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Nach Angriff in Halle Deutsche Synagogen werden besser geschützt

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Vor der jüdischen Synagoge in der Berliner Oranienburger Straße verstärkt die Hauptstadt-Polizei ihre Präsenz.

(Foto: dpa)

In Halle schlägt ein bewaffneter Angriff auf eine Synagoge fehl. Dem Täter gelingt es nicht, die Sicherheitstüren aufzuschießen. Noch bis zum Abend feiern Juden in ganz Deutschland das Jom Kippur-Fest. Überall in Deutschland verstärkt die Polizei nun den Schutz von jüdischen Gotteshäusern.

Nach den tödlichen Schüssen nahe der Synagoge von Halle sind in mehreren Bundesländern die Sicherheitsvorkehrungen vor jüdischen Gotteshäusern verstärkt worden. In Berlin wurde die Hauptstadt-Polizei gebeten, die Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen in der Stadt umgehend und bis auf weiteres zu erhöhen. "Diese Maßnahmen setzen wir im Moment im Einvernehmen mit den jüdischen Gemeinden um", sagte Innensenator Andreas Geisel. Auch in Nordrhein-Westfalen würden die Schutzmaßnahmen vor israelisch-jüdischen Einrichtungen "beträchtlich erhöht", sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums. Das gelte vor allem für größere, exponierte Synagogen. In NRW gibt es größere jüdische Gemeinden mit Synagogen unter anderem in Düsseldorf, Köln, Duisburg, Münster, Aachen, Essen, Bochum und Wuppertal.

Ähnlich sah es in anderen Bundesländern aus. "Wir haben bis auf weiteres die Schutzmaßnahmen bei allen jüdischen Einrichtungen hochgefahren", sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums in Stuttgart. Auch in Hannover verstärkte die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Gemeinden. Außerdem seien Polizisten aus Niedersachsen zur Unterstützung der Einsatzkräfte in Sachsen-Anhalt angefordert worden, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in Hannover. In München wurden Streifen sensibilisiert und darauf hingewiesen, dass der Vorfall in Halle in Zusammenhang mit einer jüdischen Einrichtung steht.

In Thüringen überwachte die Polizei Verkehrswege aus Halle in Richtung Thüringen sowie Orte in der Nähe der Landesgrenze. Zudem nahmen Polizeistreifen verstärkt Synagogen und andere Einrichtungen der jüdischen Gemeinde in den Blick, wie die Landespolizeidirektion in Erfurt mitteilte.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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