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ATSB vermutet, dass die hellen Striche Felskanten sind. Williamson & Associates meint, es könnten Flugzeugtrümmer sein.
ATSB vermutet, dass die hellen Striche Felskanten sind. Williamson & Associates meint, es könnten Flugzeugtrümmer sein.(Foto: ATSB/Fugro)
Mittwoch, 21. Oktober 2015

Streit unter Experten: Zeigen Sonarbilder das MH370-Trümmerfeld?

Was auf Sonarbildern zu sehen ist, können nur Fachleute einschätzen. Unter denen herrscht jedoch Uneinigkeit, was einige Aufnahmen angeht, die auf der Suche nach MH370 entstanden sind. Eine US-Firma stellt eine steile These auf.

Nach Monaten der Ungewissheit heizt eine Aufnahme vom Meeresboden erneut die Spekulationen an, die vermisste Maschine des Flugs MH370 könnte endlich gefunden sein. Die Sonarbilder entstanden zwischen dem 22. und dem 25. September vor der Westküste Australiens im Indischen Ozean. Experten sagen, die Aufnahmen, die im Auftrag des australischen Transport and Safety Bureau (ATSB) gemacht wurden, könnten Flugzeugtrümmer zeigen.

Der geophysikalischen Beratungsfirma Williamson & Associates zufolge zeigten die Bilder eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Unterwasser-Trümmerfeld des Air France-Fluges 447. Die Maschine war 2009 über dem Atlantischen Ozean abgestürzt. Dabei starben alle 228 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Das Wrack wurde erst zwei Jahre später gefunden.

"Es ist die richtige Form und die richtige Größe für ein großes Verkehrsflugzeug" und liege innerhalb des Suchbereichs, sagte Williamson & Associates-Special Projects-Manager Rob McCallum australischen Medien. Alle Merkmale eines Trümmerfeldes seien erfüllt. Er forderte, dass erneut Suchtrupps in diese Gegend entsandt werden müssten.

Geologische Formationen?

Das Gebiet war bereits früher abgesucht worden, dabei war man zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei den gesehenen Dingen um Felsformationen unter Wasser handelt. Auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters teilte die ATSB erneut mit, Geophysiker, Sonarexperten und ihre Qualitätssicherungsteams seien überzeugt, dass sich die Strukturen, die in den Sonar-Aufnahmen sichtbar sind, "im Einklang mit den umliegenden geologischen Formationen" befinden.

Williamson & Associates hatte sich beworben, um sich an der Suche nach MH370 zu beteiligen. Die US-Firma hatte jedoch nicht den Zuschlag erhalten. McCullum betonte in seiner Stellungnahme, ihnen sei bewusst, wie ihre Einschätzungen aufgenommen werden könnten. Aber man habe sich nicht einfach zurücklehnen und nichts sagen können. "Über diesem Bildmaterial hängt ein riesiges Fragezeichen. Das muss untersucht werden", sagte er.

Die Malaysia-Airlines-Maschine war am 8. März 2014 auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Insassen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Es wird vermutet, dass sie vom Kurs abwich und nach stundenlangem Flug mit leerem Tank in den südlichen Indischen Ozean stürzte. Eine Flügelklappe der Maschine wurde Ende Juli auf der vor der Ostküste Afrikas gelegenen Insel La Réunion angeschwemmt.

Quelle: n-tv.de