Politik

Atom-U-Boote für Australien Biden treibt das Aukus-Bündnis voran

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Australiens Premierminister Albanese (l.) und US-Präsident Biden bei einem früheren Treffen im Mai 2022.

(Foto: AP)

Das Sicherheitsbündnis zwischen den USA, Großbritannien und Australien hat Frankreich verärgert - weil ein U-Boot-Deal geplatzt ist. Stattdessen setzt Canberra auf Atom-U-Boote mit US-Technologie. In Washington könnte kommende Woche bereits ein Deal verkündet werden.

US-Präsident Joe Biden, der britische Premier Rishi Sunak und der australische Regierungschef Anthony Albanese treffen sich kommende Woche in den USA und könnten dabei einen milliardenschweren Atom-U-Boot-Deal verkünden. Sunaks Sprecher bestätigte das für kommenden Montag geplante Treffen zu Gesprächen über das 2021 geschlossene Sicherheitsbündnis der drei Staaten mit dem Namen Aukus. Zuvor hatte Albanese eine Reise in die USA angekündigt.

Die drei Länder hatten im September 2021 das indopazifische Sicherheitsbündnis Aukus gegründet, als eine Antwort auf die wachsende Dominanz Chinas in der Region. Zentraler Bestandteil der Allianz ist der Bau von atombetriebenen U-Booten für Australien. Erwartet wird, dass Australien für Dutzende Milliarden Dollar acht Atom-U-Boote erwirbt. Die Gespräche laufen nun schon seit eineinhalb Jahren.

Der Deal ist für Australien äußerst wichtig, weil das Land selbst nicht über das nötige Know-how verfügt, um Atom-U-Boote zu bauen. Nuklear betriebene U-Boote können große Strecken zurücklegen und sind vom Gegner nur schwer zu orten. Die U-Boote werden zwar atomar betrieben, Australien hat jedoch ausgeschlossen, sie mit Atomwaffen auszustatten. Regierungschef Albanese hat das U-Boot-Geschäft als "größten Sprung" in der Geschichte Australiens hinsichtlich der Verteidigungsfähigkeit bezeichnet.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Partnerschaft ziele darauf ab, "Australien zum frühestmöglichen Zeitpunkt ein konventionell bewaffnetes, nuklear angetriebenes U-Boot zur Verfügung zu stellen". Mit verstärkter Abschreckung würden die Bündnispartner "wie nie zuvor alle unsere industriellen Grundlagen stärken, unsere kollektiven Fähigkeiten ausbauen und Technologie gemeinsam nutzen". Es ist das erste Mal seit den 1960er- Jahren, dass Washington Technologien für Atom-U-Boote exportiert.

Scharfe Kritik aus Peking

Im Zuge der Gründung von Aukus hatte Australien ein lange geplantes milliardenschweres U-Boot-Geschäft mit Frankreich platzen lassen. Das hatte empörte Reaktionen der französischen Regierung zur Folge und insbesondere das Verhältnis zwischen Paris und Washington vorübergehend massiv belastet.

Mit dem Aukus-Abkommen wollen die USA, Großbritannien und Australien dem verstärkten Einfluss Chinas im Südpazifik entgegenwirken. Der australische Premierminister Albanese warnte bereits im vergangenen Jahr vor dem wachsenden Einfluss Chinas in der Region. Australien müsse darauf reagieren und sein Engagement im Pazifik-Raum verstärken. China wiederum hat das Aukus-Bündnis scharf kritisiert. Die Regierung in Peking bezeichnet es als "gefährlich" und als Versuch, China in die Enge zu treiben.

Der Südpazifik wird zunehmend zum Schauplatz des Wettbewerbs zwischen China und den USA. Peking versucht seit einiger Zeit, eine größere militärische, politische und wirtschaftliche Präsenz im Südpazifik aufzubauen. Zuletzt unterzeichnete es mit den Salomonen ein weitreichendes Sicherheitsabkommen. Die USA und Australien befürchten seit Langem, dass China einen Militärstützpunkt im Südpazifik errichten könnte. Dieser würde es der chinesischen Marine erlauben, ihre Macht weit über ihre Grenzen hinaus auszudehnen.

Quelle: ntv.de, mli/AFP

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