Politik

Zentrales Register gefordert Corona-Patienten sollen landesweit verteilt werden

5088e54bc62df30f39054524d5bcc91b.jpg

Viele Kliniken konnten ihre Intensivbetten in den letzten Wochen aufstocken.

(Foto: dpa)

Manche Kliniken geraten schon jetzt langsam ans Limit, bei anderen ist die Lage entspannt. Um Zustände wie in Norditalien zu verhindern, verlangen Intensivmediziner, dass Patienten im Bundesgebiet verteilt werden, wenn es eng wird.

Intensivmediziner fordern eine zentrale Verteilung von Corona-Patienten auf die Kliniken in Deutschland. Sollte in "zwei bis vier Wochen" der Höhepunkt der Infektionszahlen erreicht sein, würden die Kliniken in einigen Regionen über ihre Belastungsgrenze kommen, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

"Die Bundesregierung muss so schnell wie möglich eine zentrale Stelle einrichten, die in einem solchen Fall die Patienten bundesweit auf weniger ausgelastete Kliniken verteilt." Dabei sollten das Robert-Koch-Institut, das Gesundheitsministerium, das Innenministerium und die Bundeswehr beteiligt werden, regte er an. Damit eine solche länderübergreifende Verteilung funktioniere, müssten zudem Kliniken mit Intensivstationen staatlich verpflichtet werden, ihre Kapazitäten im bundesweiten Intensivregister seiner Vereinigung zu melden. Von den etwa 1160 Kliniken hätten das erst etwa 700 getan.

Janssens kritisierte, dass die deutsche Politik nicht rechtzeitig genug auf die Ausbreitung des neuartigen Virus reagiert habe. Die Corona-Krise in Deutschland sei schon im Januar "absolut vorhersehbar" gewesen: "Die Regierungen in Bund und Ländern hätten die klaren Signale früher wahrnehmen müssen, um dann entsprechende Maßnahmen einzuleiten."

Nach den jüngsten Zahlen des RKI von der Nacht zum Montag gibt es in Deutschland inzwischen 52.547 bestätigte Corona-Infektionsfälle. Innerhalb von 24 Stunden wurden damit weitere 3965 Fälle verzeichnet. Die Zahl der Todesfälle durch die Pandemie liegt demnach hierzulande unverändert bei 389. Die Johns-Hopkins-Universität in den USA zählte hingegen bereits 62.095 Corona-Fälle in Deutschland. Die abweichenden Zahlen gehen auf unterschiedliche Methoden beim Einholen der Daten zurück.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.