Politik

Auch ohne große Zugeständnisse Johnson: Putin käme "gesichtswahrend" heraus

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Boris Johnson glaubt, dass Putin die Invasion auch ohne einen Sieg beenden könnte.

(Foto: REUTERS)

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Im Zusammenhang mit Friedensverhandlungen ist viel von einer "gesichtswahrenden Lösung" die Rede, die man dem russischen Präsidenten Putin anbieten müsse. Großbritanniens Premierminister Johnson hält das für unnötig. Die staatlich gesteuerten Medien in Russland würden einen Rückzug so oder so als Erfolg verkaufen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Ansicht des britischen Premierministers Boris Johnson den "politischen Spielraum", seine Invasion in der Ukraine gesichtswahrend zu beenden - auch dank der Zensur in Russland. Dies liege an "der massiven russischen Unterstützung für sein Handeln und der offensichtlichen Vergesslichkeit der russischen Medien", sagte Johnson dem Sender TalkTV.

"Die Leute sagen, wir müssen Zugeständnisse machen, wir müssen uns Sorgen machen, was Putin tun könnte, weil er eine Niederlage riskiert", sagte Johnson weiter. Dies sei allerdings nicht nötig, da Putins Machtposition wegen seiner Kontrolle über die Medien gesichert sei. Infolgedessen könnte Putin dem russischen Volk sagen, dass die in der Ukraine begonnene Operation "vollendet" und "technisch ein Erfolg" gewesen sei - auch wenn dies vielleicht nicht den Tatsachen entspricht.

Russland bezeichnet seinen Einmarsch in die Ukraine als "militärische Operation", Begriffe wie "Krieg" oder "Invasion" sind in Russland in dem Zusammenhang verboten. Der Kreml droht, jeden ins Gefängnis zu stecken, der eine andere Version der Ereignisse als die Regierungsfassung verbreitet.

Die russische Regierung hat infolge der westlichen Unterstützung für die Ukraine wiederholt vor einem Atomkrieg gewarnt. Ungeachtet dieser Drohungen sprach sich Johnsons Außenministerin Liz Truss für eine Ausweitung der Waffenproduktion und -lieferung an die Ukraine aus. "Das Schicksal der Ukraine bleibt in der Schwebe", wird sie laut einer Vorschau auf ihre Rede vor Diplomaten und Wirtschaftsführern am Mittwoch in London sagen. Die Unterstützung für Kiew müsse deshalb weiter verstärkt werden. "Schwere Waffen, Panzer, Flugzeuge - wir müssen tief in unsere Lagerbestände greifen und die Produktion hochfahren."

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 27. April 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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