaft waren. In Palermo selbst fiel in der Nacht mehrfach der Strom aus. Über mehreren Vierteln der Großstadt hingen am Morgen dichte Rauchwolken. Auch auf der zweitgrößten italienischen Insel Sardinien wüten mehrere Waldbrände.
Zudem leiden viele Menschen unter der Hitze. Am Mittwoch wurden wieder Temperaturen von mehr als 37 Grad erwartet. Am Tag zuvor wurden in Palermo sogar 42,4 Grad gemessen. Die höchste gemessene Temperatur auf der Insel lag am Dienstag bei 46,2 Grad. Auf Sizilien sind derzeit auch viele Sommerurlauber zu Besuch, auch aus Deutschland.