Politik

Nach Messerangriff auf Bolsonaro "Brasiliens Trump" auf Weg der Besserung

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Jair Bolsonaro geht für die PSC-Partei in die kommenden Wahlen im Oktober.

(Foto: AP)

Der Zustand des brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Bolsonaro ist nach einer Messerattacke wieder stabil. Die Tat habe religöse und politische Hintergründe, meint der Rechtspopulist.

Der brasilianische Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro befindet sich nach einem Messerangriff auf dem Weg der Besserung. Der Abgeordnete habe mit seiner Physiotherapie begonnen, teilten die behandelnden Ärzte und Familienmitglieder mit. Sein Zustand sei stabil. Der 63-Jährige war bei einem Messerangriff am Donnerstag schwer verletzt worden. Der Täter wurde der Polizei zufolge festgenommen.

Der Angriff auf den Politiker erfolgte während einer Wahlkampfveranstaltung in Südbrasilien auf offener Straße. Bolsonaro wurde am Darm und einer Arterie verletzt, dabei habe er 2,5 Liter Blut verloren, sagten die Ärzte.

Der Ex-Soldat Bolsonaro zählt zum rechten Lager in Brasilien. Er lobte die brasilianische Militärdiktatur offen und sagte in der Vergangenheit, sie hätte mehr Menschen töten sollen. Ihm steht ein Prozess vor dem Obersten Gerichtshof bevor. Ermittler werfen ihm vor, zu Hass und Vergewaltigung aufgerufen zu haben. Er weist dies als politisch motiviert zurück.

Umfragen sehen Bolsonaro vorn

Bolsonaros Hetzkampagne gegen Homosexuelle, Schwarze und Frauen stößt auf Ablehnung in vielen Bevölkerungsschichten. Immer wieder schockiert er mit Entgleisungen. Einer Politikerin bescheinigte er einmal, sie habe es nicht verdient, vergewaltigt zu werden, "weil sie sehr hässlich ist". Die Anhänger von Lulas linker Arbeiterpartei sollten erschossen werden, sagte er ein anderes Mal. Der "Trump Brasiliens" präsentiert sich als Anti-System-Kandidat. Im Falle eines Wahlsiegs will er Ministerposten mit Militärs besetzen und angesichts der eskalierenden Kriminalität die Bevölkerung bewaffnen.

Die erste Runde am 7. Oktober dürfte Bolsonaro neuesten Erhebungen zufolge gewinnen. Bei einer Stichwahl dürfte er aber unterliegen. Der inhaftierte Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva darf bei der Wahl für das höchste Staatsamt nicht antreten. Das oberste Wahlgericht schloss ihn wegen seiner Verurteilung wegen Korruption aus und lehnte auch seine letzte Beschwerde am Donnerstag ab.

Keine Wahl seit der Rückkehr Brasiliens zur Demokratie vor 30 Jahren war so schwer einzuschätzen wie diese. Zahlreiche Politiker und Geschäftsmänner stehen unter Korruptionsverdacht, viele von ihnen mussten deshalb ins Gefängnis. Das hat das Vertrauen der Wähler erschüttert.  

Quelle: ntv.de, mba/rts/dpa