Politik

Demokrat hat Sieg vor Augen Biden führt in Pennsylvania und Georgia

Es hat sich seit Stunden abgezeichnet: Joe Biden führt nun auch die Auszählung der Stimmen im Bundesstaat Pennsylvania an. Auch in Georgia liegt der Demokrat vor Donald Trump. Der Amtsinhaber steht vor der Abwahl.

Joe Biden führt die Auszählung in dem Bundesstaat an, der ihn allein zum Präsidenten machen könnte. Am Freitagmorgen zog er mit einem Vorsprung von 5587 Stimmen an Trump vorbei. Die Auszählung ist bei einem Stand von etwas mehr als 95 Prozent der Stimmen noch nicht beendet, allerdings scheinen die noch nicht ausgewerteten Stimmzettel aus Biden zugeneigten Bezirken zu stammen. So kommen die am Freitag neu hinzugekommenen Stimmen aus der Metropole Philadelphia. Es handelt sich fast ausschließlich um Briefwähler, die öfter demokratisch wählen.

Auch im Bundesstaat Georgia liegt Biden seit mehreren Stunden vorn. Derweil soll es aus den ebenfalls umkämpften Staaten Nevada und Arizona erst am späteren Freitag (Ortszeit) neue Ergebnisse geben. Der große Unterschied: In Georgia und Pennsylvania ist das Rennen knapp, aber alles deutet darauf hin, dass Biden dort gewinnt. In Arizona und Nevada hingegen hat Biden bereits eine einigermaßen komfortable Führung und es zeichnet sich kein Trend ab, dass er diesen Vorsprung noch verliert.

Die Wahlauswertungsplattform DecisionDesk ging so weit, das Rennen um Pennsylvania als entschieden auszurufen. Die Nachrichtenagentur Associated Press, die als US-Leitmedium üblicherweise den Sieger errechnet, erklärte, dazu sei es noch zu früh. Dennoch überrascht es nicht, dass Bidens Team die Vorbereitungen für die Siegesrede ihres Kandidaten vorantreibt. Schließlich läuft momentan alles auf Biden hinaus, wie folgende Übersicht zeigt.

Joe Biden braucht für die Präsidentschaft:

  • einen Sieg in Pennsylvania

oder:

  • zwei Siege in den vier Staaten Arizona, North Carolina, Nevada und Georgia.

Donald Trump braucht für die Präsidentschaft

  • einen Sieg in Pennsylvania

und:

  • drei Siege in den vier Staaten Arizona, North Carolina, Nevada und Georgia.

Pennsylvania schien am Freitagmorgen (Ortszeit) Biden zuzufallen. Er liegt dort nun mit 0,1 Prozentpunkten vor Trump, in Stimmen: 5587. Mehr als 100.000 Stimmen sind noch nicht ausgezählt. Hiervon aber scheint eine deutliche Mehrheit für Biden gestimmt zu haben. Es wird erwartet, dass Pennsylvania noch am Freitag genug Stimmen ausgezählt bekommt, um einen Sieger auszurufen.

Georgia ist die große positive Überraschung aus Sicht des Biden-Lagers, denn seit Bill Clinton war in dem Südstaat keinem Demokraten mehr ein Sieg gelungen. Stand 10.30 Uhr deutscher Zeit ist der Demokrat mit 1097 Stimmen an Trump vorbeigezogen. Von den mehreren Tausend noch auszuzählenden Briefwahlstimmen werden die meisten wohl für Biden gezählt werden. Eine unbekannte Größe sind die Briefwahlstimmen von Soldaten im Auslandseinsatz. Diese sollen bis Freitagabend eingehen und könnten womöglich das Zünglein an der Waage sein.

Arizona war von Associated Press und Fox News bereits Biden zugerechnet worden, bevor es dort noch einmal unerwartet knapp wurde. Beobachter in den US-Medien gehen davon aus, dass Bidens Vorsprung von 42.000 Stimmen von Trump aber nicht mehr eingeholt werden kann. Allerdings stimmen in Arizona laut "New York Times" traditionell viele eingeschriebene Republikaner per Briefwahl ab, weshalb der Anteil der Trump-Wähler unter den noch nicht ausgezählten Briefwahlstimmen höher sein könnte als in anderen Bundesstaaten.

Nevada galt als sicherer Bundesstaat für Biden, weshalb eine Führung von 11.400 Stimmen erstaunlich knapp scheint. Allerdings zeichnete sich bei der Auszählung der Briefwahlstimmen am Donnerstag kein starker Trend für Trump ab, sodass er noch weiter aufholen könnte. Der bevölkerungsreiche, den Demokraten zuneigende Bezirk Clark County, wo auch Las Vegas gelegen ist, will am Freitagabend deutscher Zeit neue Auszählungsergebnisse liefern.

North Carolina ist der einzige einigermaßen sichere Bundesstaat für Trump, der noch keinem Kandidaten zugerechnet worden ist. Beobachter gehen davon aus, dass Trump seinen Vorsprung von 77.000 Stimmen übers Ziel bringen wird.

Dass das Rennen um die Präsidentschaft derart zugunsten von Biden umgeschlagen ist, gilt gemeinhin auch als Erklärung für die wüsten Beschuldigungen Trumps, der von illegalen Stimmen spricht, wenn es um die Briefwahlstimmen geht. Der Amtsinhaber, der kein Geheimnis darum macht, ein schlechter Verlierer zu sein, sieht offenbar seine Felle davonschwimmen.

Quelle: ntv.de

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