Politik

Italien droht das Wahl-Desaster Berlusconi würde gewinnen

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Berlusconi wird den Italienern wohl noch länger erhalten bleiben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es ist wie verhext: Im Falle von Neuwahlen in Italien, würde eine Regierungsbildung erneut nicht zustande kommen. Zwar würde nach aktuellen Umfragen das Bündnis von Ex-Regierungschef Berlusconi die Wahl gewinnen, doch stünde ihm - wie jetzt seinem Kontrahenten Bersani - kein Koalitionspartner zur Verfügung.

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Noch hat Bersani die Aufgabe, einen Weg aus der totalen Blockade zu finden.

(Foto: AP)

Würden in Italien schon jetzt Neuwahlen angesetzt, würde aller Voraussicht nach Silvio Berlusconi gewinnen. Die konservative Allianz des Ex-Regierungschefs liegt laut einer aktuellen Umfrage des SWG-Instituts bei 32,4 Prozent Zustimmung unter den Wählern. Die Mitte-Links-Koalition von Pier Luigi Bersani käme jetzt auf 30 Prozent. Beppo Grillos Fünf-Sterne-Bewegung käme auf 24 Prozent. Eine Umfrage des Tecne-Instituts im Auftrag des Nachrichtensenders SKY TG 24 sieht das Berlusconi-Bündnis mit 33,3 Prozent ebenfalls vorne, gefolgt von Bersanis Allianz mit 31,4 Prozent.

Nach der Tecne-Umfrage hätte Berlusconis Bündnis keine Mehrheit im Senat - das gleiche Problem, das Bersani seit der Wahl von Ende Februar hat. Wegen dieses Patts scheiterte Bersani mit einer Regierungsbildung, daraufhin beauftragte Staatspräsident Giorgio Napolitano Arbeitsgruppen für politische Reformen, die nun die Regierungskrise überwinden helfen sollen.

Unterdessen bot Berlusconi an, bei der anstehenden Präsidentenwahl einen der Linken nahestehenden Kandidaten zu unterstützen. Im Gegenzug solle dann eine Große Koalition gebildet werden, sagte der milliardenschwere Medienunternehmer der Zeitung "La Repubblica". Eine Große Koalition lehnt Bersani aber ab.

Die Amtszeit des 87-jährigen Napolitano endet am 15. Mai. Ab dem kommenden Donnerstag berät das Parlament über seine Nachfolge.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP