160 Millionen Menschen betroffenUS-Wintersturm fordert weitere Menschenleben

Allein in New York sterben fünf Menschen, im Süden der USA sitzen Hunderttausende im Dunkeln. Fast die Hälfte der Bevölkerung trifft der Wintersturm laut Meteorologen. Für Präsident Trump ein neuer Anlass, den Klimawandel infrage zu stellen.
Beim winterlichen Unwetter in den USA sind weitere Menschen ums Leben gekommen. Die Zeitung "USA Today" berichtete unter Berufung auf örtliche Behörden von mindestens 13 Toten in fünf US-Bundesstaaten seit dem Wochenende, der Sender CNN von mindestens 11. Die in den US-Medien genannten Zahlen schwankten, je nachdem, wie eindeutig die Todesursachen mit dem Extrem-Winter in Zusammenhang gebracht wurden, der weite Teile Nordamerikas im Griff hat.
In mindestens 20 Bundesstaaten und der US-Hauptstadt Washington riefen die Behörden den Notstand aus. Bereits am Wochenende waren Tausende Flüge gestrichen worden. Hunderttausende Haushalte hatten keinen Strom. Der Sturm zog am Sonntag vom Süden in den Nordosten der USA, von Texas über North Carolina sowie die Ostküstenstädte Washington und New York. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, zu Hause zu bleiben. Nördliche Bundesstaaten warnten vor lebensbedrohlicher Kälte von bis zu minus 45 Grad Celsius auch in den kommenden Tagen.
"Die Auswirkungen von Schnee und Schneeregen werden bis weit in die kommende Woche anhalten", erklärte der NWS. Die Meteorologen gehen davon aus, dass mit mindestens 160 Millionen Menschen fast die Hälfte der US-Bevölkerung von dem Sturm betroffen sein wird.
Mamdani warnt vor "Gefahr extremer Kälte"
In New York wurden nach Angaben von Bürgermeister Zohran Mamdani mindestens fünf Menschen tot auf der Straße gefunden. Die Todesursachen seien bislang nicht bekannt, die Fälle unterstrichen jedoch "die Gefahr extremer Kälte und die Verletzlichkeit vieler Bewohner, insbesondere obdachloser New Yorker", sagte Mamdani bei einer Pressekonferenz.
Im südlichen US-Bundesstaat Texas starben laut Behörden drei Menschen, darunter eine 16-Jährige bei einem Schlittenunfall. Aus Kansas und Michigan meldeten Behörden zwei Menschen, die wahrscheinlich an Unterkühlung gestorben seien. Im benachbarten Louisiana meldeten die Behörden am Sonntag zwei Todesopfer. Die beiden Männer seien infolge einer Unterkühlung durch den Sturm ums Leben gekommen.
Zu den Opfern des harschen Winters zählt "USA Today" auch einen 17-Jährigen im Bundesstaat Arkansas, der sich von einem Quadfahrzeug auf einem Schlitten hatte ziehen lassen und dabei gegen einen Baum prallte. Der Jugendliche erlag nach Angaben des Sheriff-Büros noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.
Stromausfälle im Süden
Behörden warnten vor gefährlichen Temperaturstürzen, die mehrere Tage dauern könnten. Die Menschen sollten sich auf längere Alltagseinschränkungen einstellen. Laut der Internetseite PowerOutage.com hatten am Sonntagabend in den USA mehr als 840.000 Haushalte keinen Strom, vor allem im Süden. Im Bundesstaat Tennessee waren es mehr als 300.000 Haushalte, in Louisiana, Mississippi und Georgia jeweils über 100.000.
Der Wetterbehörde NWS zufolge könnten die Stromausfälle länger andauern. Sie warnte zudem vor großen Schäden an Bäumen und "sehr gefährlichen" Verkehrsbedingungen mit erheblichen Einschränkungen.
An mehreren großen Flughäfen wie in Washington, Philadelphia und New York wurden am Sonntag fast alle Flüge gestrichen. Der Internetseite Flightaware.com zufolge fielen seit Samstag landesweit mehr als 19.000 Flüge aus.
"Was ist mit der Erderwärmung passiert?"
US-Präsident Donald Trump mahnte die Bürgerinnen und Bürger zur Vorsicht. "Bleiben Sie sicher und bleiben Sie warm", erklärte er in seinem Onlinedienst Truth Social. Der bekennende Klimaskeptiker nahm den Sturm zudem zum Anlass, erneut seine Zweifel am Klimawandel zu äußern: "Könnten die Klima-Aufrührer mir bitte erklären: Was ist mit der Erderwärmung passiert?"
Die extreme Wetterlage wird ausgelöst durch eine Verformung des Polarwirbels, dadurch gelangt kalte Luft von der Arktis nach Süden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das gehäufte Auftreten dieses Phänomens mit dem Klimawandel zusammenhängen könnte.