Politik

Mehrere Demo-Aufrufe Chemnitzer Polizei rüstet sich für den Abend

Nach der tödlichen Messerattacke in Chemnitz rufen mehrere rechte Gruppierungen zu Aufmärschen auf. Was folgt, sind Jagdszenen in der sächsischen Metropole. Und auch heute rechnen die Behörden mit weiteren Aktionen.

In Chemnitz bereitet sich die Polizei nach den Ausschreitungen am Sonntag auf neue Kundgebungen vor. Im Internet gebe es verschiedene Aufrufe zu Demonstrationen, sagte eine Sprecherin der Chemnitzer Polizei. Derzeit liefen Planungen, wie damit umgegangen werden solle.

Linke Gruppen wie "Chemnitz nazifrei" und "Leipzig nimmt Platz" kündigten eine Demonstration gegen eine Kundgebung der rechtspopulistischen "Bürgerbewegung Pro Chemnitz" vor dem Karl-Marx-Monument an. Der linke Protest im Stadthallenpark richtet sich "gegen rechte Hetze und Instrumentalisierung". Am Sonntag kam es nach Medienberichten zu Jagdszenen auf Migranten, nachdem ein 35-Jähriger bei einer Auseinandersetzung tödlich verletzt wurde.

Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig zeigte sich im MDR entsetzt: "Dass es möglich ist, dass sich Leute verabreden, ansammeln und damit ein Stadtfest zum Abbruch bringen, durch die Stadt rennen und Menschen bedrohen - das ist schlimm."

Nach Angaben der Chemnitzer Polizei war am Sonntag in sozialen Medien zu Kundgebungen aufgerufen worden. Auch die Chemnitzer AfD hatte für eine "Spontandemo gegen Gewalt" auf ihrer Facebook-Seite mobilisiert. Am Sonntag versammelten sich der Polizei zufolge rund 800 Menschen. Die Kundgebungsteilnehmer hätten keinerlei Kooperationsbereitschaft gezeigt und seien durch die Innenstadt gezogen. Zu den Organisationen, die zu Protesten aufgerufen haben, gehört die rechtsextreme Hooligan-Gruppe "Kaotic Chemnitz".

Aufnahmen von Bedrohungen durch Kundgebungsteilnehmer

"Um ein deutliches Zeichen zu setzen, forderte eine sportlich-orientierte Gruppe des Chemnitzer FC unter dem Motto 'unsere Stadt - unsere Regeln' dazu auf, gemeinsam gegen die zunehmende Gewalt von Ausländern auf die Straße zu gehen", heißt es auf deren Facebook-Seite. Der Verfassungsschutz stuft "Kaotic Chemnitz" als rechtsextrem ein.

In sozialen Medien sind Aufnahmen zu sehen, wie Kundgebungsteilnehmer andere Menschen bedrohen. "Ein schrecklicher Mord, dessen Hintergründe unklar sind, wird in #Chemnitz aufs Widerlichste für rassistische Ausschreitungen instrumentalisiert", twitterte die Linken-Bundestagsabgeordnete Martina Renner.

Nach Angaben der Polizei war es in der Nacht zum Sonntag zu Auseinandersetzungen "zwischen mehreren Personen unterschiedlicher Nationalität" gekommen, bei denen der 35-Jährige tödlich und ein 33-Jähriger sowie ein 38-Jähriger schwer verletzt worden seien. Zwei 22 und 23 Jahre alte Verdächtige seien festgenommen worden.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/dpa/AFP

Mehr zum Thema