Mutter und weiteres Kind totZwei weitere Todesopfer nach Hochhausbrand in Berlin

Als ob der Fall des Wohnungsbrandes in Berlin durch den Tod eines Säuglings nicht schon tragisch genug wäre, sind nun zwei weitere Opfer zu beklagen. Auch die Mutter und ein Geschwisterkind erliegen nach Tagen im Krankenhaus ihren Verletzungen.
Nach dem Hochhausbrand im Berliner Osten sind zwei weitere Menschen gestorben. Dabei handelt es sich um eine 26-jährige Frau, deren Säugling bereits infolge des Feuers gestorben war, und deren zweites, fünf Jahre altes Kind, wie die Polizei mitteilte. Alle drei waren bewusstlos in dem Hausflur nahe der Brandwohnung gefunden worden. 60 Bewohnerinnen und Bewohner retteten sich teils selbst oder wurden von Einsatzkräften ins Freie gebracht.
Der Brand war am vergangenen Mittwoch um kurz vor 20 Uhr in der dritten Etage eines 20-geschossigen Hochhauses im Ortsteil Friedrichsfelde im Bezirk Lichtenberg ausgebrochen - in ersten Angaben der Feuerwehr war vom vierten Obergeschoss die Rede. In der Brandwohnung habe es sehr viele Einrichtungsgegenstände gegeben, sagte ein Feuerwehrsprecher, deutlich mehr als für eine Wohnung üblich. Das Feuer habe sich dadurch sehr schnell ausgebreitet. Als die Einsatzkräfte eintrafen, habe die Wohnung komplett gebrannt, Flammen schlugen bereits aus den Fenstern. Der Bewohner habe sich ersten Erkenntnissen zufolge selbst retten können.
Der Rauch habe sich sehr schnell im Gebäude ausgebreitet, hieß es weiter. Auf jeder Etage des Hochhauses befinden sich acht Wohnungen. 20 Wohnungen in dem Komplex mit schätzungsweise mehr als 150 Einheiten waren vorerst nicht bewohnbar, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Viele Bewohner mussten erst einmal anderweitig unterkommen.
In manchen der unbewohnbaren Einheiten gab es keinen Strom und kein Wasser, andere waren so verraucht, dass man dort nicht schlafen konnte. Wer nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkam, konnte in einer nahegelegenen Turnhalle schlafen. Der Bezirk versuche, für die Zeit danach Wohnungen und Hotels zu organisieren, hieß es direkt nach dem Brand.
Die Feuerwehr war in der Spitze mit rund 170 Kräften vor Ort. "Da der Einsatz auch für unsere Einsatzkräfte nicht alltäglich war, wurde ein Einsatznachsorgeteam eingesetzt." Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen. Einsturzgefährdet soll das Haus nicht sein.