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Schroffe Absage aus Rom Berlin und Paris ringen um EU-Seenotrettung

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Geschachere um Seenotrettung im Mittelmehr: Italiens Vize-Premier Salvini glänzt in Paris durch Abwesenheit.

(Foto: imago images / Independent Photo Agency Int.)

Die Seenotrettung im Mittelmeer sorgt weiter für Zwist: Berlin und Paris preschen mit einem EU-Plan zur Verteilung von Flüchtlingen vor und kassieren dafür Absagen aus Rom. Lega-Chef Salvini präsentiert einen Gegenplan und schwänzt die Verhandlungsrunde. Außenminister Maas zeigt sich trotzdem zuversichtlich.

Trotz einer klaren Absage aus Rom sieht Bundesaußenminister Heiko Maas Fortschritte bei der geplanten Flüchtlings-Umverteilung in der EU. "Ich bin zuversichtlich, dass wir in den kommenden Wochen eine Lösung finden werden", sagte der SPD-Politiker nach einem Treffen mit Vertretern der EU-Länder in Paris. "Das Geschachere um die Seenotrettung im Mittelmeer muss endlich ein Ende haben."

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Kein Durchbruch aber Fortschritte: Außenminister Maas in Paris.

(Foto: imago images / photothek)

Frankreich hofft auf einen Kompromiss bis September. Italien kündigte weiteren Widerstand an. Innenminister Matteo Salvini von der rechtsnationalen Lega-Partei erklärte auf Twitter, sein Land sei "nicht mehr länger das Flüchtlingslager für Brüssel, Paris oder Berlin".

Bei den Beratungen der europäischen Außen- sowie der Innenminister in Paris ging es erneut um einen Verteilmechanismus für Flüchtlinge, die aus Seenot im Mittelmeer gerettet werden. Maas warb dabei um "eine Koalition der Hilfsbereiten", die auch Frankreich unterstützt. Dafür gebe es positive Signale aus einigen Staaten, sagte er. Um welche Länder es sich handelt, ließ der SPD-Politiker offen. Die EU-Staaten seien zwar noch nicht am Ziel, aber "weiter als wir bisher jemals waren", betonte Maas.

Basta mit Entscheidungen aus Paris und Berlin

Der italienische Innenminister Salvini nahm an dem Pariser Treffen nicht teil. Die Regierung in Rom weigert sich, Rettungsschiffe in ihre Häfen zu lassen. Gemeinsam mit Malta hatte Italien vergangenen Donnerstag bei einem Treffen der EU-Innenminister in Helsinki auch einen deutsch-französischen Kompromissvorschlag für eine Übergangslösung abgelehnt. Er sah vor, dass beide Länder ihre Häfen öffnen und ankommende Migranten dann zeitlich befristet auf andere Länder verteilt werden.

Dagegen sperrt sich Salvini weiterhin, wie er vor dem Pariser Treffen deutlich machte. "Es reicht mit den Entscheidungen, die nur in Paris und in Berlin getroffen werden", schrieb er auf seiner Facebookseite. "Italien ist nicht mehr bereit, alle Einwanderer, die in Europa ankommen, zu akzeptieren."

Italien und Malta haben ein Papier vorgelegt, das stattdessen Einrichtungen in den Nachbarregionen der Herkunftsländer von Migranten vorsieht. Dort soll die Identität der Ausreisewilligen zunächst überprüft werden. Dieser Vorschlag solle als Ausgangspunkt für eine "ganz neue Diskussion" über die EU-Einwanderungspolitik dienen, forderte Salvini.

Frankreich glaubt an Einigung bis September

Aus der französischen Regierung hieß es, bis September könne eine Einigung mit "zwölf bis 15" Ländern gefunden werden, um "mehr Humanität" bei der Ankunft von Migranten an der Mittelmeer-Küste zu zeigen. Mit der Koalition aufnahmewilliger Staaten wollen Deutschland und Frankreich verhindern, dass Schiffe zur Seenotrettung lange vor europäischen Häfen liegen müssen, bevor sie anlegen dürfen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron trifft in Paris mit UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi und dem Leiter der Internationalen Organisation für Migration (IOM), António Vitorino, zusammen.

Die Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen wollen ungeachtet des Streits in der EU die Seenotrettung auf dem Mittelmeer wieder aufnehmen. Das neue Rettungsschiff "Ocean Viking" soll dort Ende des Monats einsatzbereit sein, wie beide Organisationen am Wochenende ankündigten. Sie hatten auf Druck Italiens ihre Aktivitäten mit dem Schiff "Aquarius" Ende 2018 vorerst eingestellt.

Aufgrund der Untätigkeit der Europäischen Union müsse nun die Zivilgesellschaft Leben auf hoher See retten, kritisierte Sophie Beau von SOS Méditerranée in Paris. "Es ist absolut inakzeptabel, die Menschen vor den Häfen Europas sterben zu lassen", sagte sie.

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Quelle: n-tv.de, mau/AFP/dpa

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