Migration, Schule, KulturDeutsche lehnen AfD-Umbaupläne klar ab

In Sachsen-Anhalt ist die AfD die mit Abstand deutlich beliebteste Partei kurz vor der Landtagswahl. Bundesweit werden ihre Vorhaben aber klar und deutlich abgelehnt, wie eine Umfrage zeigt. Besonders bei einem Thema stellen sich die Deutschen dagegen.
Die große Mehrheit der Bundesbürger lehnt zentrale Forderungen aus dem Wahlprogramm der AfD für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ab. Nur 17 Prozent stimmen der AfD-Aussage zu, ausländische Ärzte seien wegen "Sprachschwierigkeiten" und ihrer "anderen kulturellen Herkunft" oft kaum geeignet, die deutschen Bürger richtig zu behandeln, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv zeigt, für die 1007 Personen befragt wurden. Unter den AfD-Anhängern teilen diese Einschätzung allerdings 52 Prozent.
Die Umfrage wurde für eine Doku erhoben, die an diesem Donnerstag um 23.30 Uhr bei RTL gezeigt wird: "Kein Land für alle".
Den Befragten wurden verschiedene Aussagen aus dem AfD-Wahlprogramm vorgelegt und gefragt, ob sie diesen Forderungen zustimmen oder nicht. Besonders deutlich fällt die Ablehnung bei Aussagen zu den ausländischen Fachkräften aus.
Zudem stimmten nur 16 Prozent der Bundesbürger der Aussage zu, die Anwerbung von Fachkräften "aus fremden Kulturen" führe zu Problemen und gefährde etwa im Gesundheits- und Pflegesektor "das Wohl der Patienten". Bei den AfD-Anhängern sind es 49 Prozent. Mehr als 80 Prozent der Bundesbürger lehnen beide Aussagen ab.
Mehrheit glaubt an Umsetzung durch AfD
Auch bei den AfD-Vorschlägen für Schulen gibt es keine Mehrheit. 31 Prozent befürworten die Forderung nach mehr Beschwerdemöglichkeiten für Eltern und Schüler, bei den AfD-Anhängern sind es 61 Prozent. Die Forderung, Lehrer sollten über Meinungsäußerungen von Schülern nur noch diskutieren lassen und nicht mehr mit ihrer eigenen Meinung mitdiskutieren dürfen, findet bei 24 Prozent Zustimmung. Unter den AfD-Anhängern sind es 60 Prozent, bundesweit lehnen 71 Prozent diese Forderung ab.
Etwas mehr Zustimmung gibt es bei den Forderungen zum Umgang mit den Kirchen: 44 Prozent unterstützen die Aussage, die Kirchen könnten keine Sonderstellung durch Kirchensteuereinzug und Staatsleistungen beanspruchen, unter den AfD-Anhängern sind es 83 Prozent. 37 Prozent befürworten die Forderung, Kirchensteuereinnahmen künftig nur noch für Personalkosten und den Erhalt von Gebäuden verwenden zu dürfen, bei den AfD-Anhängern sind es 74 Prozent.
Gleichzeitig erwarten 54 Prozent der Befragten, dass die AfD ihre Forderungen zur Schulpolitik im Falle einer Regierungsübernahme auch tatsächlich umsetzen würde. 45 Prozent rechnen mit einer Umsetzung der Positionen zu ausländischen Fachkräften, 43 Prozent mit entsprechenden Änderungen beim Umgang mit den Kirchen. Deutlich ist zudem die Einschätzung, dass die AfD-Forderungen Betroffene einschüchtern könnten: 68 Prozent vermuten dies bei ausländischen Fachkräften, 48 Prozent bei Lehrerinnen und Lehrern.