Grüne legen zuCDU verliert an Zustimmung in NRW - SPD steuert auf Desaster zu

In einem Jahr wird in NRW ein neuer Landtag gewählt. Und einer Umfrage zufolge kann Schwarz-Grün mit einer Mehrheit rechnen. Alarm dürfte hingegen bei der SPD herrschen.
Rund ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat die CDU einer aktuellen Umfrage zufolge deutlich an Zustimmung eingebüßt. Die SPD fällt in ihrem Stammland auf Platz vier zurück. Großer Gewinner sind die mitregierenden Grünen und die AfD. Würde der Düsseldorfer Landtag schon in diesem April neu gewählt, kämen die Christdemokraten laut des "NRW-Checks" im Auftrag von 38 nordrhein-westfälischen Tageszeitungen nur noch auf 32 Prozent. Das sei ein Verlust von 6 Punkten im Vergleich zur vorangegangenen Befragung im Sommer 2025. Mit Blick auf die vorhergehende Wahl 2022 büßt die CDU derweil nur knapp drei Punkte in.
Beim grünen Koalitionspartner zeigt der Trend im "NRW-Check" in die andere Richtung. Die Grünen kämen laut der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa auf 17 Prozent - ein Plus von 4 Punkten im Vergleich zum Umfrageergebnis aus dem Vorjahr. Dem steht allerdings ein Minus von gut einem Punkt im Vergleich zur Wahl 2022 gegenüber.
Den zweiten Platz im Parteienranking sicherte sich die AfD (20 Prozent) - ein Aufschlag von 15 Punkten im Vergleich zur Wahl. Die SPD käme nur noch auf 14 Prozent - beinahe eine Halbierung zum Wert am Ende des Wahlabends. Damals hatte es 26,7 Prozent gegeben. Die Linke kommt nun auf 6 Prozent und würde in den Düsseldorfer Landtag einziehen. Die FDP bliebe unterhalb der Fünfprozenthürde bei 3 Prozent - halbierte damit ihr Wahlergebnis und fiele aus dem Parlament.
Mit diesen Werten könnten CDU und Grüne ihre Regierungsmehrheit zwar verteidigen, analysierten die Auftraggeber der Umfrage. Insgesamt sei die Zufriedenheit mit der Koalition aber deutlich gesunken. Erstmals seit mehr als zwei Jahren waren mit 51 Prozent wieder mehr Menschen unzufrieden mit der Landesregierung als zufrieden (42 Prozent).
Die schwarz-grüne Landesregierung, die lange relativ geräuschlos regierte und hohe Popularitätswerte genoss, hatte zuletzt mit mehreren Problemen zu kämpfen. Unter anderem trat Ende Januar Grünen-Flüchtlingsministerin Josefine Paul zurück. Gegen CDU-Heimatministerin Ina Scharrenbach wurden Vorwürfe publik, sie lege ein rigides Führungsverhalten an den Tag.
Als die drei größten Probleme des Landes machen die Menschen in Nordrhein-Westfalen Verkehr und Mobilität, die allgemeine Lage der Wirtschaft sowie Migration und Flüchtlinge aus. Die Prioritätensetzung verschob sich allerdings im Vergleich zur Vorbefragung im Juli 2025. Die wirtschaftlichen Probleme wurden häufiger, der Themenbereich Zuwanderung seltener genannt.
Ministerpräsident Hendrik Wüst kann trotz rückläufiger Zustimmung zu seiner CDU allerdings weiterhin auf einige Unterstützung bauen. 47 Prozent der Befragten zeigten sich mit seiner Arbeit zufrieden, 39 Prozent unzufrieden. Die Werte waren zwar schon einmal besser - aber immerhin 41 Prozent fänden es auch gut, wenn er nach der nächsten Landtagswahl Ministerpräsident bliebe.
Sein SPD-Kontrahent Jochen Ott hat derweil mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Dass er der Kandidat der SPD für das Amt des Ministerpräsidenten sein wird, wissen der Umfrage zufolge bislang landesweit nur 8 Prozent der Wahlberechtigten. Selbst bei Anhängern der SPD sind es nur 21 Prozent.
Die nächste Landtagswahl findet am 25. April 2027 statt. Für den "NRW-Check" befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa in der Zeit vom 7. bis 14. April 2026 insgesamt 1.531 Bürgerinnen und Bürger Nordrhein-Westfalens ab 16 Jahren, die zur Landtagswahl wahlberechtigt sind. Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ.