Politik

Freude über Trump-Niederlage CNN-Kommentator zu Tränen gerührt

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Van Jones hat schon die Obama-Regierung beraten.

(Foto: Screenshot, CNN)

Rassismus ist ein zentrales Element der Präsidentschaft von Donald Trump. Kein Wunder, dass vor allem Afroamerikaner über den Sieg von Joe Biden bei der US-Wahl jubeln. CNN-Kommentator Van Jones kann vor Erleichterung vor laufenden Kameras die Tränen nicht zurückhalten.

Vier Jahre mit Donald Trump im Weißen Haus waren vor allem für schwarze Amerikaner und solche mit Migrationshintergrund schwer zu ertragen. Der vom US-Präsidenten immer wieder offen unterstützte Rassismus hat viele Nerven gekostet. Sehr deutlich wurde dies, als der schwarze CNN-Moderator Van Jones gebeten wurde, sich zum Sieg von Joe Biden zu äußern. "Nun, heute Morgen ist es einfacher, Eltern zu sein. Es ist einfacher, Vater zu sein", sagte er spürbar um Worte ringend, mit deutlich hörbarem Kloß im Hals und den Tränen nah. "Es ist einfacher, deinen Kindern zu sagen, dass der Charakter eines Menschen nicht egal ist."

Alle wichtigen US-Medien hatten Biden kurz zuvor zum Wahlsieger erklärt. Mit ihm zusammen wird, so nichts dazwischenkommt, Kamala Harris als erste Vizepräsidentin ins Weiße Haus einziehen. Harris ist zudem die erste Woman of Color als Nummer zwei im Staat. Der geschlagene Trump will das Ergebnis nicht anerkennen.

Jones, der als Berater für die Obama-Regierung gearbeitet hatte und inzwischen für CNN das politische Tagesgeschehen aus Sicht eines Liberalen kommentiert, ergänzte, dass die Wahl von Biden das Leben vieler Menschen, "speziell von Minderheiten", in den USA angenehmer machen wird. "Wenn du ein Muslim bist, musst du dich nicht mehr sorgen, dass dich der Präsident nicht hier haben möchte", sagte Jones. "Wenn du ein Immigrant bist, musst du dich nicht mehr sorgen, dass der Präsident glücklich ist, wenn dir deine Kinder weggenommen werden."

"Das ist ein guter Tag für unser Land"

Trump hatte im Januar 2017, kurz nachdem er ins Weiße Haus eingezogen war, als eine seiner ersten Amtshandlungen per Dekret ein Einreiseverbot für Muslime aus mehreren Ländern in Kraft gesetzt. Mutmaßlich illegal eingereiste Migranten aus Zentral- und Südamerika wurden unter Trump in Käfig-ähnlichen Arrestzentren untergebracht - teilweise samt ihrer Kinder. Im Fall von 545 Kindern, die sich nach wie vor in den USA befinden, wissen die US-Behörden nicht mehr, wo die Eltern nach ihrer Abschiebung abgeblieben sind.

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"Das ist eine große Sache für uns, nur um etwas Frieden finden zu können und die Chance auf einen Neustart zu haben", sagte der TV-Kommentator, während er mit den Tränen kämpfte. Die Nachricht sei eine Genugtuung für viele, die gelitten hätten, so Jones. "Das ist ein guter Tag für unser Land."

Der 52 Jahre alte Politikwissenschaftler sprach auch den Tod von George Floyd an. "I can't breathe war nicht nur George Floyd. Es gibt viele Leute, die denken, sie können nicht atmen", sagte Jones. Mit den Worten "Ich kann nicht atmen" hatte der Afroamerikaner Floyd einen weißen Polizisten um sein Leben angefleht, als dieser minutenlang auf seinem Nacken kniete. Floyd starb, sein Tod löste Massenproteste aus.

Quelle: ntv.de, chr/dpa