Politik

Neue Zahlen zum Familiennachzug Angehörige kommen aus sechs Ländern

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Ihre Familien geben Flüchtlingen Halt, sagen die Befürworter des Nachzugs. Die Gegner wollen die Zuwanderung weitestmöglich begrenzen.

(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

Der Familiennachzug von Flüchtlingen führt immer wieder zu Diskussionen. Nun wirft das Auswärtige Amt eine Zahl in die Debatte. Die meisten Nachzügler kommen demnach aus sechs Ländern.

Über den Familiennachzug sind aus den wichtigsten Herkunftsstaaten von Flüchtlingen im vergangenen Jahr rund 54.000 Menschen nach Deutschland gekommen. Wie aus dem Auswärtigen Amt verlautete, wurde diese Gesamtzahl für Angehörige von Menschen aus Eritrea, Syrien, Irak, Iran, Jemen und Afghanistan erhoben.

Die meisten von ihnen kamen über den sogenannten privilegierten Familiennachzug nach Deutschland. Das bedeutet, dass sie nicht nachweisen mussten, dass sie für Wohnraum und Unterhalt der Angehörigen selbst aufkommen können. Einige der Angehörigen kamen aber auch über den normalen Familiennachzug, für den dieser Nachweis erforderlich ist - etwa wenn ein Iraner, der schon lange in Deutschland lebt und arbeitet, eine Frau aus der alten Heimat geheiratet hat.

Für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus (sogenannter subsidiärer Schutz) war der Familiennachzug seit März 2016 ausgesetzt. Ab August dürfen auch diese Flüchtlinge wieder Angehörige zu sich holen. Allerdings sollen pro Monat nur 1000 Menschen kommen dürfen. Wer zu diesem Kontingent gehört, wird aufgrund von Kriterien wie Kindeswohl, Dauer der Trennung, Krankheit und Integrationschancen entschieden.

Wie viele Menschen aus dieser Gruppe Anträge stellen werden, ist noch unklar. Zwar haben die deutschen Botschaften und Konsulate bereits rund 34.000 Terminanfragen von Angehörigen registriert, die zu Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutz nachziehen wollen. Allerdings weiß noch niemand, wie viele dieser Menschen aufgrund der langen Wartezeit ihre Lebensplanung bereits geändert haben. Bekannt ist beispielsweise, dass einige Syrer zurück in Konfliktregionen oder in die Türkei gereist sind, weil sie ihre Familienmitglieder nicht zu sich holen konnten.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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