Politik

Keine sensiblen Daten betroffenBerlin braucht noch Tage für Bewältigung des Hacker-Angriffs

19.08.2026, 20:50 Uhr
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Kai-Wegner-l-CDU-Regierender-Buergermeister-von-Berlin-und-Florian-Hauer-Chief-Digital-Officer-CDO-und-Staatssekretaer-fuer-Digitalisierung-und-Verwaltungsmodernisierung-unterhalten-sich-bei-einer-Pressekonferenz-im-Roten-Rathaus-zum-Hackerangriff-auf-Teile-der-Berliner-Verwaltung
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und sein zuständiger Staatssekretär Florian Hauer. (Foto: picture alliance/dpa)

Über den Hintergrund halten sich die Behörden noch bedeckt. Doch inzwischen ist sicher, dass Hacker in die Systeme von zwei Berliner Senatsverwaltungen eingedrungen sind. Bis alles wieder reibungslos funktioniert, vergehen noch Tage.

Bei dem Hacker-Angriff auf den Berliner Senat sind nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner keine sensiblen Daten abgeflossen. "Das ist der jetzige Kenntnisstand, den ich habe", sagte er. Es werde aber noch einige Tage dauern, bis die abgekoppelten Senatsbereiche wieder an das Netz angeschlossen würden. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die beiden Verwaltungen schnellstmöglich wieder ans Netz zu bekommen. Aber es wird noch einige Tage dauern", sagte der CDU-Politiker. Laut Senat hilft auch eine große US-Sicherheitsfirma bei der Bewältigung der Cyber-Attacke. 

Wegner nahm die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Umwelt, Klimaschutz, Mobilität und Verkehr in Schutz. "Das Landesnetz Berlin wurde angegriffen, nicht einzelne Senatsverwaltungen", sagte Wegner. Auf Berlin gebe es täglich zahlreiche Cyberattacken, "von innen wie von außen". Die allermeisten würden abgewehrt. Infolge des Hacker-Angriffs sind die beiden betroffenen Senatsverwaltungen vom Internet abgeschnitten und können keine Mails nach außen versenden. Homeoffice ist nicht möglich. Laut Senatskanzlei sind die Verwaltungen aber arbeitsfähig. 

Allerdings wirken sich die Probleme auch auf Bereiche aus, die an die Senatsverwaltungen angeschlossen sind. So ist derzeit unter anderem die Auszahlung des Wohngelds an mehr als 50.000 berechtigte Haushalte in Berlin nicht möglich. Die Senatsverwaltung arbeite intensiv daran, die Auszahlung sicherzustellen, betonte Wegner. 

Laut dem Regierenden Bürgermeister war der Täter im System. Er hätte die Möglichkeit gehabt, größere Schäden anzurichten - doch die Sicherheitsmaßnahmen hätten schnell gegriffen. Florian Hauer, Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung, sprach davon, dass man den Angriff sehr ernst nehme, auch wegen der Professionalität der Cyber-Attacke. Es seien nach bisherigem Stand der Untersuchung nur Daten abgeflossen, die auch öffentlich zugänglich seien. Aus ermittlungstechnischen Gründen wurden keine weiteren Einzelheiten genannt. Man untersuche, ob man die Täter fassen könne, sagte Wegner. Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft ermitteln und sind den Angaben zufolge mit den Sicherheitsbehörden des Bundes in "engem Austausch", darunter dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Innensenatorin Iris Spranger betonte, dass die Landtagswahl am 20. September nicht gefährdet sei. Es habe nur für eine sehr kurze Zeit eine Unterbrechung bei der Beantragung von Briefwahlunterlagen gegeben. Seit dem Morgen sei dies aber wieder möglich, zudem gebe es andere Wege, die Unterlagen zu beantragen. Der Vorfall sei also kein Anfechtungsgrund für die Wahl. "Nach jetzigem Stand sind die IT-Systeme, die für die Wahlen benötigt werden, nicht betroffen", sagte sie.

Der Cyberangriff hatte vergangene Woche stattgefunden. Am Montag hatte der Berliner Senat dann die beiden Senatsverwaltungen vom Netz abgekoppelt, um eine mögliche Ausbreitung von Schadsoftware zu verhindern. Die Besorgnis der Sicherheitsbehörden war auch deshalb groß, weil vor der Landtagswahl am 20. September hybride Angriffe etwa aus Russland erwartet werden.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa/AFP

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