Politik

"Ausschaltung der Terroristen"Israel beginnt "gezielten Bodeneinsatz" im Südlibanon

16.03.2026, 09:58 Uhr
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In den vergangenen Tagen führte Israel gezielte Luftangriffe auf den Libanon aus. Auch diese Brücke neben einem Armeekontrollpunkt in Zrarieh, die den Süden des Landes mit dem Norden verbindet, wurde zerstört. (Foto: picture alliance / SIPA)

Im Krieg im Nahen Osten unterstützt die libanesische Hisbollah den Iran. Die israelische Armee führt nun nach eigenen Angaben eine lokal begrenzte Bodenoffensive gegen die Miliz im Süden des Libanons aus. Dem gehen Luftangriffe voraus.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen "begrenzten und gezielten Bodeneinsatz" gegen die Hisbollah-Miliz im Südlibanon begonnen. "In den vergangenen Tagen haben Truppen der israelischen Streitkräfte der 91. Division einen begrenzten und gezielten Bodeneinsatz gegen wichtige Stellungen der Hisbollah im Südlibanon eingeleitet, um den Vorwärtsverteidigungsbereich zu stärken", erklärte das Militär.

Das Vorgehen sei "umfassender Verteidigungsbemühungen zum Aufbau und zur Stärkung einer vorwärtsgerichteten Verteidigungsposition", hieß es weiter seitens der israelischen Streitkräfte. Hierzu gehörten "auch die Zerschlagung terroristischer Infrastruktureinrichtungen und die Ausschaltung der in diesem Gebiet operierenden Terroristen", um "Bedrohungen zu beseitigen und den Bewohnern Nordisraels zusätzliche Sicherheit zu bieten". Vor dem Einmarsch der Bodentruppen hätten Luftwaffe und Artillerie "Angriffe gegen zahlreiche terroristische Ziele" ausgeführt, um "die Bedrohungen im Einsatzgebiet zu verringern".

Die Armee sei nun in Gebieten im Einsatz, in denen sie zuvor nicht gewesen sei, sagte der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani. In diesen Gegenden stelle die Hisbollah eine Bedrohung für Israels Zivilbevölkerung dar. Um welche Orte es sich genau handle, wollte er nicht mitteilen. Ob Israels Armee diese neuen Gebiete halten werde, wird laut dem Sprecher erst noch festgelegt. Die Entscheidung hänge von der weiteren Planung und dem weiteren Verlauf ab. 

Israelischer Vorstoß Anfang März

Die vom Iran finanzierte Hisbollah hatte nach Beginn des Krieges im Nahen Osten Ende Februar den Norden Israels unter Beschuss genommen. Seither nimmt die israelische Armee Ziele im Libanon ins Visier, insbesondere in Gebieten, die als Hisbollah-Hochburgen gelten. Dazu zählen der Süden des Landes, die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut und die ostlibanesische Bekaa-Ebene.

Vor fast zwei Wochen drangen israelische Bodentruppen bereits in eine Grenzregion im Südlibanon vor. Nach Angaben eines libanesischen Armeevertreters rückten die israelischen Bodentruppen in der Region von Kfar Kila und dem Chiam-Tal vor. UN-Kreisen zufolge rückte die israelische Armee in mehrere libanesische Dörfer ein, darunter Chiam. Die Ortschaft liegt etwa fünf Kilometer von der israelischen Grenze entfernt.

Nach jüngsten Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei im Libanon insgesamt 850 Menschen getötet und mehr als 2100 weitere verletzt. Bereits während des Gaza-Kriegs nach dem Hamas-Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte die Hisbollah den Norden Israels unter Beschuss genommen. Daraufhin verließen 60.000 Menschen infolge einer Evakuierungsaufforderung der Behörden ihre Häuser. Israel hat zugesichert, solche Evakuierungen diesmal vermeiden zu wollen. 

Quelle: ntv.de, lar/AFP/dpa

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