Politik

Diskussion um Kruzifixe CSU nennt Kritiker "Religionsfeinde"

Bayerns Ministerpräsident Söder lässt Kruzifixe aufhängen, um die christlich geprägte Kultur zu betonen. Kritiker sehen darin puren Populismus, zumal in Bayern im Oktober Landtagswalen sind. Die CSU weist das zurück und spricht von einer "unheiligen Allianz".

Trotz lauter Misstöne von Kirchen und Opposition hat die CSU ihre Kruzifix-Pläne für bayerische Behörden verteidigt. "Bei den Kritikern haben wir es mit einer unheiligen Allianz von Religionsfeinden und Selbstverleugnern zu tun", sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Wer ein Kreuz aufhängt, legt damit ein Bekenntnis ab und muss sich nicht rechtfertigen."

Auf Initiative von CSU-Ministerpräsident Markus Söder hatte das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen, dass in allen Behördengebäuden unter der Verwaltung des Freistaats im Eingangsbereich ein Kreuz angebracht werden soll. Das brachte der Landesregierung in München viel Spott und Kritik ein. Etwa von den Grünen: Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte der "Mitteldeutschen Zeitung": "Das Kreuz ist keine heimelige Wand-Deko." Die frühere Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland warf Söder vor, dieses Symbol durch "plumpes Wahlkampfgetöse" zu missbrauchen. In Bayern wird im Oktober ein neuer Landtag gewählt. Dieses Vorgehen sei "beschämend für jede Christin und jeden Christ".

CSU-Generalsekretär Blume bescheinigte den Grünen daraufhin eine "verkehrte Weltsicht" und warf ihnen vor, sie wollten gegen christliche Symbole im Alltag mit Vehemenz vorgehen. "Das ist beschämend, wie man die eigenen Werte so verleugnen kann. Wir sollten kultursensibler sein, das heißt sensibel für die eigene Kultur."

Auch von kirchlicher Seite kam Kritik an den Kruzifix-Plänen. "Als junge Christinnen und Christen sind wir persönlich schockiert und betroffen", schrieben der Bund der Deutschen Katholischen Jugend Bayern (BDKJ) und die Evangelische Jugend Bayern (EJB) in einem gemeinsamen offenen Brief an die Staatsregierung. Das Ursymbol des Christentums werde instrumentalisiert und als Ausgrenzungssymbol missbraucht. In dem Beschluss des Kabinetts sehen der BDKJ und die EJB eine "theologische Entleerung und Missachtung religiöser Sinndeutung und Identität". Beide Verbände sprachen in ihrem Brief von einer politisch-nationalen Vereinnahmung.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa

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