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Einer der Gründe für das schlechte Standing der CSU: Horst Seehofer
Einer der Gründe für das schlechte Standing der CSU: Horst Seehofer(Foto: dpa)
Samstag, 04. August 2018

RTL/n-tv Trendbarometer: CSU zieht Union tiefer in die Krise

Die Union findet keinen Weg aus ihrem Dauertief: Noch weniger Bundesbürger als in der vergangenen Woche würden CDU/CSU wählen, was vor allem an der Schwäche der Bayern liegt. Von einem historischen Tief ist die Union indes noch ein Stück entfernt.

Nach einer kurzen Erholungsphase hat der Stern der Union in der vergangenen Woche seinen Sinkflug fortgesetzt: Wären an diesem Sonntag Wahlen, würden lediglich noch 31 Prozent der Bundesbürger für die konservativen Schwesterparteien stimmen. SPD und Grüne bleiben unverändert bei 18 beziehungsweise 13 Prozent, auch Linke (9 Prozent) und AfD (14) halten ihr Niveau aus der Vorwoche. Lediglich die FDP kann sich um einen Punkt auf 10 Prozent verbessern, während der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen leicht auf 26 Prozent klettert.

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In Anbetracht der dauerhaft dürftigen Ergebnisse ist an vielen Stellen von einem historischen Tief der Union die Rede. Dass das so nicht stimmt, zeigt ein Blick in die Vergangenheit, bereits mehrfach lagen CDU/CSU unter ihrem jetzigen Wert: Am deutlichsten schmierte die Union während der Spendenaffäre um Altkanzler Helmut Kohl im Februar 2000 ab (26 Prozent), auch nach dem ersten Jahr von Angela Merkels Kanzlerschaft im November 2006 (28), der Diskussion um eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke im September 2010 (29) und der kurz darauf folgenden Kehrtwende nach dem Unglück von Fukushima im April 2011 (30) sah es nicht gut für CDU/CSU aus.

Nur ein Drittel der Bayern zufrieden mit Söder

Betrachtet man die beiden Schwesterparteien getrennt voneinander wird außerdem klar, dass die Schwäche der Union vor allem eine Schwäche der CSU ist: So kämen die Bayern bei einer Bundestagswahl im Freistaat aktuell nur noch auf 32 Prozent - ein Rückgang von 6,8 Prozentpunkten im Vergleich zum schon nicht sonderlich guten Ergebnis der CSU bei der Wahl im September (38,8). Bundesweit käme die CSU nur noch auf etwas mehr als 4 Prozent (2017: 6,2), während die CDU ihr Ergebnis von 2017 (26,8) in etwa halten kann.

Unverändert halten 34 Prozent der Bayern die CSU (und nicht etwa - wie von der CSU unterstellt - die Flüchtlingsfrage) für das derzeit größte Problem in Bayern. Markus Söders Beliebtheit ist ebenfalls nochmals zurückgegangen: Nur noch 31 Prozent der Bayern sind mit seiner Arbeit als Ministerpräsident zufrieden (Juni: 38).

In der Frage nach der Kanzlerpräferenz gibt es keine großen Überraschungen: Mit 48 Prozent liegt Angela Merkel weiterhin klar vor Andrea Nahles mit 14 Prozent. Merkels Vorsprung auf Olaf Scholz beträgt unverändert 20 Prozentpunkte. Das spiegelt sich auch in der Einschätzung der politischen Kompetenz nieder: Unverändert trauen 23 Prozent der Union zu, mit den Problemen in Deutschland fertig werden zu können. Der SPD trauen dies nur 7 Prozent zu. 15 Prozent trauen sonstigen, 55 Prozent keiner Partei politische Kompetenz zu.

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Quelle: n-tv.de