Keine hochsensiblen Daten dabeiBerliner Senat gibt nach Hackerangriff Entwarnung

Über eine Million Dateien der Berliner Verwaltung stehen seit Freitag im Darknet. Einige davon scheinen auf den ersten Blick hochsensibel. Nun erklärt Berlins Digital-Staatssekretär, es liege keine Gefährdung vor - und Bürgermeister Wegner steht ein weiteres Mal in der Kritik.
Beim Hackerangriff auf Teile der Berliner Stadtverwaltung sind nach Senatsangaben keine Daten gestohlen oder veröffentlicht worden, die für die nationale Sicherheit wichtig sind. Es seien nur Daten entwendet worden, die die niedrigste von vier Geheimhaltungsstufen gehabt hätten, sagte Berlins Digital-Staatssekretär Florian Hauer im Innenausschuss des Landesparlaments. Lediglich Daten mit der Einstufung VS-NfD (Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch) seien betroffen. Mit Blick auf Einrichtungen des Bundes, der Bundeswehr und die nationale Sicherheit bedeute dies, dass keine Daten mit erhöhter Sensibilität und Sicherheitsrelevanz gehackt worden seien, sagte der Staatssekretär.
Hauer betonte aber zugleich, die Prüfungen und Untersuchungen der mehr als 1,2 Millionen Dateien liefen noch. Einige Dateien hätten zwar auf ersten Blick sensibel ausgesehen, es habe sich aber dann herausgestellt, dass keine Gefährdung vorliege. So sei es bei Dateien mit Bezug zum Militärischen Abschirmdienst (MAD) nur um Parkgenehmigungen gegangen.
Zugleich wies der Staatssekretär darauf hin, dass bei weiteren Sicherheitsüberprüfungen des IT-Netzes der Berliner Verwaltungen höchstwahrscheinlich strukturelle Defizite festgestellt werden würden. Sie seien schon vor Jahren entstanden und müssten nun so schnell wie möglich abgestellt werden. Dafür müsse im Landeshaushalt Geld bereitgestellt werden. Derzeit würden parallel bereits strukturelle Maßnahmen geplant, "die auch nicht wenig Geld kosten werden, um das System kurzfristig auch zu erhärten".
Giffey fordert mehr Einsatz von Wegner
Zuvor hatte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey mehr Einsatz von Bürgermeister Kai Wegner gefordert. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, sagte sie, er müsse das jetzt managen. "Dann muss man in der Krise da sein", fuhr Giffey fort und ergänzte, da sei noch Verbesserungspotenzial. Dem Bericht zufolge sahen sich Wegner sowie auch Innensenatorin Iris Spranger kurz nach Ablauf des Hacker-Ultimatums das Deutschland-Spiel der Basketball-WM der Frauen an.
Wegner stand bereits wegen seines Krisenmanagements am Tag des folgenreichen Anschlags auf die Berliner Stromversorgung am 3. Januar massiv in der Kritik. Er hatte verschwiegen, am ersten Tag der Krise mittags Tennis gespielt zu haben. In den Tagen, Wochen und Monaten darauf kamen immer wieder Ungereimtheiten zu seinem Tagesablauf ans Licht.