Politik

"Schwieriger Wahlkampf" AfD verfehlt eigene Europa-Ziele

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Schwierig einzuordnen: AfD-Spitzenkandidat Meuthen reagiert auf das Wahlergebnis.

(Foto: dpa)

Die AfD will bei der Europawahl genauso auftrumpfen wie bei der letzten Bundestagswahl. Das selbstgesteckte Ziel erreicht die Partei nicht. Gemeinsam mit ihren verbündeten Parteien will sie die EU trotzdem von innen heraus "reparieren".

Die AfD ist bei der Europawahl hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben, bezeichnet das Ergebnis aber dennoch als Erfolg. "Wir feiern erstmal, dass wir ganz klare Zugewinne haben", sagte Spitzenkandidat Jörg Meuthen am Abend. "Wir lassen uns aus den Parlamenten nicht mehr rauskegeln", fügte er auch mit Blick auf die Wahl in Bremen hinzu, wo die AfD wieder in die Bürgerschaft einziehen dürfte.

Meuthen hatte als Wahlziel ein Ergebnis in etwa der Höhe bei der Bundestagswahl ausgegeben, bei der 12,6 Prozent erzielt wurden. Aktuelle Hochrechnungen für die Europawahl sehen die AfD nur bei 10,5 bis 10,6 Prozent.

Parteichef Alexander Gauland verwies als Begründung auf einen "schwierigen Wahlkampf" für die AfD. Angesichts dessen sei er mit dem Ergebnis zufrieden, sagte er im ZDF. Nur wenn es am Ende nicht zweistellig ausfallen sollte, hätte er ein Problem.

Ibiza-Video und Parteispendenaffäre

Als Beispiel nannte Gauland das Ibiza-Video um den österreichischen Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Seinen Angaben zufolge musste die AfD zudem im Wahlkampf erklären, "warum wir uns in ein Parlament wählen lassen, das wir abschaffen wollen". Die AfD hatte den deutschen EU-Austritt als Möglichkeit in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Bei der AfD-Wahlparty mutmaßten einige Wahlkämpfer zudem, dass sich die Parteispenden-Affäre negativ auf das Wahlergebnis ausgewirkt habe.

Als Ziel für die kommende europäische Legislaturperiode gab Meuthen aus, die EU auf ihre "Kernaufgaben zu reduzieren." "Wir gehen nach Brüssel, um die EU zu reparieren", sagte der AfD-Spitzenkandidat. Seine Partei habe in Brüssel jetzt eine "bärenstarke Gruppe". Die Partei will im Europaparlament mit anderen rechten Parteien wie der FPÖ, der italienischen Lega und dem französischen Rassemblement National zusammenarbeiten.

Meuthen war bislang der einzige Europaabgeordnete der AfD. 2014 hatte die Partei 7,1 Prozent und sieben Mandate erzielt, nach der Spaltung der AfD blieb nur Meuthen übrig.

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Quelle: n-tv.de, chr/dpa/AFP

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