Panorama

Nach Hetze rechter Deutsch-Türken dm sagt Spendenaktion für Kurden ab

57452147.jpg

Dm-Geschäftsführer Hirsch ist um Deeskalation bemüht.

(Foto: picture alliance / dpa)

In Bonn möchte die Drogeriemarkt-Kette dm eine Spendenaktion zugunsten der kurdischen Gemeinde vor Ort durchführen. Das passt nationalistisch gesinnten Türken überhaupt nicht. Ihre Drohungen lassen das Unternehmen offenbar von der Aktion abrücken.

Die Drogeriekette dm hat eine Spendenaktion zugunsten einer kurdischen Gemeinde wegen Gewaltandrohungen abgesagt. Dazu habe das Unternehmen sich entschieden, "um keinen Nährboden für Eskalation zu bieten", erklärte Geschäftsführer Erich Harsch. Damit hoffe dm, "einen Beitrag zur Deeskalation zu leisten".

Der Menschenrechtsaktivist Rupert Neudeck wollte sich am kommenden Samstag in einem dm-Drogeriemarkt in Troisdorf bei Bonn, der zehnjähriges Bestehen feiert, an die Kasse setzen und alle Umsätze in dieser Zeit an die kurdischen Gemeinde im Ort spenden. Das Geld sei "ausschließlich" für den Deutschunterricht für "integrationswillige Menschen" gedacht, betonte dm.

Wer mit Gewalt drohte, teilte dm-Geschäftsführer Harsch nicht mit. Laut einem Bericht der "Welt" hatten nationalistische Deutsch-Türken auf Facebook zum Boykott von dm aufgerufen.

"Wir haben wenig Verständnis dafür, dass soziale Hilfsaktionen Anlass sein sollen zur politischen Interessenvertretung oder gar zu verbaler oder physischer Gewaltausübung", erklärte Harsch. "Das verurteilen wir grundsätzlich." In den dm-Märkten kauften täglich 1,7 Millionen Menschen aus vielen Ländern, Kulturen und Religionen aller Altersgruppen ein. 

Gestern hatte dm die Spendenaktion zunächst noch verteidigt. "Wir nehmen eure Rückmeldungen zur Aktion in Troisdorf auf, möchten aber auch klarstellen, dass uns soziales Engagement sehr wichtig ist", schrieb das Unternehmen auf Facebook.

Quelle: ntv.de, dka/AFP