Hoffnung auf Abkühlung und RegenZwei Tote bei Waldbränden auf griechischer Insel Salamis

Auf der griechischen Insel Salamis kämpfen Hunderte Einsatzkräfte gegen zwei gleichzeitig ausgebrochene Feuer. Die Flammen bedrohen bewohnte Gebiete und beliebte Strände. Küstenwache und Privatboote bringen derweil Menschen in Sicherheit.
Bei Waldbränden auf der griechischen Insel Salamis nahe Athen sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Nahe dem Strand Peristeria im Süden der Insel seien zwei Leichen geborgen worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Nahezu zeitgleich waren zuvor zwei Waldbrände in der Nähe beliebter Badestellen im Süden und Osten der Insel ausgebrochen. Hunderte Urlauber und Einheimische wurden zur Evakuierung aufgerufen. Auch in Belgien, Spanien und anderen europäischen Ländern wüteten am Wochenende Waldbrände.
Die Küstenwache entsandte nach eigenen Angaben fünf Patrouillenboote nach Salamis, um Badegäste und Bewohner in Sicherheit zu bringen, auch Privatboote kamen zur Hilfe. Rund 200 Feuerwehrleute sowie sechs Löschflugzeuge und sieben Hubschrauber waren im Einsatz gegen die in bewohntem Gebiet tobenden Feuer. Ziel sei es zu verhindern, dass sich die beiden Feuer einen Berghang hinauffressen und zu einer großen Feuerfront vereinen, sagte Salamis' stellvertretender Bürgermeister Thodoris Zannis dem Fernsehsender ERT.
Nach Angaben der griechischen Feuerwehr sind im ganzen Land in den vergangenen 24 Stunden 34 Waldbrände ausgebrochen. Anfang August hatte ein Feuer nordwestlich von Athen mehr als 11.000 Hektar Land vernichtet. Damals dauerte es fünf Tage, bis das Feuer unter Kontrolle gebracht werden konnte.
Größter Waldbrand in jüngerer Geschichte Belgiens
Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn kämpften Feuerwehrleute, Löschflugzeuge und Landwirte am Wochenende gegen den größten Waldbrand in der jüngeren Geschichte des Landes. Bis zum Nachmittag brachten sie nach Regierungsangaben erste Gebiete unter Kontrolle, darunter eine Feuerfront in der Nähe der deutschen Grenze nahe Monschau in Nordrhein-Westfalen. Auch eine zweite Front im Norden nahe der belgischen Ortschaft Jalhay war demnach unter Kontrolle.
Die Stadtverwaltung von Monschau hatte zuvor die Bewohner dreier Stadtteile wegen der dichten Rauchwolken zur Evakuierung aufgerufen. Sie ging aber davon aus, dass sich die Flammen nicht nach Deutschland ausbreiten. Der Brandgeruch hing bis nach Rheinland-Pfalz in der Luft.
Im Hohen Venn waren mehr als 250 Feuerwehrleute im Einsatz, darunter Helfer aus dem ganzen Land und aus Deutschland. Laut EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib trafen zwei Löschflugzeuge aus Schweden zur Unterstützung ein, vier Hubschrauber aus Belgien und den Niederlanden waren bereits im Einsatz. Die Hilfe aus der Luft ist im Hohen Venn entscheidend: Das Naturschutzgebiet besteht vor allem aus Torfflächen und Heideland, in denen schweres Gerät schnell einsinkt. Den Einsatzkräften gelang es deshalb zunächst nicht, den Ausbruchsort des Feuers zu erreichen.
Gut 30 Kilometer entfernt konnten die Bewohner des Ortsteils Gey in der deutschen Eifelgemeinde Hürtgenwald in ihre Häuser zurückkehren. In der Nähe des Ortes hatte ein Waldbrand rund 300 Hektar Land verwüstet, etwa ein Zehntel der in Belgien bereits verbrannten Fläche.
In Frankreich und Spanien berihigt sich die Lage
In Frankreich beruhigte sich die Lage am Sonntag, sowohl in den Ardennen an der Grenze zu Belgien als auch im Südwesten des Landes. Dort hatten die Flammen knapp hundert Kilometer südlich der Stadt Bordeaux seit Donnerstag rund 1700 Hektar Vegetation vernichtet. Ende Juli hatte ein riesiger Brand in der Nähe der Stadt bereits mehr als 40.000 Hektar Land verwüstet.
Hunderte zuvor evakuierte Menschen konnten in Andalusien im Süden Spaniens in ihre Häuser zurückkehren. Dort hatte ein Waldbrand innerhalb von zehn Tagen mehr als 25.000 Hektar Vegetation verwüstet, erst am Sonntag konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Ein Waldbrand in Aragonien im Norden des Landes war hingegen noch nicht unter Kontrolle, hunderte Feuerwehrleute waren im Einsatz.
Auch auf dem Balkan brannte es. In Kroatien nahm die Polizei vier Verdächtige wegen mutmaßlicher Brandstiftung fest. Sie werden verdächtigt, Brände in der Region Zadar im Zentrum der kroatischen Adriaküste ausgelöst zu haben. Die Polizei prüft zudem, ob es auch in der Region Omis weiter im Süden Anzeichen für Brandstiftung gibt. Dort kam bei einem Brand in der Nacht zum Freitag ein Mensch ums Leben.
In ganz Europa haben mehrere Hitzewellen seit Mai die Wälder und Böden ausgetrocknet, neue Brände breiten sich daher rasch aus. In Teilen des Kontinents hoffen die Einsatzkräfte nun auf Abkühlung und etwas Regen.