Politik

Gesundheit als Wirtschaftsfaktor Berlin erhofft sich Milliarden

In der deutschen Gesundheitswirtschaft arbeiten derzeit 4,6 Millionen Menschen, das sind 11,5 Prozent aller Arbeitsplätze. Mit über 260 Milliarden Euro Umsatz stellt sie einen der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Und die Tendenz ist deutlich positiv.

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Merkel und Rösler auf dem Zukunftkongress der Gesundheitswirtschaft.

(Foto: apn)

Die Bundesregierung setzt beim wirtschaftlichen Aufschwung verstärkt auf die Gesundheitsbranche. Der Anteil dieser Branche am Bruttoinlandsprodukt könne von zehn Prozent in 2005 auf 13 Prozent im Jahr 2020 steigen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Kongress zur Zukunft der Zukunftswirtschaft in Berlin. Besonders der deutsche Export könne von der Entwicklung profitieren. Sie verwies darauf, dass die Gesundheitswirtschaft eine sehr forschungsintensive Branche sei. Die Bundesregierung wolle Bildung und Forschung in Deutschland besonders fördern.

Gesundheit als Jobmotor

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) verwies darauf, dass in der deutschen Gesundheitswirtschaft bereits rund 4,6 Millionen Menschen in den unterschiedlichsten Berufen tätig seien. Das entspreche 11,5 Prozent aller Beschäftigten. Mit über 260 Milliarden Euro Umsatz sei die Gesundheitswirtschaft einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. "Die Gesundheitswirtschaft wird weiter wachsen und als Jobmotor noch wichtiger", sagte der Gesundheitsminister.

Mehr Tempo bei der Gesundheitskarte

Die Kazlerin erinnert bei der Veranstaltung an die schleppend verlaufende Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Sie habe vernommen, dass Rösler die Karte nun auf "das Wesentliche" und damit "auf das Minimale" beschränken wolle. Deutschland drohe, "etwas zu langsam zu werden in diesem Bereich". Unter Bezug auf eine Vereinbarung von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken, wonach die Karte zunächst nur drei Funktionen erfüllen solle, sagte Merkel: "Wer sich drei Nummern merken kann, schafft es vielleicht auch noch mit einer vierten."

Mit der Arbeit an der e-Card wurde schon vor mehr als fünf Jahren begonnen. Röslers FDP steht der Gesundheitskarte unter anderem aus Datenschutzgründen skeptisch gegenüber.

Werbung in eigener Sache

Rösler warb auf der Veranstaltung indirekt für die von ihm vorgeschlagene Kopfpauschale. Der Sozialausgleich innerhalb des Gesundheitswesens lasse sich gerechter über Steuern als über Beiträge finanzieren, weil dadurch alle Steuerzahler einbezogen würden.

Die Koalition plant, einen Teil des Arbeitnehmerbeitrages als Kopfpauschale zu erheben, die unabhängig vom Einkommen für alle Versicherten gleich ist. Um Geringverdiener nicht übermäßig zu belasten, soll es für sie einen steuerfinanzierten Zuschuss als Sozialausgleich geben. Im bisherigen System besteht der Sozialausgleich darin, dass die Arbeitnehmerbeiträge zwar komplett nach Einkommen gestaffelt sind, die Kassen aber trotzdem die gleiche Leistung für alle Versicherten erbringen.

Quelle: n-tv.de, AFP

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