Politik

Von Abfaltersbach bis Zwölfaxing So hat Österreich gewählt

Am Tag nach der Nationalratswahl blickt die Alpenrepublik gebannt auf das Ergebnis: Obwohl die Auszählung der Briefwahl noch andauert, kann sich Ex-Kanzler Kurz bereits als eindeutiger Wahlsieger feiern. Wie schnitten die Parteien in den Gemeinden zwischen Vorarlberg und Burgenland ab?

Die Neuwahlen nach der Ibiza-Affäre bescheren Österreich keinen größeren Richtungswechsel: Mit dem klaren Wahlsieg der Konservativen kann sich ÖVP-Chef Sebastian Kurz auf eine zweite Amtszeit als österreichischer Kanzler vorbereiten. Wer mit der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) regieren wird, ist allerdings noch unklar.

Kurz braucht trotz Stimmengewinnen bei der Nationalratswahl einen Juniorpartner, um in der Abgeordnetenkammer des österreichischen Parlaments eine tragfähige Regierungsmehrheit zu bilden.

Mit einem raschen Abschluss der anstehenden Koalitionsverhandlungen rechnet der Ex-Kanzler nicht. "Letztes Mal waren wir sehr schnell. Ich fürchte, dass es diesmal etwas herausfordernder werden könnte", sagte Kurz am Morgen nach dem Wahltag in einem Radio-Interview mit dem Österreichischen Rundfunk (ORF).

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2017 hatte sich die ÖVP nach rund zwei Monaten mit der rechtspopulistischen FPÖ auf ein Bündnis geeinigt. Die rechts-konservative Regierung platzte jedoch nach eineinhalb Jahren nach der sogenannten Ibiza-Affäre der FPÖ.

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Welche Rückschlüsse er aus dem Wahlergebnis auf den möglichen künftigen Regierungspartner ziehe, wollte Kurz nicht sagen. "Ich glaube, die Österreicher kennen meine Positionen von der Migrations- über die Standortpolitik bis hin zu europäischen Fragen", sagte er. Er wolle nun versuchen festzustellen, mit welchen Parteien es eine gute Schnittmenge gebe und die Bildung einer stabilen Mehrheit möglich sei.

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Kurz blickt nach Deutschland

Als größte Herausforderung für die künftige Regierung nannte Kurz die Sicherstellung eines guten Wirtschaftswachstums. "Wir erleben in Deutschland gerade eine sehr negative wirtschaftliche Entwicklung, wir haben den Brexit immer noch nicht gelöst und wir haben Spannungen in den Handelsbeziehungen mit den USA", sagte Kurz. Er wolle alles tun, dass die Arbeitslosigkeit in Österreich nicht wieder steige.

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Die ÖVP hatte die Nationalratswahl am Sonntag laut vorläufigem amtlichen Endergebnis mit gut 37 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Die sozialdemokratische SPÖ musste hohe Einbußen hinnehmen und fiel auf 21,7 Prozent. Noch nie war der Abstand zwischen dem Erst- und Zweitplatziertem in Österreich so hoch. Abgestürzt ist auch die rechtspopulistische FPÖ, die nach dem Video-Skandal um ihren früheren Parteichef Heinz-Christian Strache zehn Prozentpunkte auf 16,1 Prozent verlor.

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Grüne Wahlgewinner hinter Kurz

Wahlgewinner neben der ÖVP sind die Grünen, die gut zehn Prozentpunkte auf 14 Prozent zulegten und damit den Wiedereinzug ins Parlament schafften. Die Wahlbeteiligung lag vorläufigen Angaben zufolge bei 60,6 Prozent. Da die Auszählung der Briefwahlstimmen noch andauert, ist erst in einigen Tagen mit endgültigen Daten zu errechnen.

Insgesamt haben fast eine Million der rund 6,4 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme per Wahlkarte abgegeben. Auf Basis von Hochrechnungen wird die landesweite Wahlbeteiligung bei der Nationalratswahl auf rund 75 Prozent geschätzt. Das wären rund fünf Prozentpunkte unter der Wahlbeteiligung bei der vorausgegangenen Parlamentswahl 2017.

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Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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