Politik

Eskalieren die USA im Iran?Bundeswehr zieht "nicht missionskritische" Soldaten aus Irak ab

04.02.2026, 21:56 Uhr
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Die Bundeswehr unterstützt im Irak den Aufbau der lokalen Streitkräfte. (Foto: picture alliance/dpa)

Falls der Konflikt zwischen den USA und Iran eskaliert, könnten deutsche Soldaten im Irak zwischen die Fronten geraten. Die Bundeswehr zieht Konsequenzen aus den zunehmenden Spannungen. Geplante Gespräche zwischen Teheran und Washington könnten kurzfristig platzen.

Die Bundeswehr bereitet sich auf eine drohende militärische Eskalation zwischen den USA und Iran vor. Wie der "Spiegel" berichtet, hat das Operative Führungskommando entschieden, die deutschen Kräfte im Nordirak deutlich zu reduzieren. Nicht missionskritisches Personal sei vorsorglich aus dem Irak verlegt worden. Die Sicherheitsmaßnahme sei wegen der "weiter zunehmenden Spannungen zwischen USA und Iran" nötig, heißt es in einer Information für den Bundestag.

Zuvor war bekannt geworden, dass die für Freitag geplanten Atomgespräche zwischen den USA und dem Iran am Streit über Ort und Themen doch noch scheitern könnten. Die USA hätten dem Iran mitgeteilt, dass sie der von der Islamischen Republik gewünschten Änderung von Ort und Format des Treffens nicht zustimmen würden, berichtete die US-Nachrichten-Website Axios unter Berufung auf zwei US-Vertreter. Ein ranghoher Vertreter des Irans sagte Reuters, das Beharren der USA, auch über "nicht-atomare Themen" zu verhandeln, könne die Gespräche gefährden. Die Regierung in Teheran sei "grundsätzlich bereit zu Gesprächen mit den USA", wenn es nur um Fragen des Atomprogramms gehe.

US-Außenminister Marco Rubio hatte zuletzt auf Zugeständnisse aus Teheran gedrängt. Damit die Gespräche tatsächlich zu einem "sinnvollen Ergebnis" führten, müssten etwa die Reichweite der ballistischen Raketen, die Unterstützung terroristischer Organisationen, das Atomprogramm und der Umgang mit dem eigenen Volk beachtet werden, sagte er wenige Tage vor einem angepeilten Treffen zwischen Washington und Teheran.

Rubio betonte, die Vereinigten Staaten seien für einen Dialog mit dem Iran bereit. Der Iran hatte zuvor öffentlich kategorisch abgelehnt, Zugeständnisse bei seinen Raketen zu machen. Bei seinem Atomprogramm ist Teheran zu einer Begrenzung bereit.

Die Bundeswehr unterstützt im Irak den Aufbau der lokalen Streitkräfte. Schwerpunkt ist die Kurden-Metropole Erbil im Norden des Landes. Zuletzt hatte die Bundeswehr für die Mission um die 300 Soldaten und Soldatinnen im Einsatz. Der größte Teil davon ist allerdings in Jordanien stationiert, wo die Luftwaffe seit Jahren ein kleines Feldlager betreibt und die internationale Anti-Terror-Koalition unter anderem mit Tankflugzeugen unterstützt.

Bereits Ende Januar sei die Gefahrenstufe für den Nordirak wegen "der zunehmenden Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung mit Iran" verschärft worden, schreibt der "Spiegel". Wegen der gemeinsamen Nutzung von Stützpunkten mit US-Streitkräften bestehe eine "mittelbare Gefährdung" für die Bundeswehr, so ein aktueller Lagebericht. In der Vergangenheit hatte das iranische Regime in Spannungssituationen mehrfach versucht, US-Streitkräfte im Nordirak mit Raketen anzugreifen.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa/rts

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