Politik

Giffey richtet Hilferuf an Bund Berlins Unterkünfte sind bereits überfüllt

278444854.jpg

Jeden Tag kommen in Berlin rund 1000 Flüchtlinge aus der Ukraine an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Zahl der in Berlin ankommenden Flüchtlinge aus der Ukraine ist im Vergleich zu anderen Bundesländern enorm hoch. Tausende Menschen schlafen in Sammelunterkünften, aber auch in Zügen und Bussen am Hauptbahnhof. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht - ganz im Gegenteil.

Jeden Abend müssen in Berlin etwa 1000 neu angekommene Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine versorgt und zunächst untergebracht werden. Allein an diesem Wochenende seien es insgesamt sogar etwa 4000 Menschen gewesen, berichtete Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey vor einer neuen Notunterkunft im früheren Flughafen Tegel. "Berlin kann das nicht alles alleine regeln, sondern braucht mehr Unterstützung vom Bund", sagte sie. Alle anderen Bundesländer hätten in den vergangenen Tagen zusammen jeweils zwischen 600 und 1300 freie Plätze pro Tag gemeldet. Sozialsenatorin Katja Kipping betonte daher: "Berlin stemmt so viel wie alle anderen Bundesländer zusammen."

Giffey sagte, sie habe am 10. März die Bundeswehr um insgesamt 240 Soldaten für einen Betrieb in drei Schichten mit je 80 Mitarbeitern zur Unterstützung gebeten, aber noch keine offizielle Antwort erhalten. Es gebe jedoch Hinweise, dass es keine Hilfe gebe. Sie werde am Montag alle Beamten und Angestellten des Landes anschreiben und um Hilfe bitten. 600 Menschen seien nötig, um die gesamte Organisation hinzubekommen. "Das ist nicht nur eine Berliner Aufgabe, das ist eine nationale Aufgabe." Zu erwarten seien künftig mehr als 10.000 ankommende Flüchtlinge pro Tag aus den von Russland angegriffenen Kriegsgebieten.

Berlin bereitet sich auf bis zu 15.000 Flüchtlinge pro Tag vor

Mehr zum Thema

In dem alten Hauptterminal des Flughafens Tegel wurden nun in drei Tagen fast 500 Betten aufgestellt, in abgetrennten Bereichen für je 10 Menschen. In der Nacht zu Sonntag schliefen dort den Angaben nach bereits 425 Menschen, davon 105 Kinder. Auf dem alten Rollfeld in Tegel wird derzeit ein großes Zelt aufgebaut: das neue Ankunftszentrum für 10.000 bis 15.000 Menschen pro Tag, die von den Bahnhöfen direkt dorthin gebracht werden. Dort sollen sie registriert und dann weiter in andere Bundesländer verteilt werden. Giffey sprach von einem stufenweisen Aufbau und einer Eröffnung im Laufe der Woche. Am nächsten Wochenende soll alles komplett fertig sein.

In den vergangenen Nächten übernachteten Flüchtlinge auch im Hauptbahnhof in Zügen der Bahn und BVG-Bussen. Diese Menschen seien freiwillig am Bahnhof geblieben, weil sie weiterreisen wollten, hieß es. Die Verpflegung der ankommenden Flüchtlinge am Hauptbahnhof wird künftig vom Bund und Berlin übernommen und bezahlt. Zusammen mit der Messe sollen zunächst 10.000 Essensportionen pro Tag bereitgestellt werden: Suppe, Sandwiches, Obst, Süßigkeiten, Tee und Wasser.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen