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Auschwitz-Buchhalter vor Gericht Anklage fordert dreieinhalb Jahre Haft

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Gröning zählte in Auschwitz das Geld der Juden.

(Foto: dpa)

Wie schuldig machte sich der Buchhalter von Auschwitz? Der ehemalige SS-Mann Gröning räumt im Auschwitz-Prozess zwar eine moralische Mitschuld ein. Doch die Anklage sieht auch eine juristische Schuld und möchte den 94-Jährigen im Gefängnis sehen.

Im Prozess gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning vor dem Landgericht Lüneburg hat die Staatsanwaltschaft dreieinhalb Jahre Haft gefordert. Der 94-Jährige solle wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 300.000 Fällen schuldig gesprochen werden, hieß es im Plädoyer der Anklage.

Weil die Justiz schon vor Jahrzehnten gegen Gröning hätte vorgehen können, sollten wegen der Verzögerung in der Strafverfolgung bis zu 22 Monate der Haft als bereits verbüßt betrachtet werden. Gegen Gröning waren bereits 1977 Ermittlungen eingeleitet worden, sie wurden aber wieder eingestellt.

Gröning, dessen Gesundheitszustand sich zuletzt zusehends verschlechterte, hatte zu Beginn des international beachteten Prozesses im April eingeräumt, in Auschwitz Geld aus dem Gepäck von Juden genommen und an die SS in Berlin weitergeleitet zu haben. Er übernahm eine moralische Mitschuld. Zahlreiche Auschwitz-Überlebende treten in dem Verfahren als Nebenkläger auf.

In dem Vernichtungslager Auschwitz haben die Deutschen während des Zweiten Weltkriegs rund 1,1 Millionen Menschen ermordet, die meisten von ihnen waren Juden. Nur gegen wenige Aufseher wurde in Deutschland ermittelt. Das Lager wurde Ende Januar 1945 von sowjetischen Soldaten befreit.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa

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