Politik

RTL/n-tv Trendbarometer Aufschwung für neue SPD-Spitze bleibt aus

imago95618735h.jpg

88 Prozent der Arbeiter würden nicht die SPD wählen. Das neue Duo Walter-Borjans und Esken konnte das Ruder bisher nicht rumreißen.

(Foto: imago images/IPON)

War nicht gerade erst der SPD-Parteitag? Und sind die Sozialdemokraten nicht mit forscher Parteispitze in eine neue Zeit unterwegs? Laut RTL/n-tv Trendbarometer bleibt im Parteiengefüge alles beim Alten. Der frische Wind von links kommt bei den Bürgern nicht an.

Der SPD-Parteitag mit der Wahl einer neuen Parteispitze und der Festlegung auf einen "Linksschwenk" hat den Sozialdemokraten keinen spürbaren Aufschwung verschafft. Im RTL/n-tv-Trendbarometer legt die SPD um einen Prozentpunkt zu auf 12 Prozent, kann aber die Verluste der Vorwoche (minus 3 Prozentpunkte) nicht ausgleichen und liegt weiterhin hinter der AfD auf dem vierten Platz.

Die Linke gewinnt gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt, FDP und AfD verlieren je einen Prozentpunkt. Für die Union und die Grünen bleiben die Werte unverändert. Schwarz-Grün könnte mit zusammen 50 Prozent weiterhin eine Regierung bilden, bei Rot-Grün-Rot (zusammen 43 Prozent) würde es nicht reichen.

*Datenschutz

Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, könnten die Parteien derzeit mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 28 Prozent (Wahlergebnis 2017: 32,9 Prozent), SPD 12 Prozent (20,5 Prozent), FDP 8 Prozent (10,7 Prozent), Grüne 22 Prozent (8,9 Prozent), Linke 9 Prozent (9,2 Prozent), AfD 13 Prozent (12,6 Prozent). 8 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2 Prozent). 22 Prozent aller Wahlberechtigten sind derzeit unentschlossen oder würden nicht wählen (Nichtwähler 2017: 23,8 Prozent).

Auch ihre frühere Stammwählerschaft kann die SPD derzeit nicht mobilisieren. Im aktuellen RTL/n-tv-Trendbarometer würden momentan 12 Prozent der Arbeiter sozialdemokratisch wählen. In der Woche vor dem Parteitag waren es 13 Prozent. Wie in der Vorwoche trauen 3 Prozent der Deutschen insgesamt der SPD zu, mit den Problemen in Deutschland "am besten fertig zu werden". Der CDU/CSU trauen das 19, den Grünen 12 Prozent zu. 56 Prozent setzen ihr Vertrauen in gar keine Partei.

"Wieder einmal bestätigt sich die in der Wahlgeschichte der Bundesrepublik seit jeher zu beobachtende Tatsache, dass die SPD mit einer überwiegend an ideologischen Dogmen orientierten Politik wenig Vertrauen bei den Wählern gewinnen kann", kommentierte Forsa-Chef Manfred Güllner die Entwicklung. "Zudem hat auch die Unterhauswahl in Großbritannien gezeigt, dass sozialdemokratische Parteien mit einer ideologischen Linkspolitik und einer schwachen Parteispitze Wahlen verlieren."

Die anhaltend guten Werte der Grünen zeigten hingegen, so Güllner, dass mit einem "pragmatisch-rationalen Politikstil" auch bisherige Wähler anderer Parteien gewonnen werden können. So wolle auch nach dem SPD-Parteitag fast die Hälfte der seit 2017 abgewanderten SPD-Wähler die Grünen wählen.

Quelle: ntv.de, mmo/mau