Politik

Aufstellung ist "herausfordernd"Bundeswehr fehlen Freiwillige für Panzerbataillons in Litauen

12.02.2026, 19:04 Uhr
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Verteidigungsminister Pistorius kündigte an, der Verband sei ab 2027 einsatzbereit. (Foto: picture alliance/dpa)

Seit Kurzem ist die Bundeswehr in Litauen aktiv. Doch zwei Bataillone sind offenbar bei Weitem nicht so gut aufgestellt, wie sie sein sollten. Es fehlt mehr als die Hälfte der benötigten Soldaten, heißt es in einem Medienbericht. Das Verteidigungsministerium will den Dienst jetzt attraktiver gestalten.

Zur Abschreckung Russlands wird erstmals eine Bundeswehrbrigade im Ausland stationiert. Doch für die Aufstellung des Kampfverbands an der Nato-Ostflanke in Litauen haben sich nach Informationen des "Spiegels" bisher deutlich zu wenige Soldatinnen und Soldaten freiwillig gemeldet. "Freiwilligenbewerbungen sind nicht ausreichend", heißt es in vertraulichen Statistiken des Heeres über die Zahl der Soldaten, die sich für einen zweijährigen Einsatz an der Nato-Ostflanke gemeldet haben. Besonders bei den Mannschaftsdienstgraden, die den Großteil der Brigade stellen, sind die Zahlen zu niedrig.

Konkret geht es um die Besetzung der Dienstposten für das Panzerbataillon 203 und das Panzergrenadierbataillon 122. Laut den Papieren erreichen die bisherigen Freiwilligenmeldungen nur zwischen 28 und 47 Prozent. Die beiden Einheiten sollen dieses Jahr mit Soldaten bestückt werden und 2027 voll ausgerüstet in den Einsatz an der Ostflanke gehen.

In einem internen Sachstand aus dem Verteidigungsministerium von Ende Januar werden die ausbleibenden Meldungen noch drastischer beschrieben. Für die "neuen Hauptkräfte" der Litauen-Brigade - konkret genannt werden Artillerie, Aufklärer, Pioniere und Unterstützungstrupps - hätten sich bei einer bundeswehrweiten Umfrage für 1971 Dienstposten nur "rund 10 Prozent" der nötigen Freiwilligen gemeldet.

Die Bundeswehr räumte auf Nachfrage ein, dass man bisher nicht ausreichend Freiwillige für den Einsatz gefunden hat. Die Zahlen aus den internen Papieren seien aber nur "ein Zwischenstand von Ende letzten Jahres", aus dem sich "keine belastbaren Prognosen für Freiwilligenbewerbungen ableiten" ließen. "Derzeit ist noch nicht genau absehbar, wie sich die Freiwilligenbewerbungen in den kommenden Monaten entwickeln", sagte ein Sprecher des Heeres. Die Aufstellung der Brigade mit qualifiziertem Personal bleibe "herausfordernd".

Verteidigungsminister Boris Pistorius von der SPD hatte im Sommer 2023 angekündigt, eine voll ausgestattete Bundeswehrbrigade dauerhaft in Litauen an der Nato-Ostflanke zu stationieren. Seiner Ankündigung zufolge sollte der Verband ab 2027 einsatzbereit sein. Für die Soldaten soll der Einsatz in Litauen freiwillig sein. Durch umfangreiche Zulagen hat das Ministerium von Pistorius versucht, die Mission für die Soldaten der Bundeswehr so attraktiv wie möglich zu machen.

Laut dem internen Papier aus dem Ministerium sind nun umfangreiche Maßnahmen geplant. Zunächst soll das Personalamt 43.000 Informationsschreiben an alle Soldaten verschicken, die für den Einsatz infrage kommen. Zudem will die Bundeswehr Tagestrips nach Litauen anbieten, damit sich mögliche Bewerber die Kasernen ansehen können. Geplant ist auch eine "Reduzierung der Mindeststehzeit in Litauen auf ein Jahr". Bisher galt es als Vorgabe, dass die Freiwilligen für mindestens zwei Jahre in Litauen bleiben sollten.

Quelle: ntv.de, mpa

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