Politik

Mutmaßliche Islamisten in Hessen 24-Jähriger wegen Terrorverdachts in U-Haft

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Vermummte Beamte einer Spezialeinheit der Polizei bringen einen terrorverdächtigen Mann zur Haftvorführung am Gericht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ihr Ziel soll gewesen sein, für den IS möglichst viele Menschen zu töten: Gleich drei mutmaßliche Islamisten nimmt die Polizei in Offenbach fest. Zwei Verdächtige sind nun wieder auf freiem Fuß, der Dritte bleibt in U-Haft. Er soll sich Chemikalien zur Herstellung von Sprengstoff beschafft haben.

Nach einer Durchsuchungsaktion wegen möglicher Anschlagspläne im Rhein-Main-Gebiet ist gegen einen 24-jährigen mutmaßlichen Islamisten aus Offenbach Haftbefehl erlassen worden. Es bestehe Fluchtgefahr, sagte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft Nadja Niesen.

Zwei mutmaßliche Komplizen des Hauptverdächtigen, die am Dienstag ebenfalls festgenommenen worden waren, kamen den Angaben zufolge wieder auf freien Fuß. Bei ihnen sei kein dringender Tatverdacht festgestellt worden, sagte die Sprecherin.
Allen drei Männern werde aber weiterhin vorgeworfen, dass sie als Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat einen religiös motivierten Anschlag verüben und dabei möglichst viele Menschen töten wollten.

Der 24-jährige Deutsche mazedonischer Abstammung soll sich Chemikalien und Geräte zur Herstellung von Sprengstoff beschafft und im Internet nach Schusswaffen gesucht haben. Ein konkretes Anschlagsziel gab es nach ersten Erkenntnissen der Ermittler jedoch nicht. Die Behörden waren den mutmaßlichen IS-Anhängern seit Ende Oktober auf der Spur.

Bereits in der Vergangenheit auffällig

Etwa 170 Beamte waren am Dienstag an den Durchsuchungen in drei Wohnungen in Offenbach beteiligt gewesen. Alle Verdächtige waren polizeibekannt; neben dem 24-Jährigen handelt es sich um zwei türkische Staatsangehörige im Alter von 22 und 21 Jahren. Der Hauptverdächtige, der in Deutschland geboren wurde, war den Behörden in der Vergangenheit wegen krimineller Aktivitäten und als Islamist aufgefallen.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, im Zuge der Ermittlungen würden nun Zeugen befragt und bei den Durchsuchungen sichergestelltes Material ausgewertet, darunter Datenträger und schriftliche Unterlagen. Der 24-Jährige wurde bei der Vorführung von vermummten und mit Maschinenpistole bewaffneten Polizisten bewacht. Familienangehörige hatten sich an einer Absperrung versammelt.

Das Oberlandesgericht in Hamburg verurteilte bereits diese Woche zwei Iraker wegen der Vorbereitung eines islamistisch motivierten Anschlags zu jeweils vier Jahren und acht Monaten Haft. Die beiden 23 Jahre alten Männer, die in Schleswig-Holstein lebten, sollen mit Schwarzpulver experimentiert haben. Sie waren bei ihrer letztlich erfolglosen Suche nach einer Waffe von einem 36-Jährigen unterstützt worden. Er wurde zu einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt.

Quelle: n-tv.de, jru/dpa