Politik

Berufung um US-Auslieferung Assange zeigt sich bei Anhörung in London

210e6d527a5364fddbbc8f9e21c4cdbd.jpg

Die Gerichtszeichnung zeigt Assange bei der Anhörung in London.

(Foto: dpa)

Seit mehr als zwei Jahren sitzt Julian Assange in einem britischen Gefängnis. Der Gesundheitszustand des Wikileaks-Gründers gilt als äußerst schlecht. Nun wird er bei einer Anhörung per Video dazugeschaltet. Es geht erneut um den Auslieferungsantrag der USA.

Erstmals seit mehr als einem halben Jahr ist der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, bei einer öffentlichen Anhörung in London vor Gericht erschienen. Der 50-Jährige wurde per Videoschalte aus dem Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh im Südosten der britischen Hauptstadt zugeschaltet, wo er seit mehr als zwei Jahren sitzt. Er trug langes, zurückgekämmtes Haar, eine Brille und ein locker sitzendes Hemd. Von seinem Kragen hingen die Enden einer Krawatte lose herunter.

ee6889df34ae2238947bd360a22e0a75.jpg

Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich Demonstranten und forderten die Freilassung Assanges.

(Foto: REUTERS)

Im Mittelpunkt der Anhörung stand der Umfang des Berufungsverfahrens über den im Januar abgelehnten Auslieferungsantrag der USA. Vor dem Gerichtsgebäude des Londoner High Courts versammelten sich unterdessen Dutzende Unterstützer des Australiers, die mit Sprechchören wie "Free Julian Assange" seine sofortige Freilassung forderten.

Die US-Justiz will Assange in den Vereinigten Staaten wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen. Eine Richterin in London hatte das Auslieferungsbegehren jedoch mit Hinblick auf dessen angegriffene psychische Gesundheit und die zu erwartenden Haftbedingungen in den USA abgelehnt. Dagegen legte die US-Staatsanwaltschaft Berufung ein. Über den Umfang dieses Berufungsverfahrens, das zumindest in Teilen bereits zugelassen wurde, soll nun entschieden werden.

"Glaubwürdigkeit der USA" steht auf dem Spiel

Mehr zum Thema

"Es ist absolut klar, dass die US-Regierung die Vorwürfe fallen lassen sollte. Die Biden-Regierung kann nicht die Pressefreiheit verteidigen und gleichzeitig diesen Fall weiterführen", sagte Assanges Partnerin Stella Moris der britischen Nachrichtenagentur PA. Der Geschäftsführer der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr, sagte: "Am Ende ist das auch für die Glaubwürdigkeit der USA entscheidend." Diese hätten schließlich angekündigt, auf die Weltbühne zurückzukehren.

Assange hatte zuvor jahrelang in der Botschaft Ecuadors in London gelebt. 2019 entzog ihm das südamerikanische Land jedoch den Schutz und überließ ihn den britischen Behörden. Inzwischen hat er auch die ecuadorianische Staatsbürgerschaft wieder verloren.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen