Politik

Grüne als "Trump-Vorhut" Bartsch reagiert scharf auf Habeck-Kritik

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"In der Debatte um Nord Stream 2 bin ich in vollständiger Übereinstimmung mit dem Kurs von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig", sagt Dietmar Bartsch.

(Foto: dpa)

Dass die Linke in Sachen Giftanschlag auf den russischen Oppositionspolitiker Nawalny offen über die tatsächliche Schuld des Kremls spekuliert, stößt Grünen-Chef Habeck sauer auf. Er spricht sogar von "Verschwörungstheorien". Linkenfraktionschef Bartsch lässt das nicht auf sich sitzen.

Der Co-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat die Kritik von Grünen-Chef Robert Habeck an der Linkspartei in der Diskussion um einen Baustopp des Pipeline-Projekts Nord Stream 2 scharf zurückgewiesen. "In der Debatte um Nord Stream 2 bin ich in vollständiger Übereinstimmung mit dem Kurs von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Das Verbrechen an Nawalny und die Energieversorgung muss man trennen. Teile der Grünen positionieren sich immer mehr als energiepolitische Vorhut der Trump-Administration", sagte Bartsch dem Hauptstadtstudio von ntv.

Der 62-Jährige erklärte weiter mit Blick auf ein mögliches linkes Regierungsbündnis nach der nächsten Bundestagswahl: "In der Energiepolitik gibt es ein schwarz-grünes Schattenkabinett mit Habeck, Merz und Röttgen. Habecks unfaire Angriffe auf die Linke weise ich entschieden zurück. Einem potenziellen Partner in diesen Zeiten 'Verschwörungstheorien' zu unterstellen, ist unterste Schublade. Dann bitte die klare Aussage mit Herrn Söder ja, mit der Linken nein."

Grünen-Chef Robert Habeck hatte am Vormittag in der Sendung "Frühstart" von ntv die Äußerungen von Teilen der Linken im Fall Alexej Nawalny kritisiert. "Was die Linke macht, ist unterirdisch. Das geht ja in Richtung Verschwörungstheorien, muss man sagen."

Mehrere Politiker der Linken, darunter auch Außenexperte Gregor Gysi, hatten sich an Spekulationen über die Vergiftung Nawalnys beteiligt und infrage gestellt, ob wirklich Russland dahinterstecke. "Die können ja außenpolitisch sagen, dass man immer im Gespräch bleiben muss, da bin ich auch voll dafür, aber an der Stelle muss es eine klare Kante geben und die sollte sie auch ziehen", sagte Habeck.

Quelle: ntv.de, mhe