Linke ist "keine Bedrohung"Bartsch hält Brandmauer-Debatte für "völlig daneben"

Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin wächst die Debatte über eine Zusammenarbeit mit SPD und Grünen. Dietmar Bartsch weist Warnungen vor seiner Partei zurück – und wehrt sich gegen jede Gleichsetzung mit der AfD.
Der ehemalige Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, weist Warnungen vor einer Regierungsbeteiligung seiner Partei in Berlin zurück. "Ich teile das logischerweise überhaupt nicht", sagte er in der ntv-Sendung "Blome & Pfeffer". Die Kritik an den Plänen der Linken zum Verfassungsschutz und zur Vergesellschaftung von Wohnraum werde bemüht, "um zu verhindern, dass die Linke mit Elif Eralp hier die Regierende Bürgermeisterin stellt". Bartsch betonte: "Und ich finde, das ist keine Bedrohung. Das ist eine Chance für die Stadt."
Auch die Debatte über Antisemitismus und mögliche Verbindungen zu radikalen Strukturen müsse die Linke ernst nehmen, sagte Bartsch. "Ich habe ja manche Bilder gesehen, die ich inakzeptabel finde. Manche Videos, die ich inakzeptabel finde, ohne Wenn und Aber." Zugleich sagte er mit Blick auf die Verantwortlichen seiner Partei: "Es gibt niemand, der in Verantwortung bei uns ist, der in irgendeiner Weise verdächtig wäre."
Bartsch wehrte sich zudem gegen einen Vergleich der Linken mit der AfD und eine Brandmauer zu seiner Partei. Moderator und ntv-Politikchef Nikolaus Blome hatte gefragt, ob es neben der AfD auch eine Brandmauer zu "dieser Linke in Berlin" brauche. Diese Ansicht teile er "logischerweise überhaupt nicht". Das sei aus seiner Sicht "völlig daneben". Bartsch kritisierte zugleich Pläne für eine Regierung aus Union, SPD und Grünen in Berlin. Es sei falsch, dass Parteien, "die richtig verloren haben", gemeinsam mit einem "Hilfsmotor der Grünen" regieren sollten. Die Argumente gegen die Linke würden vor allem genutzt, "um zu verhindern, dass die Linke mit Elif Eralp die Regierende Bürgermeisterin stellt".
Zugleich verwies Bartsch auf die Regierungsbeteiligung der Linken in anderen Ländern: "Bodo Ramelow war Ministerpräsident. Der hat einen Verfassungsschutzpräsidenten eingesetzt, der im Übrigen unter einem CDU-Ministerpräsidenten jetzt weiter im Amt ist." Bei der Vergesellschaftung von Wohnraum verwies er auf einen Berliner Volksentscheid: "60 Prozent in Berlin haben bei einem Volksentscheid entschieden."
Die ntv Sendung "Blome & Pfeffer" wird am Montag, 28. September 2026 um 20.15 Uhr und 23.30 Uhr auf ntv ausgestrahlt.