Panorama

Heroin, Kokain und Morphium Zahl der Drogentoten weiterhin hoch

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In Nordrhein-Westfalen gab es eine deutliche Zunahme der Drogentoten.

(Foto: dpa)

Die Zahl der Drogentoten verharrt in Deutschland auf einem hohen Niveau. In einigen Bundesländern nimmt die Zahl jedoch deutlich zu. Eine Überdosis Heroin oder Morphium endet am häufigsten tödlich.

Überdosierungen von Opioiden wie Heroin und Morphium sind weiterhin die häufigsten Ursachen für den Tod durch Drogenkonsum. Im Jahr 2018 starben daran 629 Menschen, nachdem es im Jahr zuvor 707 waren. Einen Anstieg gab es etwa bei Todesfällen durch psychoaktive Medikamente, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, in Berlin mitteilte. Die Gesamtzahl der Drogentoten in Deutschland ist 2018 nahezu konstant geblieben. Wegen des Konsums illegaler Substanzen starben im vergangenen Jahr 1276 Menschen und damit vier mehr als 2017.

Die CSU-Politikerin Mortler gab jedoch keine Entwarnung im langen Kampf gegen Heroin, Kokain und immer neue Psycho-Substanzen. Sie sagte: "Jeder einzelne Todesfall verpflichtet uns, Menschen noch besser vor den Gefahren von Drogen zu schützen und sie vor den oftmals tödlichen Folgen ihres Drogenkonsums zu retten." Gefragt seien neben dem Staat auch Unternehmen und die ganze Gesellschaft.

"Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit. Kranke brauchen Hilfe und keine Stigmatisierung." Eine zentrale Rolle komme den 1500 ambulanten Suchtberatungsstellen zu, die auch bei der Bewältigung sozialer Folgen des Drogenkonsums unterstützen. "Um Leben zu retten, brauchen wir eine funktionierende Suchthilfe vor Ort", betonte Mortler. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen sprach von einer "gravierenden Unterfinanzierung" der Suchtberatungsstellen.

Deutliche Zunahme der Drogentoten in NRW und Berlin

Bundesweit war 2017 erstmals seit 2012 wieder ein leichter Rückgang der Zahl der Drogentoten festgestellt worden. Mortler hatte aber bereits damals deutlich gemacht, dass kein Grund zur Entwarnung bestehe. Nötig sei weiter eine engagierte Vorbeugungsarbeit.

In zehn der 16 Bundesländer gab es im vergangenen Jahr einen Anstieg der Drogentoten. In vier Ländern starben weniger Menschen an illegalen Substanzen, in zwei Ländern blieb die Zahl gleich. In Nordrhein-Westfalen gab es demnach eine deutliche Zunahme um 37 Todesfälle auf 240 Rauschgifttote. In Mecklenburg-Vorpommern starben wie im Vorjahr fünf Menschen an illegalen Drogen.

Auch in Berlin ist die Zahl der Drogentoten entgegen dem Bundestrend erneut gestiegen. Im vergangenen Jahr starben 191 Menschen in der Hauptstadt an Folgen ihres Drogenkonsums, 23 mehr als 2017. Nach Überdosen von Opioiden wie Heroin folgt Kokain in Berlin an zweiter Stelle. Die Verstorbenen in Berlin waren in mehr als 80 Prozent der Fälle männlich und im Schnitt knapp 40 Jahre alt. "Am häufigsten wurden die Drogentoten in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Neukölln aufgefunden, ein Hinweis darauf, dass diese Bezirke sehr stark durch Drogenkonsum belastet sind", erklärte eine Sprecherin der Berliner Gesundheitsverwaltung.

Quelle: n-tv.de, aeh/dpa

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