Panorama

Neuer Podcast "heute wichtig" Wie es auf Intensivstationen wirklich aussieht

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Warum nicht #allemalneschichtmachen statt #allesdichtmachen?

(Foto: picture alliance/dpa)

Pflegerin Nina Krämer arbeitet Schicht auf einer Intensivstation - seit Monaten. Im neuen Podcast "heute wichtig" erzählt sie von ihrem täglichen Kampf gegen das Coronavirus und was sie von #allesdichtmachen hält.

#allemalneschichtmachen - mit diesem Hashtag reagieren Ärzte und Pflegekräfte in sozialen Medien auf die Aktion von 53 Schauspielern, die in satirischen Videos die Corona-Politik der Regierung kritisiert hatten. Die Künstler sollten lieber selbst in einer Klinik mitarbeiten, für Satire sei das Thema zu ernst, lautet der Tenor. In "heute wichtig", dem neuen Podcast von "Stern", RTL und ntv, spricht Intensivpflegerin Nina Krämer aus Nordrhein-Westfalen über die missglückte Kampagne und ihre tägliche Arbeit auf einer Covid-Intensivstation.

Die Lage sei angespannt, sagt Krämer in "heute wichtig". Eine Triage, also die Entscheidung darüber, wem welche Behandlung verweigert wird, finde bereits statt - unter anderem, wenn es um die Verlegung von Patienten in andere Häuser gehe. "Hier ist es so, dass je nach Alter direkt abgelehnt wird oder eben bei entsprechenden Vorerkrankungen gesagt wird: Das hat keinen Sinn", erzählt die Pflegerin. Obwohl der Beruf sie emotional stark fordere, will sie auf jeden Fall durchhalten. "Ich habe mir zur Aufgabe gemacht, dass Aufgeben für mich keine Option ist", sagt sie.

Ein weiteres Thema im Podcast ist die Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel. Sie wollen unter anderem um die baldige Aufhebung der Impf-Reihenfolge sprechen. Ein Hausarzt fordert im Podcast, die Priorisierung zügig zu beenden.

Außerdem blickt Moderator Michel Abdollahi nach Los Angeles: Eine RTL-Korrespondentin informiert über die in diesem Jahr nicht so glamouröse Oscar-Verleihung.

"heute wichtig"

"heute wichtig" ist der neue Morgen-Podcast des "Stern" in Kooperation mit RTL und ntv. Mit einem Mix aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Unterhaltung steht der Podcast von Montag bis Freitag immer ab 6 Uhr zum Abruf bereit - auf Audio Now und auf allen anderen gängigen Podcast-Plattformen.

Moderiert wird "heute wichtig" vom Journalisten Michel Abdollahi. Der 1981 in Teheran Geborene hat auf den verschiedensten Feldern Erfahrung gesammelt. Für größeres Aufsehen sorgte er erstmals mit kleineren TV-Beiträgen für das NDR-"Kulturjournal", in denen er Passanten zu Themen wie Rassismus befragte. Für einen Dokumentarfilm zog er im Sommer 2015 für einen Monat in das mecklenburgische Jamel, das immer wieder als "Nazidorf" Schlagzeilen gemacht hatte. Dafür wurde er im folgenden Jahr mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

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Michel Abdollahi moderiert "heute wichtig".

(Foto: Audio Alliance)

Mittlerweile hat Abdollahi im Fernsehen mehrere Sendungen, im "Käpt'ns Dinner" empfängt er seine Gäste in der Kommandozentrale eines alten U-Boots, in seiner Late-Night-Show "Der deutsche Michel" spricht er über gesellschaftliche Themen. Sein Buch "Deutschland schafft mich" über Rassismus in der deutschen Gesellschaft wurde 2020 zum Bestseller. Im selben Jahr gründete er den virtuellen TV-Sender Viertes Deutsches Fernsehen.

Journalismus mit Haltung

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Seine Fernseherfahrung bringt er nun in die Audio-Welt ein. Dabei ist er nicht allein: Hinter ihm steht ein Redaktionsteam aus erfahrenen Journalisten des "Stern" und der Mediengruppe RTL Deutschland, das sich viel vorgenommen hat. "heute wichtig" will meinungsstark sein, Debatten anstoßen und Haltung zeigen. Vor allem sollen viele verschiedene Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Unterhaltung zu Wort kommen.

"Von der örtlichen Kioskbesitzerin bis hin zum Papst sollen alle dabei sein", sagt Abdollahi, der auch seine eigene Perspektive eines zugewanderten Deutschen mit einbringen will: "Die Hörer:innen bekommen den deutschen und den iranischen Michel. Sie bekommen den Michel, der in diesem Land aufgewachsen ist, mit all seiner Sicht auf die Welt", verspricht der Moderator.

Quelle: ntv.de, chr

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