Politik

"Wenn Polen dies wünscht" Berlin will Warschau bei Sicherung von Luftraum helfen

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Der Himmel über Ostpolen nach den Explosionen am Dienstag.

(Foto: VIA REUTERS)

Kurz nach den tödlichen Raketentreffern stellt der polnische Generalstab klar: "Keine Armee verfügt über ein Luftabwehrsystem, das das gesamte Territorium eines Landes schützt." Doch angesichts der Gefahren bietet Berlin dem Land nun Hilfe bei der Sicherung des Luftraums an.

Nach dem Einschlag einer Rakete in Polen nahe der ukrainischen Grenze bietet Deutschland dem Nachbarland Unterstützung bei der Sicherung seines Luftraums an. Deutsche Eurofighter könnten dazu "bereits ab morgen" zum Einsatz kommen, "wenn Polen dies wünscht", sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin. Die Jets müssten dafür nicht nach Polen verlegt werden, sondern könnten von deutschen Luftwaffenbasen aus starten.

Das Ministerium stehe bereits in Kontakt mit der polnischen Seite, sagte der Sprecher. Auch Ressortchefin Christine Lambrecht persönlich werde im Laufe des Tages mit ihrem polnischen Kollegen das Gespräch suchen und das deutsche Angebot besprechen.

Die angebotenen Patrouillenflüge würden laut dem Ministeriumssprecher in festgelegten Lufträumen stattfinden. Es seien dabei pro abgesprochenem Luftraumabschnitt immer zwei Maschinen gemeinsam unterwegs.

Der polnische Generalstab hatte zuvor erklärt, dass tödliche Raketentreffer in Polens Grenzgebiet von der Raketenabwehr des NATO-Landes nicht verhindern werden könne. "Keine Armee verfügt über ein Luftabwehrsystem, das das gesamte Territorium eines Landes schützt. Ein Raketenangriff zeichnet sich dadurch aus, dass ein ausgewähltes Ziel punktgenau getroffen wird und nicht mehrere Ziele über große Gebiete hinweg zerstört werden."

Am Dienstag waren in Polen bei einem Raketeneinschlag in dem Dorf Przewodow nahe der Grenze zur Ukraine zwei Menschen getötet worden. Laut dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich dabei um eine Rakete der ukrainischen Luftabwehr handelte. Es gebe keinen Hinweis für einen Angriff auf Polen.

Untersuchungen laufen "mit Hochdruck"

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Die Bundesregierung wollte sich nicht zu der Frage äußern, woher die in Polen eingeschlagene Rakete stammen könnte. Der Vorfall müsse jetzt sorgfältig aufgeklärt werden, sagte Vize-Regierungssprecher Wolfgang Büchner. Die Untersuchungen liefen bereits "mit Hochdruck". Büchner betonte allerdings, ohne den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und die "gestrigen massiven russischen Raketenangriffe" gegen zivile ukrainische Ziele "wäre es nicht zu diesem Vorfall gekommen".

Die belgische Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder wiederum sagte in Brüssel, nach Informationen der belgischen Nachrichtendienste sei der Einschlag "von ukrainischen Luftabwehrsystemen ausgelöst worden, die zur Abwehr russischer Raketen eingesetzt wurden".

Quelle: ntv.de, ghö/AFP/dpa

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