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EU-Sondergipfel zu Flüchtlingen CSU warnt Merkel vor "schmutzigem Deal"

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Will eine europäische Lösung der Flüchtlingsfrage: Kanzlerin Angela Merkel.

(Foto: dpa)

Die Bundeskanzlerin kommt vor dem EU-Gipfel zur Flüchtlingspolitik unter massiven Beschuss aus der eigenen Koalition. CSU-Politiker warnen sie, keine Politik mit dem "Scheckbuch" zu machen. Denn Merkel braucht die Zustimmung von Ländern wie Griechenland.

Mit Blick auf das Treffen mehrerer EU-Staaten zur Flüchtlingspolitik am Sonntag kommt aus der CSU die Warnung an die Bundeskanzlerin, keinen "schmutzigen Deal" zu schließen. "Wir haben die Sorge, dass Angela Merkel jetzt mit dem Scheckbuch durch Europa läuft. Sie braucht Griechenland und Italien für eine Lösung in der Flüchtlingsfrage", sagte CSU-Vorstandsmitglied Markus Ferber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Für die CSU ist klar: Es darf keinen Deal zu Lasten der deutschen Steuerzahler geben. Es geht nicht, Dinge zu vermischen, die nicht zusammengehören." Ähnlich hatte sich auch schon Bayerns Ministerpräsident Markus Söder geäußert.

Zu dem informellen Arbeitstreffen in Brüssel hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eingeladen. Neben Deutschland kommen dem Vernehmen nach Österreich, Italien, Frankreich, Griechenland, Bulgarien, Spanien und die Niederlande. Juncker sprach auch von Belgien. Ob es Merkel tatsächlich gelingt, außer Frankreich weitere Regierungen für bilaterale Flüchtlingsabkommen zu gewinnen, ist fraglich. Italiens Innenminister Matteo Salvini lehnte es am Mittwoch ab, dort registrierte und nach Deutschland weitergereiste Asylbewerber zurückzunehmen.

Schärferes Vorgehen gegen Asylbewerber

Bei dem Sondergipfel soll laut einem Entwurf für die Abschlusserklärung ein schärferes Vorgehen gegen Asylbewerber beschlossen werden, die zwischen den EU-Staaten weiterreisen. Asylbewerber sollten verpflichtet werden, in dem EU-Land zu bleiben, in dem ihr Antrag bearbeitet werden müsse, heißt es in dem Entwurf, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Zugleich wird vor nationalen Alleingängen gewarnt.

Der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament, Manfred Weber, begrüßt den Gipfel zur Migration. "Ich bin froh, dass endlich Bewegung in der Migrationsdebatte ist und Ergebnisse greifbar sind. Deshalb ist das Treffen am Sonntag gut", sagte der CSU-Politiker der "Saarbrücker Zeitung".

Wie Ferber stellte sich auch der CDU-Politiker und Merkel-Kritiker Christian von Stetten gegen ein Eurozonen-Budget. Darauf hatten sich am Dienstag Merkel und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron verständigt. Sollte der EU-Gipfel diese Überlegungen in der kommenden Woche bestätigen, "befürchte ich, dass die Bundesregierung bei der anschließenden Umsetzung im Deutschen Bundestag auf Stimmen aus der Opposition angewiesen sein wird", sagte von Stetten der "Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten".

Kritik an "Dolchstoßlegende unserer Zeit"

CSU-Chef und Innenminister Horst Seehofer wiederholte seine Kritik, dass die Pläne Merkels und Macrons nicht mit seiner Partei abgestimmt gewesen seien. "Es ist kein guter Stil, wenn man solch wichtige Vereinbarungen trifft und die CSU nicht beteiligt. Das geht nicht", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Der frühere SPD-Vorsitzende Martin Schulz warf der CSU vor, den Koalitionsvertrag zu brechen. "Es ist ein unsäglicher Vorgang, dass die CSU sich gegen die Beschlüsse für ein Eurozonen-Budget stellt", sagte Schulz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Die CSU beruft sich ständig auf den Koalitionsvertrag, wenn es um die Flüchtlingspolitik geht - nur beim Thema Europa soll er nicht mehr gelten. Das geht so nicht."

Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz warf der CSU vor, ihre Parteiverantwortlichen erklärten praktisch täglich Europarecht für obsolet. "Stattdessen bedient man die Verschwörungstheorie von der 'Grenzöffnung 2015' - der rechtsreaktionären Dolchstoßlegende unserer Zeit - und diskreditiert damit politische Entscheidungen an denen man unmittelbar in jahrelanger Regierungsverantwortung beteiligt war", sagte von Notz der "Augsburger Allgemeinen".

Quelle: n-tv.de, kst/dpa/AFP

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