Anders als Frankreich und KanadaDeutschland eröffnet kein Generalkonsulat auf Grönland

US-Präsident Trumps Ansprüche auf die Arktisinsel Grönland sorgten zuletzt für Aufregung. Kanada und Frankreich wollen ein politisches Signal setzen und eröffnen Konsulate auf der Insel. Deutschland schließt sich nicht an.
Anders als Frankreich plant Deutschland derzeit nicht, in Grönland ein Generalkonsulat zu eröffnen. "Die Bundesregierung wird in Grönland bereits durch einen Honorarkonsul konsularisch vertreten", heißt es aus dem Auswärtigen Amt. Die Eröffnung eines Konsulats sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant.
Honorarkonsuln werden laut Auswärtigem Amt meist dort ernannt, wo die Einrichtung einer berufskonsularischen Vertretung zu aufwendig wäre. Es sind ehrenamtlich tätige Personen, die oft Angehörige des Empfangsstaates sind. Sie haben aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung im Gastland gute Kontakte und sind besonders vertraut mit den örtlichen Verhältnissen.
Vor dem Hintergrund des von US-Präsident Donald Trump bekundeten Anspruchs auf Grönland haben Frankreich und Kanada diplomatische Vertretungen auf der Arktisinsel eröffnet.
Frankreich als erstes EU-Land
Frankreich ist das erste EU-Land mit einem Generalkonsulat in Grönland. Die Eröffnung sei ein "politisches Signal, verbunden mit dem Willen, in Grönland stärker präsent zu sein", betonte Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot zuvor. Seine wichtigste Aufgabe sei es, die Position der Grönländer zu verstehen. Frankreich sei bereit, die Einheimischen zu unterstützen, "wenn sie und die dänische Seite dies wünschen". Den Schritt hatte Präsident Emmanuel Macron bereits im vergangenen Sommer während seines Grönland-Besuchs angekündigt.
Kanada hatte seinerseits bereits 2024 die Eröffnung eines Generalkonsulats in Aussicht gestellt, lange vor der jüngsten Krise, in der Trump zeitweise sogar mit militärischer Gewalt gedroht hatte, um die Kontrolle über Grönland zu erlangen.
Der Konflikt um Grönland hatte sich zuletzt zugespitzt, weil Trump mehrfach mit der Annexion der Arktisinsel drohte. Seinen Besitzanspruch begründete er mit US-Sicherheitsinteressen in der Arktis. Trumps Drohung zur Not auch militärische Macht anzuwenden, nahm er schließlich zurück - ebenso wie die Ankündigung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder. In Gesprächen versuchen Dänemark und die USA, eine Lösung zu finden.