Politik

Afghanistan-Einsatz Abflug verzögert sich

Schlechtes Wetter in der Türkei verzögert den Abflug der ersten deutschen Fallschirmjäger nach Afghanistan. Das teilte Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping am Sonntag in Bonn mit. Das Vorauskommando von 70 deutschen und 30 niederländischen Soldaten werde voraussichtlich erst am Dienstagmorgen und somit 24 Stunden später als geplant vom Flughafen Köln/Bonn starten.

Die 50 Fallschirmjäger der Luftlandebrigade 31 aus Oldenburg sowie 20 Fernmelder und Sanitäter aus Regensburg waren am Sonntag zum militärischen Teil des Flughafens Köln/Wahn abgereist. In der Türkei herrsche aber ausgesprochen schlechtes Wetter, so dass wegen der nötigen Zwischenlandung in dem Land der Abflug verschoben worden sei, sagte Scharping.

Scharping wies ausdrücklich darauf hin, dass der Auftrag der internationalen Sicherheitspräsenz in Afghanistan darauf begrenzt sei, "die Sicherheit der Interimsregierung mit zu schützen". Er sei der Auffassung, dass "die Autorität dieser Interimsregierung nicht davon begründet werden kann, die muss schon selbst Autorität erwerben". Zudem sei der Einsatz auf die Hauptstadt Kabul und die unmittelbare Umgebung einschließlich des Flughafens Bagram begrenzt.

Scharping kündigte an, dass es am Montag eine erneute Führungsbesprechung im Verteidigungsministerium in Bonn vor dem endgültigen Abmarsch der Truppe geben werde. Mit wie vielen Soldaten sich die Bundeswehr letztlich an der 4.500 Mann starken UN-Schutztruppe beteiligen wird, hat Scharping noch nicht festgelegt.

Das Mandat des Bundestages erlaubt die Entsendung von maximal 1.200 deutschen Soldaten für zunächst sechs Monate. Die UN-Schutztruppe soll insgesamt 4.500 Mann stark sein.

Französische Soldaten nach Afghanistan unterwegs

Weitere 119 französische Soldaten sind auf dem Weg nach Afghanistan und werden noch heute in Bagram bei Kabul erwartet. Mit den Marine-Infanteristen, die am Sonntagabend den Flug antraten, erhöht sich die Zahl der französischen Soldaten in der internationalen Schutztruppe auf 232. Bis zum 15. Januar sollen alle 550 für die Schutztruppe vorgesehenen Franzosen in Afghanistan sein. Dies hatte Verteidigungsminister Alain Richard angekündigt.

Quelle: ntv.de