Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 20:29 Ukraine: Viele der Kriegsgefangenen wurden gefoltert +++

Viele der von Russland freigelassenen Kriegsgefangenen sind nach ukrainischer Darstellung gefoltert worden. Der Prozentsatz sei "ziemlich hoch", sagt der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, während einer Konferenz nach der Vereinbarung eines Gefangenenaustauschs zwischen Russland und der Ukraine. Einige der fast 300 Freigelassenen würden derzeit in einem ukrainischen Krankenhaus behandelt, erklärt der ukrainische Innenminister Denys Monastyrskyj. Eine russische Stellungnahme liegt nicht vor.

+++ 20:14 "Natürlich ist es gruselig": Einwohner Zalymans kehren in zerstörte Heimat zurück +++
Nach dem Zurückdrängen der russischen Invasoren können Ukrainer wieder in ihre Heimatorte zurückkehren. Doch dort ist nichts, wie es vorher war. In der schwer gezeichneten Region Charkiw gibt es vielerorts weder Strom noch Wasser, die Angst vor neuen Angriffen ist allgegenwärtig.

+++ 19:57 Erdogan will Alternativen zu russischem Zahlungssystem Mir ausloten +++
Vor dem Hintergrund möglicher Strafen will die Türkei Alternativen zum russischen Zahlungssystem Mir in Betracht ziehen. "Wir müssen uns jetzt überlegen, was wir tun können (...), welche Alternativen es gibt", sagt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu auf die Frage, ob die Türkei Sanktionen riskiere. Eine Entscheidung solle am Freitag fallen, kündigt Erdogan an. Das US-Finanzministerium hatte kürzlich vor Strafen für die Umgehung von verhängten Finanzsanktionen gegen Russland über das System Mir gewarnt. Bisher hatten fünf staatliche türkische Banken das System genutzt. Vor einigen Tagen setzten nach Medienberichten zwei von ihnen die Nutzung infolge der US-Warnung dann aus.

+++ 19:36 Finnland erwägt Einreisebeschränkungen für Russen +++
Die finnische Regierung erwägt Einreisebeschränkungen für russische Staatsbürger. Der Grund sei der zunehmende Grenzverkehr zwischen den beiden Ländern nach der Ankündigung einer Teilmobilmachung in Russland, sagt die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin. "Der Wille der Regierung ist sehr klar, wir glauben, dass der russische Tourismus gestoppt werden muss, ebenso wie der Transit durch Finnland." Finnische Grenzübergänge gehören zu den wenigen Einreisemöglichkeiten für Russen nach Europa. Die ebenfalls an Russland grenzenden EU-Länder Estland, Lettland, Litauen und Polen weisen schon seit einigen Tagen russische Staatsbürger an den Grenzen ab.

+++ 19:19 Ukrainischer Außenminister: Russland will keine Friedensgespräche +++
Russland hat nach Einschätzung des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba keinerlei Interesse an Friedensgesprächen. "Die russische Führung sucht nur nach einer militärischen Lösung", sagt Kuleba vor dem UN-Sicherheitsrat. Russischen Diplomaten wirft er ein "außergewöhnliches Maß an Lügen" vor. Mit Blick auf den russischen Außenminister Sergej Lawrow, der den Saal bei dem Treffen zur Ukraine rund 90 Minuten zu spät betreten und dann direkt nach seiner Rede wieder verlassen hatte, sagt Kuleba: "Ich habe heute auch bemerkt, dass russische Diplomaten genau so schlimm fliehen wie russische Soldaten."

+++ 19:02 Direktor des Völkerrechts-Instituts: "Scheinreferenden dürfen keine Anerkennung finden" +++
Matthias Herdegen ist der Direktor des Instituts für Völkerrecht an der Universität Bonn. Im Gespräch mit ntv findet er klare Worte bezüglich den russischen Vorstoßes, den Donbass durch angebliche Referenden zu eigenem Staatsgebiet zu machen - und zieht dabei Parallelen zu Goebbels.

+++ 18:43 Guterres: Jede Annexion verletzt die Charta der UN +++
UN-Generalsekretär Antonio Guterres äußert sich besorgt über die neuesten Entwicklungen in der Ukraine. Jede Annexion des Territoriums eines anderen Staates mit Drohung oder Gewalt sei eine Verletzung der Charta der Vereinten Nationen und des Völkerrechts, sagt Guterres in der Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates. Für den Tod und die Verwundung tausender ukrainischer Zivilisten seien hauptsächlich die russischen Bombardierungen von städtischen Gebieten verantwortlich. Alle Berichte über Menschenrechtsverletzungen müssten gründlich untersucht werden und eine enge Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof sei dabei unerlässlich.

+++ 18:35 Keine Abstimmung über Unions-Antrag für Panzerlieferung +++
Die Ampel-Koalition und die Abgeordneten der Linksfraktion verhindern mit ihren Stimmen eine Entscheidung über einen Antrag der Union, Kampfpanzer und weitere schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Stattdessen wird der Antrag vom Bundestag zur Beratung an den federführenden Auswärtigen Ausschuss überwiesen. "Sie verstecken sich hinter Verfahrensfragen", kritisiert der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei. In ihrem Antrag fordert die Union, "die Genehmigung für die Ausfuhr von Kampf-, Schützen- und Transportpanzern aus Industriebeständen an die Ukraine umgehend zu erteilen und darüber hinaus schwere Waffen, insbesondere gepanzerte Gefechtsfahrzeuge und mehr weitreichende Artillerie, auch aus den Beständen der Bundeswehr an die Ukraine zu liefern".

+++ 18:23 Lawrow wirft Westen Einmischung in der Ukraine vor +++
Der russische Außenminister Sergej Lawrow wirft dem Westen wegen dessen Waffenlieferungen und der Unterstützung für Kiew eine direkte Einmischung in den Krieg in der Ukraine vor. "Diese Politik, Russland zu zermürben und zu schwächen, bedeutet die direkte Einmischung des Westens in den Konflikt und macht sie zu einer Konfliktpartei", sagt Lawrow in New York zur Lage in der Ukraine. Die Position jener Staaten, "die die Ukraine mit Waffen vollpumpen und ihre Soldaten ausbilden" sei besonders zynisch, ergänzt er. Das Ziel dieser Unterstützung sei offensichtlich, die Kämpfe "trotz der Opfer und der Zerstörung so lange wie möglich hinauszuzögern".

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Sergej Lawrow bei seiner Rede im Hauptquartier der Vereinten Nationen.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

+++ 18:01 UN-Sicherheitsrat: Lawrow kommt zu spät und geht direkt nach Rede +++
Russlands Außenminister Sergej Lawrow verlässt nach seiner Rede vor dem UN-Sicherheitsrates den Saal direkt wieder. Er war zuvor knapp 90 Minuten zu spät zu dem Treffen des mächtigsten UN-Gremiums zum Ukraine-Krieg mit zahlreichen Außenministerinnen und Außenministern gekommen.

+++ 17:42 Landesexpertin zum Stimmungsbild: "Der Krieg ist an jedem russischen Küchentisch angekommen" +++
Selbst jene Russinnen und Russen, die bisher desinteressiert oder apathisch gegenüber des Ukraine-Krieges waren, sind laut Expertin Dr. Hanna Notte spätestens jetzt alarmiert. Mit Blick auf die atomaren Drohungen aus dem Kreml mahnt sie, nicht in Panik zu verfallen.

+++ 17:21 Tschechien: Keine Zuflucht für Russen bei Kriegsdienstverweigerung +++
Tschechien gewährt Russen, die den Kriegsdienst in der Ukraine verweigern wollen, keine Zuflucht. Er verstehe, dass Russen vor den "immer verzweifelteren Entscheidungen" ihres Präsidenten Wladimir Putin aus ihrem Land flüchteten, sagt der tschechische Außenminister Jan Lipavsky der Agentur CTK. Wer den Pflichten gegenüber seinem eigenen Staat nicht nachkommen wolle, erfülle damit aber noch nicht die Bedingungen für die Erteilung eines humanitären Visums. Tschechien stellt russischen Staatsbürgern bereits seit Monaten keine regulären neuen Visa mehr aus. Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen, zum Beispiel für enge Familienangehörige von EU-Bürgern.

+++ 17:04 Russlands Außenminister Lawrow bleibt UN-Sicherheitsrat zunächst fern +++
Russlands Außenminister Sergej Lawrow bleibt der mit Spannung erwarteten Sitzung des UN-Sicherheitsrates zum Ukraine-Krieg in New York zunächst fern. Über eine halbe Stunde nach Beginn des Treffens mit zahlreichen Außenministerinnen und Außenministern unter anderem aus der Ukraine, den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und China wird Moskau im mächtigsten UN-Gremium von Russlands stellvertretendem Außenminister Sergej Werschinin vertreten. Russland hatte Lawrows Teilnahme zuvor bestätigt.

+++ 16:47 Baerbock würdigt Mut der Anti-Putin-Demonstranten in Russland +++
Außenministerin Annalena Baerbock würdigt den Mut der Menschen, die in Russland gegen die von Präsident Wladimir Putin angekündigte Teilmobilmachung demonstrieren. Nach den Ankündigungen Putins sei nun jedem in Russland "klar: Russland führt Krieg gegen seinen Nachbarn und es wird jeden in Russland betreffen", sagt die Grünen-Politikerin am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Im Anschluss nimmt sie an einer Sitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen zur Lage in der von Russland angegriffenen Ukraine teil. So, wie Menschen in Russland keine Angst hätten, gegen diesen völkerrechtswidrigen Krieg zu protestieren, müsse deutlich werden, "dass wir keine Angst haben durch die russische Rhetorik, die in den letzten Stunden jetzt noch einmal angezogen hat, sondern dass wir weiterhin die Ukraine unterstützen", so Baerbock.

+++ 16:25 Sorge um AKW Saporischschja: Polen verteilt Jodtabletten +++
Polen verteilt Jodtabletten an die Feuerwehr, die im Fall einer Atomkatastrophe im ukrainischen AKW Saporischschja an die Bevölkerung ausgegeben werden sollen. Die polnische Regierung habe die Entscheidung nach den Medienberichten über die Kämpfe in der Nähe des AKW getroffen, sagt der stellvertretende Innenminister Blazej Pobozy dem privaten Rundfunksender "Radio Zet". "Es handelt sich um Routine- und Präventivmaßnahmen im Falle einer Situation, die, wie ich hoffe, nicht eintreten wird." Sehr hoch dosierte Jodtabletten dienen als Schutz vor Schilddrüsenkrebs bei einem nuklearen Unfall.

+++ 16:01 Presseteam besucht Frontstadt: In befreitem Kupjansk herrschen Elend und Wut +++
Die Rückeroberung von Kupjansk ist für die ukrainischen Truppen ein großer strategischer Erfolg. Für die Menschen in der zerbombten Frontstadt hat sich die Lage seitdem jedoch kaum verbessert. Während in der Nähe hörbar Kämpfe toben, spricht ein Presseteam mit den desillusionierten Bewohnern.

+++ 15:45 160.000 bieten Unterkunft für Ukraine-Geflüchtete +++
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben rund 160.000 Menschen in Deutschland über das Netzwerk Unterkunft Ukraine Schlafplätze für Kriegsflüchtlinge angeboten. Etwa 49.000 Plätze seien tatsächlich vermittelt worden, teilt das Netzwerk mit. 80 Prozent von denen, die Menschen aus der Ukraine aufgenommen hätten, würden das wieder tun, ermittelt das Dezim-Institut in einer Befragung von 3251 Beteiligten. Frust stiften der Befragung zufolge aber oft bürokratische Hürden. Unterkunft Ukraine ist eine Plattform, bei der sich Menschen registrieren können, die Flüchtlinge aufnehmen wollen. Bei der Vermittlung arbeitet die Initiative mit dem Bundesinnenministerium zusammen.

+++ 15:17 Einberufung von einer Million Reservisten? Kreml dementiert Bericht +++
Der Kreml dementiert Berichte, wonach bei der Teilmobilmachung tatsächlich die Einberufung von bis zu einer Million Reservisten möglich sei. Kremlsprecher Dmitri Peskow spricht von einer Lüge, wie russische Agenturen melden. Das Internetportal der in Russland inzwischen eingestellten Zeitung "Nowaja Gaseta" schreibt dagegen, Präsident Wladimir Putin gebe dem Verteidigungsministerium freie Hand zur Mobilisierung von bis zu einer Million Mann. Dies stehe in Punkt 7 von Putins Erlass vom Mittwoch. Dieser Punkt fehlte in der Veröffentlichung und war als "Nur für den Dienstgebrauch" eingestuft. Die aus dem Exil agierende Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf angebliche Quellen im russischen Präsidialamt. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 14:52 Kommission für gemeinsame EU-Haltung zu Russland-Flüchtlingen +++
Nach der Order zur Teilmobilmachung in Russland hält die EU-Kommission eine gemeinsame Haltung der Mitgliedstaaten zum Umgang mit Flüchtlingen aus dem Land für notwendig. Kommissionssprecher Peter Stano erklärt aber zugleich, die EU-Länder müssten Einreiseanträge von Russen auf Einzelfall-Basis entscheiden und dabei die Grundrechte und das Asylrecht berücksichtigen. Mit Blick auf Berichte über eine steigende Zahl von Ausreisen sagt Stano, seit Beginn der russischen Invasion im Februar habe eine halbe Million Russen die Heimat verlassen. Er verwies zudem auf Proteste in mehreren Städten Russlands, nachdem Präsident Wladimir Putin die Einberufung von 300.000 Reservisten angekündigt hatte.

+++ 14:35 EU prüft Ölpreisdeckel und Diamanten-Embargo gegen Russland +++
Die neuen EU-Sanktionen gegen Russland könnten einen Preisdeckel für russisches Öl umfassen. Daneben ist auch ein Diamanten-Embargo im Gespräch, wie Brüsseler Diplomaten bestätigen. Größter Unsicherheitsfaktor bleibt Ungarn: Regierungschef Viktor Orban fordert einem Medienbericht zufolge die Aufhebung aller EU-Sanktionen gegen Russland bis zum Jahresende. Wegen der russischen Teilmobilisierung und der Atomwaffen-Drohungen von Kreml-Chef Wladimir Putin hatten die Außenminister der EU und der sieben wichtigen Industriestaaten (G7) am Rande der UN-Generaldebatte in New York verschärfte Sanktionen gegen Moskau angekündigt. Von einer Preisobergrenze für russisches Öl müssten in der EU vor allem Griechenland und Zypern überzeugt werden, deren Reedereien russisches Öl auch in Drittländer liefern. Alle Sanktionen erfordern einen einstimmigen Beschluss der Mitgliedsländer. Die G7-Staaten hatten sich unter deutschem Vorsitz bereits Anfang September für einen weltweiten Ölpreisdeckel ausgesprochen. Zudem könnte es einen Einfuhrstopp für russische Diamanten in die EU geben.

+++ 14:15 Politikwissenschaftler Kaim über Putins Optionen: "Zweifle erheblich an Stärke der russischen Armee" +++
Nach Einschätzungen des Politikwissenschaftlers Markus Kaim offenbart Putins Dekret zur Teilmobilmachung erhebliche Schwachstellen der russischen Streitkräfte. Vor allem fehlende Moral innerhalb der Truppen und eine Distanzierung von den Kriegszielen würden ihre Stärke erheblich beeinträchtigen.

+++ 13:57 Mindestens sechs Tote in Donezk +++
In der ostukrainischen Separatistenhochburg Donezk sind durch Artilleriebeschuss mindestens sechs Menschen getötet worden. Sechs weitere seien verletzt worden, teilt der Chef der Donezker Stadtverwaltung, Alexej Kulemsin, bei Telegram mit. Der 48-Jährige macht die ukrainische Armee für den Beschuss verantwortlich. Kiew weist derartige Vorwürfe regelmäßig zurück und spricht von Inszenierungen der moskautreuen Separatisten.

+++ 13:37 Russland nennt Berichte über fliehende Männer übertrieben +++
Das russische Präsidialamt bezeichnet Berichte über russische Männer, die nach der Teilmobilmachung massenweise das Land verlassen, als übertrieben. Medienberichte, wonach festgenommenen Demonstranten Einberufungspapiere übergeben wurden, dementiert Sprecher Dmitri Peskow nicht. "Das ist nicht gegen das Gesetz." Nach wie vor handele es sich nicht um einen Krieg, sondern einen militärischen Sondereinsatz in der Ukraine, sagt Peskow.

+++ 13:20 Britische Kriegsgefangene kehren in Heimat zurück +++
Die fünf im Zuge des großen Gefangenenaustauschs freigelassenen Briten sind in ihre Heimat zurückgekehrt. Die Männer seien auf dem Flughafen London-Heathrow gelandet, berichtet die BBC. Nach Monaten in der Kriegsgefangenschaft prorussischer Separatisten in der Ostukraine hätten sie ihre Familien wiedergesehen. Sie freuten sich "nach dieser schrecklichen Tortur auf die Normalität mit ihren Familien", sagte Dominik Byrne von der Organisation Presidium Network, die die Angehörigen unterstützt.

+++ 13:02 Bund übernimmt offenbar Gazprom-Tochter Sefe +++
Die nächste Verstaatlichung eines in Schieflage geratenen Energieversorgers steht offenbar bevor. Nach der Uniper-Verstaatlichung soll nach Informationen des "Spiegel" die Securing Energy for Europe (Sefe) - ehemals Gazprom Germania - in den Besitz des Staates übergehen. Der Berliner Gasimporteur ist eine Gazprom-Tochter und steht bereits unter Treuhandschaft des Bundes.

+++ 12:49 Ukraine meldet russische Agenten im Rüstungssektor +++
Russland hat der Ukraine zufolge Agenten im ukrainischen Rüstungssektor eingeschleust. "Wir sollten den Feind nicht unterschätzen", sagt der Vertreter von Präsident Wolodymyr Selenskyj im ukrainischen Parlament, Fedir Wenislawsji. Russlands Geheimdienst verfüge über viele Agenten. Daher habe Russland teilweise Kenntnis über die nächsten Schritte der Ukraine.

+++ 12:44 Russland bestätigt Rückkehr von 55 Kriegsgefangenen +++
Das russische Verteidigungsministerium bestätigt die Rückkehr von 55 Soldaten aus ukrainischer Kriegsgefangenschaft. Es handele sich um Soldaten der russischen Armee und um Soldaten der Separatistengebiete Donezk und Luhansk, sagt Sprecher Igor Konaschenkow. Sie seien nach Russland gebracht worden zur Behandlung in Militärkrankenhäusern. Russland und die Ukraine hatten gestern in großem Stil Gefangene ausgetauscht.

+++ 12:31 Russland beruft erste Reservisten ein +++
Russland beginnt offensichtlich mit der Einberufung von Reservisten. Die ersten hätten die entsprechenden Vorladungen zur Musterung erhalten, berichten verschiedene unabhängige Medien.

+++ 12:16 AfD-Abgeordnetem droht nach Russland-Reise Rauswurf +++
Nach der scharf kritisierten Russland-Reise droht dem nordrhein-westfälischen AfD-Landtagsabgeordneten Christian Blex der Rauswurf aus der Fraktion. Neun von zwölf AfD-Abgeordneten hätten einen Antrag auf Ausschluss von Blex aus der Landtagsfraktion beantragt, sagt Landespartei- und Fraktionschef Martin Vincentz. Über den Antrag werde die Fraktion bei ihrer Sitzung am kommenden Dienstag beraten.

+++ 12:05 Politologe: Proteste bringen Kreml nicht ins Wanken +++
Auch mit dem personellen Nachschub durch die Teilmobilisierung könne Russland den Krieg nicht gewinnen, sagt Politologe Thomas Jäger. Vielmehr habe Präsident Wladimir Putin sich mit der Entscheidung "in eine Falle manövriert":

+++ 11:45 Deutsche befürchten Atomunfall +++
Der Ukraine-Krieg rückt einen möglichen atomaren Notfall stärker ins Bewusstsein der deutschen Bevölkerung. In einer nun veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) gaben 63 Prozent der Befragten an, eine mögliche radioaktive Belastung durch Atomkraftwerke nach einem Unfall beunruhige sie sehr. BfS-Präsidentin Inge Paulini erklärt, in den ersten Wochen des Angriffskriegs hätten das Bundesamt viele Fragen erreicht. "Oft wollten Menschen wissen, welche Schutzmaßnahmen in Deutschland bei einem Zwischenfall in der Ukraine ergriffen werden müssten." Laut der Umfrage wissen nur zwei von zehn Befragten, wie sie sich bei einem möglichen Unfall in einem Atomkraftwerk verhalten sollten.

+++ 11:36 Ukrainer sehen Teilmobilmachung gelassen +++
Da die einberufenen russischen Reservisten erst noch ausgebildet werden müssten, zweifelt der Sprecher des ukrainischen Generalstabs an einer raschen Veränderung an der Front. ntv-Reporterin Kavita Sharma fasst in Dnipro die ukrainischen Reaktionen auf die Teilmobilmachung zusammen:

+++ 11:21 Melnyk lehnt Asyl für russische Deserteure ab +++
Der scheidende ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hält die Forderung von FDP und Grünen, russischen Deserteuren Asyl zu gewähren, für falsch. "Junge Russen, die nicht in den Krieg ziehen wollen, müssen Putin und sein rassistisches Regime endlich stürzen, anstatt abzuhauen und im Westen Dolce Vita zu genießen", schreibt er bei Twitter.

+++ 11:09 UEFA-Präsident telefoniert mit Selenskyj +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und UEFA-Chef Aleksander Ceferin haben sich am Telefon über die mögliche Unterstützung der Europäischen Fußball-Union bei der Freilassung im Krieg festgesetzter ukrainischer Athleten ausgetauscht. "Der ukrainische Präsident dankte dem UEFA-Präsidenten für die Unterstützung unserer Athleten und seine unerschütterliche Kompromisslosigkeit sowie für seine Hilfe bei der Wiederbelebung der ukrainischen Premier League", schreibt der ukrainische Verband. Die Hilfe erfolge "vor allem durch öffentliche Unterstützung".

+++ 10:55 Russischer Parlamentschef fordert Kriegseinsatz von Abgeordneten +++
Russlands Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin ruft die Abgeordneten der Staatsduma nach dem Befehl für eine Teilmobilmachung zur Teilnahme an dem Krieg auf. "Wer den Anforderungen der Teilmobilmachung genügt, sollte mit seiner Teilnahme bei der militärischen Spezialoperation helfen", teilt der Duma-Chef bei Telegram mit. "Es gibt keinen Schutz für die Abgeordneten." Er reagiert damit auf die wohl in Abgeordnetenkreisen nicht seltene Auffassung, für sie gelte der Aufruf nicht.

+++ 10:40 Reservisten stimmen mit Füßen gegen den Kreml ab +++
Wie kommt die Teilmobilisierung in Russland an? ntv-Korrespondent Rainer Munz berichtet über aufkeimenden Unmut in der Gesellschaft, flüchtende Reservisten und ein PR-Desaster für den Kreml:

+++ 10:18 Verkehr an finnischer Grenze nimmt zu +++
Nach der russischen Teilmobilisierung von 300.000 Reservisten registriert das Nachbarland Finnland mehr Verkehr an der gemeinsamen Grenze. Der Grenzverkehr in Südostfinnland habe in der Nacht zugenommen und sei geschäftiger als sonst gewesen, teilt der Grenzschutz in der Region mit. Dieses Bild habe sich am Morgen fortgesetzt. Nach Angaben des Leiters für internationale Angelegenheiten des finnischen Grenzschutzes, Matti Pitkäniitty, kamen am Mittwoch insgesamt 4824 Russinnen und Russen über die Grenze. Am selben Tag der Vorwoche seien es 3133 gewesen. "Die gestrige Zahl ist niedriger als an einem normalen Wochenende", betonte Pitkäniitty jedoch. Zuvor hatte der Grenzschutz Berichte aus sozialen Medien dementiert, in denen von 35 Kilometern Stau vor der russisch-finnischen Grenze die Rede war. Die entsprechenden Videos seien früher entstanden und aus dem Zusammenhang gerissen worden.

+++ 09:59 Ukraine meldet bislang 55.500 russische Gefallene +++
Laut dem ukrainischen Generalstab hat Russland seit Kriegsbeginn bisher 55.510 Soldaten in der Ukraine verloren, wie der "Kyiv Independent" meldet - daneben unter anderem 2.236 Panzer, 318 Mehrfachraketen, 169 Luftabwehrsysteme, 253 Flugzeuge, 218 Hubschrauber, 941 Drohnen und 15 Boote.

+++ 09:40 Osteuropa-Expertin sieht Anzeichen für Stimmungswechsel in Russland +++
Die Osteuropa-Expertin Gwendolyn Sasse sieht nach der Teilmobilmachung in Russland erste kleine Veränderungen der gesellschaftlichen Stimmung. Es gebe kleinere Proteste, Flüge aus Russland heraus seien überbucht. "Das wird sich fortsetzen", sagte Sasse im ZDF-"Morgenmagazin". Vor allem jüngere Männer, die sich mit der Beurteilung des Krieges bisher zurückgehalten hätten, dürften ihre Haltung ändern. Klar sei aber auch, dass es im Moment keine Mobilisierung "von unten" gegen Präsident Wladimir Putin gebe.

+++ 09:19 London: Russland hat Probleme bei Umsetzung von Teilmobilisierung +++
Großbritannien zweifelt an Russlands Fähigkeiten zur angeordneten Teilmobilisierung von 300.000 Reservisten. "Russland wird wahrscheinlich mit logistischen und administrativen Herausforderungen zu kämpfen haben, die 300.000 Soldaten auch nur zu mustern", teilt das Verteidigungsministerium unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Die russische Militärführung werde vermutlich versuchen, mit den ausgehobenen Truppen neue Einheiten aufzustellen. Diese seien aber "wahrscheinlich monatelang nicht kampffähig".

+++ 09:04 Festgesetzte Luxusjacht "Dilbar" erreicht Bremen +++
Die wegen EU-Sanktionen festgesetzte Luxusjacht "Dilbar" ist in Bremen angekommen. Das bestätigt der Sprecher des Hauptzollamts Bremen. Wo das Schiff liegt und wann es ankam, kann er nicht sagen. Der Liegeplatz soll sich demnach noch einmal ändern. Bei der Eignerin der mit mehr als 500 Millionen Euro angeblich teuersten Luxusjacht der Welt handelt es sich laut Bundeskriminalamt um die Schwester des kremltreuen Oligarchen Alischer Usmanow.

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(Foto: REUTERS)

+++ 08:41 Berichte über auf der Krim angeschwemmtes Drohnenboot +++
Ein unbemanntes Wasserfahrzeug, auch Drohnenboot genannt, scheint an den Patrouillen der russischen Marine vorbeigekommen zu sein. Das Gerät sei an einem Strand in der Nähe des großen russischen Marinestützpunkts Sewastopol auf der Krim gefunden worden, meldet unter anderen das Portal "Naval News", das über Marine-Themen berichtet. Es sei anzunehmen, dass die Ukraine das Boot entwickelt hat. Angebliche Fotos davon kursieren in den sozialen Netzwerken.

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+++ 08:16 Russland beruft offenbar Demonstranten direkt nach Festnahme ein +++
Die Ankündigung der Teilmobilmachung löst in Russland Proteste aus, in Moskau fordern Demonstrierende lautstark ein Ende des Krieges. Die Polizei geht mit aller Härte gegen sie vor - laut Bürgerrechtlern werden Festgenommenen noch auf der Polizeiwache die Einberufungspapiere ausgehändigt:

+++ 07:51 Ukraine meldet Angriff auf Saporischschja +++
Russische Streitkräfte greifen die Stadt Saporischschja an. Das berichtet der "Kyiv Independent" unter Berufung auf den Gouverneur der Region, Oleksandr Starukh. Laut dem Telegram-Eintrag machte er demnach allerdings keine weiteren Angaben, Opfer und Schäden würden ermittelt.

+++ 07:26 ISW hält russische Reservisten für schlecht ausgebildet +++
Darüber, wie stark die russischen Reservisten im Rahmen der Teilmobilisierung auf ihren Einsatz vorbereitet werden, gibt es widersprüchliche Berichte. Unabhängig davon seien sie schlecht ausgebildet und erhielten keine Auffrischungsschulung, sobald ihre Wehrpflicht abgelaufen ist, stellt die amerikanische Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) fest.

+++ 07:01 Ukraine meldet zerstörte Hubschrauber und Drohnen +++
Die ukrainischen Streitkräfte berichten von der Zerstörung eines russischen Mi-24-Hubschraubers sowie von zwei unbemannten Drohnen vom Typ Orlan-10. Das meldet der "Kyiv Independent". Die ukrainische Luftwaffe führte demnach am Mittwoch in der Nähe von Kostromka 21 Luftangriffe durch.

+++ 06:47 Kiesewetter fordert Panzer für Frühjahrsoffensive +++
Der CDU-Verteidigungsexperte Roderich Kiesewetter will direkte Panzerlieferungen an die Ukraine für eine Frühjahrsoffensive durchsetzen. "Mit der bald beginnenden 'Schlammzeit' werden raumgreifende Operationen über den Herbst und Winter eingeschränkt sein", sagte der frühere Bundeswehr-Oberst der "Augsburger Allgemeinen". "Zur Vorbereitung einer Frühjahrsoffensive müssen deshalb jetzt die Schützen-, Transport- und Kampfpanzer geliefert werden." Die Unionsfraktion legt heute im Bundestag einen Antrag vor, die Ukraine mit schweren Waffen zu unterstützen und umgehend eine Genehmigung für die Ausfuhr diverser Panzertypen aus deutschen Industriebeständen zu erteilen.

+++ 06:29 Türkei nennt Scheinreferenden illegitim +++
Die Türkei verurteilt die angekündigten Scheinreferenden in Gebieten der Ost- und Südukraine über einen Anschluss an Russland als "illegitim". Diese Schritte zur Schaffung "vollendeter Tatsachen" würden von der internationalen Gemeinschaft "nicht anerkannt" werden, erklärt das Außenministerium in Ankara.

+++ 06:20 IAEA verhandelt über Schutzzone für AKW Saporischschja +++
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat nach Angaben von Direktor Rafael Grossi "echte Verhandlungen" mit Russland und der Ukraine über die Einrichtung einer Schutzzone für das umkämpfte Atomkraftwerk Saporischschja aufgenommen. Er habe sich am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York sowohl mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow als auch mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba getroffen, sagt Grossi vor Journalisten in New York. "Die Räder sind in Bewegung."

+++ 06:02 G7 wollen Ukraine stärker unterstützen +++
Die Außenminister der sieben führenden Industrienationen (G7) wollen ihre Unterstützung für die Ukraine gemeinsam verstärken. "Wir bekräftigen die Zusammenarbeit der G7-Länder bei der Unterstützung der Ukraine und bei der Gewährleistung der Lebensmittel- und Energiesicherheit", sagt der japanische Außenminister Yoshimasa Hayashi auf einer Pressekonferenz in New York. Als Teil zusätzlicher Sanktionen gegen Russland werde Japan unter anderem die Ausfuhr von Produkten, die für chemische Waffen genutzt werden könnten, nach Russland verbieten.

+++ 05:42 Truss sichert Ukraine Unterstützung zu +++
Die britische Premierministerin Liz Truss sagt der Ukraine bei ihrem ersten Auftritt vor der UN-Vollversammlung weitere Unterstützung zu. "Ich verspreche, dass wir unsere militärische Unterstützung für die Ukraine aufrechterhalten oder erhöhen, solange es notwendig ist", so Truss. "Wir werden nicht ruhen, bis die Ukraine sich durchgesetzt hat." Die russische Teilmobilmachung bezeichnet Truss als einen "verzweifelten Versuch" des russischen Präsidenten Wladimir Putin, seine Fehler zu korrigieren.

+++ 05:09 EU stellt neues Sanktionspaket in Aussicht +++
Die Europäische Union will neue Sanktionen gegen Russland vorbereiten. Darauf einigten sich die Außenminister der 27 EU-Mitgliedsstaaten bei einem informellen Treffen am Rande der UN-Konferenz der Staats-und Regierungschefs in New York. "Wir werden neue restriktive Maßnahmen prüfen, wir werden sie verabschieden", sagt der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell Journalisten nach dem Treffen. Eine endgültige Entscheidung müsse jedoch bei einer formellen Sitzung getroffen werden, fügt er hinzu. Borrell deutet an, dass neue Sanktionen sich sowohl gegen Einzelpersonen als auch auf bestimmte Branchen beziehen würden.

+++ 04:41 Blinken: Russen wollen nicht kämpfen +++
US-Außenminister Antony Blinken wertet die Mobilisierung Hunderttausender russischer Reservisten für den Angriffskrieg gegen die Ukraine als Zeichen des Scheiterns. Der Schritt spiegele die Schwierigkeiten des Kremls auf dem Schlachtfeld wider, erklärt Blinken in einer schriftlichen Stellungnahme. Es zeige, wie unpopulär der Krieg in Russland sei und wie wenig die Russen bereit seien, darin zu kämpfen. "Präsident Putin handelt nicht aus einer Position der Stärke heraus", betont Blinken. "Vielmehr ist dies ein weiteres Zeichen seiner fehlgeschlagenen Mission."

+++ 03:46 Nordkorea verneint Lieferungen an Russland +++
Nordkorea wird nach eigenen Angaben keine Waffen oder Munition an Russland liefern. Dies berichtet die nordkoreanische staatliche Nachrichtenagentur KCNA. "Wir haben noch nie Waffen oder Munition nach Russland exportiert und werden dies auch nicht tun", zitiert KCNA einen ranghohen Mitarbeiter des nordkoreanischen Verteidigungsministeriums. Die USA und andere feindliche Kräfte hätten Nordkorea die Verletzung einer Resolution des UN-Sicherheitsrats vorgeworfen und Gerüchte über Waffengeschäfte zwischen der Volksrepublik Nordkorea und Russland in die Welt gesetzt.

+++ 03:15 Von der Leyen fordert weitere Sanktionen +++
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen rechnet angesichts der jüngsten Eskalation des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Krieg mit weiteren Sanktionen gegen Moskau. Putin zeige Schwäche, indem er versuche, weniger ausgebildetes, erfahrenes und motiviertes Personal zu mobilisieren und Scheinreferenden auf souveränem Boden der Ukraine zu starten, sagt sie dem US-Nachrichtensender CNN. "Also denke ich, dass dies wieder nach Sanktionen unsererseits verlangt", ergänzt von der Leyen, ohne konkret zu werden.

+++ 02:27 Steinmeier: Putin will weitere Eskalation +++
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wertet die russische Teilmobilmachung als besorgniserregendes Zeichen für eine weitere Eskalation des Kriegs in der Ukraine. "Das alles spricht sehr dafür, dass hier zu letzten Mitteln gegriffen wird, um die Situation weiter zu eskalieren - keine guten Zeichen für den weiteren Fortgang dieses Krieges", sagt Steinmeier am Rande eines Staatsbesuchs in Mexiko. Russlands Führung sei offenbar bereit, auch mehr Opfer unter den eigenen jungen Leuten in Kauf zu nehmen, betonte Steinmeier. "Und wer die Rede von Präsident Putin nachgelesen hat, kann sie nicht anders als zynisch empfinden." Er baue den Westen zu einem riesigen Monster auf, in dem Nazis angeblich Russland und seine territoriale Integrität bedrohten. "Alles das, um zu begründen, dass jetzt eine Teilmobilmachung unter den jungen Leuten in Russland stattfinden soll." Die Entwicklung "muss uns beunruhigen", sagt Steinmeier.

+++ 01:57 Papst nennt Atom-Drohungen "Wahnsinn" +++
Papst Franziskus verurteilt Drohungen mit dem Einsatz von Atomwaffen im Ukraine-Konflikt scharf. Der Pontifex nennt es einen "Wahnsinn", dass "in diesem tragischen Krieg manche an Nuklearwaffen denken", wie er bei einer Generalaudienz auf dem Petersplatz sagt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche spricht über seine jüngste Reise nach Kasachstan, einem Land, das nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991 Atomwaffen abgelehnt hatte. "Das war mutig", lobt Franziskus, der seit Monaten für Frieden in der von Russland angegriffenen Ukraine betet.

+++ 01:22 Polen erwartet Flüchtlingswelle im Winter +++
Polen bereitet sich erneut auf Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine im Herbst und Winter vor. Die ukrainischen Behörden rechnen damit, dass in der kalten Jahreszeit etwa eine halbe Million Menschen von der Ostukraine in den Westteil des Landes fliehen würden, sagt Polens Vize-Innenminister Pawel Szefernaker. "Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass ein Teil dieser Menschen auch nach Polen gelangen möchte." Nach Regierungsangaben leben in Polen derzeit rund 1,3 Millionen Flüchtlinge aus dem östlichen Nachbarland.

+++ 00:50 Stoltenberg: NATO will keine Konfrontation +++
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg wirft dem russischen Präsidenten Wladimir Putin angesichts neuer Drohungen Leichtsinn vor. Putin wisse selbst, dass ein Atomkrieg niemals gekämpft werden sollte und nicht gewonnen werden könne, sagt Stoltenberg dem ZDF von New York aus. Ein Nuklearkonflikt sei gefährlich für Russland und für den Rest der Welt. Es sei nicht das erste Mal, dass Putin "nukleare Rhetorik" verwende. Das ändere aber nichts an der Pflicht des Westens, ruhig zu bleiben. Der Chef des Verteidigungsbündnisses betonte: "Die NATO will keine Konfrontation mit Russland." Die Allianz sei nicht Teil des Konfliktes.

+++ 23:43 Selenskyi verlangt Sondertribunal gegen Russland +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert wegen des russischen Angriffskriegs gegen sein Land die Einrichtung eines Sondertribunals. "Gegen die Ukraine wurde ein Verbrechen begangen, und wir verlangen gerechte Bestrafung", sagt Selenskyj in einer vor der UN-Generalversammlung ausgestrahlten Videoansprache. Neben der Einrichtung eines Sondertribunals verlangt der Präsident unter anderem, Russland das Veto-Recht im UN-Sicherheitsrat zu entziehen.

+++ 23:19 Baerbock: Putin setzt auf "Methode Angst" +++
Außenministerin Annalena Baerbock wirft Russlands Präsident Wladimir Putin angesichts dessen jüngster Eskalation im Ukraine-Krieg einen brutalen Angriff auf die Vereinten Nationen und den Weltfrieden vor. Putin führe seinen Krieg nicht nur mit Panzern, Energie und Nahrungsmitteln, sagt die Grünen-Politikerin am Rande der UN-Generalversammlung in New York. "Jetzt führt der russische Präsident seinen Krieg auch mit der Methode Angst." Die Bundesregierung lasse sich aber "nicht von Angst leiten, sondern wir lassen uns von Verantwortung leiten" - gegenüber der Friedensordnung in Europa und den Menschen in der Ukraine. Die Ministerin betont: "Deswegen werden wir unsere Unterstützung der Menschen in der Ukraine weiter fortführen und gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft dafür sorgen, dass Menschenleben in der Ukraine gerettet werden."

+++ 22:48 Macron fordert "maximalen Druck" auf Putin +++
Der französische Präsident Emmanuel Macron ruft die internationale Gemeinschaft zu "maximalem Druck" auf den russischen Staatschef Wladimir Putin auf. "Ich bedauere die Wahl von Präsident Putin zutiefst, sein Land, insbesondere die Jugend, in den Krieg hineinzutreiben", sagt Macron am Rande der UN-Generaldebatte in New York. Kreml-Chef Putin hatte wenige Stunden zuvor eine Teilmobilmachung für den russischen Angriffskrieg in der Ukraine angekündigt. Es sei notwendig, "maximalen Druck auf Präsident Putin auszuüben, damit er diesen Krieg beendet, der keinen Sinn mehr hat", so Macron. Die Entscheidungen des Kreml-Chefs liefen "dem Sinn der Geschichte, den Interessen Russlands und natürlich der internationalen Gemeinschaft" zuwider.

+++ 22:25 Münchner Sicherheitschef: beschädigter Putin mit Verzweiflungstat +++
Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, wertet die Teilmobilmachung in Russland als "Verzweiflungstat" und Indiz dafür, dass Russlands Präsident Wladimir Putin selbst bei seinen bisherigen Verbündeten den Rückhalt verliert. Beim jüngsten Gipfel des Shanghai Cooperation Council sei Putin "gedemütigt" worden, sagt Heusgen dem Fernsehsender Welt. Der chinesische Präsident Xi Jinping habe ihm klar zu verstehen gegeben, dass er große Bedenken habe. Auch sei er zum Teil von zentralasiatischen Präsidenten links liegengelassen worden. "Sein Ruf ist beschädigt und er muss jetzt irgendwie aus Verzweiflung versuchen, das Image seines Landes wieder aufzubessern." Auch die Mobilisierung werde laut Heusgen misslingen: "Die Menschen wollen nicht an dieser Front dienen. Sie wissen, in welchem schlechten Zustand die Streitkräfte sind, wie schlecht die Motivationslage ist. Und das wird eine ganz schwierige Operation sein."

+++ 22:13 Ukrainischer Oberbefehlshaber: Wir vernichten jeden, der mit Waffen in unser Land kommt +++
Der ukrainische Oberbefehlshaber Waleryj Saluschnyj gibt sich trotz der von Russland verkündeten Mobilmachung von bis zu 300.000 Reservisten siegessicher. Die Ankündigung aus Moskau belege nur die Stärke der Ukraine, schreibt er auf Facebook. "Hunderttausende Männer und Frauen schützen ihr Heimatland, ihre Häuser, ihre Kinder und die Zukunft der Ukraine." Daran ändere sich durch das Moskauer Vorgehen nichts. "Wir werden jeden vernichten, der mit Waffen in unser Land kommt - ob freiwillig oder durch Mobilisierung", droht Saluschnyj. Die ukrainische Armee wehrt nach Angaben des Generalstabs in Kiew fünf russische Angriffe ab, darunter bei Kupjansk im Gebiet Charkiw. Der Generalstab berichtet zudem von russischem Panzer- und Artilleriebeschuss an vielen Abschnitten der Front. In mehr als 30 Ortschaften sei zivile Infrastruktur beschossen worden.

+++ 21:59 Austausch Gefangener: Einige Kämpfer aus Mariupol offenbar frei +++
Am Abend soll ein Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine stattgefunden haben. Auf Twitter tauchen Fotos von ukrainischen Kämpfern auf, die sich in russischer Gefangenschaft befunden haben sollen. Es handelt sich den Angaben zufolge um Kämpfer aus Mariupol, die vor dessen vollständigem Fall, im Stahlwerk Asowstal ausharrten. Unter ihnen sollen sich unter anderem der Leiter der Polizei von Mariupol, Mychailo Werschinin, und die Ärztin Katerina Polischtschuk befinden.

+++ 21:44 USA nehmen Putins Atomwaffen-Drohung sehr ernst +++
Die USA nehmen die Drohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin Atomwaffen gegebenenfalls einzusetzen nach Angaben des Weißen Hauses "sehr ernst" und kündigen für den Ernstfall "schwere Konsequenzen" an. Für eine Atommacht sei dies eine "unverantwortliche Rhetorik", sagt John Kirby, der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus, im TV-Sender ABC. Es sei aber nicht untypisch für Putin, "wir nehmen es sehr ernst", erklärt er. Auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilt die "rücksichtslose nukleare Rhetorik" Putins. Der russische Präsident droht zuvor damit, dass Russland alle "verfügbaren Mittel" einsetzen werde, um sein Territorium zu schützen. "Diejenigen, die versuchen, uns mit Atomwaffen zu erpressen, sollten wissen, dass sich der Wind auch in ihre Richtung drehen kann".

+++ 21:25 Rund 1250 Festnahmen in 38 Städten - Russische Polizei geht brutal vor +++
Nach Angaben der Nicht-Regierungsorganisation OVP-Info steigt die Zahl der Festnahmen bei Protesten gegen die Generalmobilmachung auf 1250. Insgesamt seien Menschen in 38 Städten Russlands festgenommen worden. Die meisten von ihnen in St. Petersburg (500) und Moskau (455). Dabei gehen die Ordnungskräfte teils sehr brutal vor. In Moskau etwa zeigt ein Video eine junge Frau, die von Polizisten abtransportiert werden soll, aber bewusstlos am Boden liegt. Auch Fotos auf Gefangenentransportern zeugen von zahlreichen Wunden, die einige Menschen davongetragen haben.

Frühere Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, hek/chl/mdi/rts/AFP/dpa

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