Politik

RTL/n-tv Trendbarometer Die SPD ist historisch schlecht

Für die SPD bleibt nach der Europawahl keine Zeit zum Wundenlecken. Im RTL/n-tv Trendbarometer rauschen die Sozialdemokraten weiter abwärts. Die Grünen legen dagegen weiter zu. In ihrem Höhenflug liegen sie aktuell sogar vor der Union.

Eine Woche nach der Europa-und Bremen-Wahl sehen die Präferenzen der Deutschen im RTL/n-tv-Trendbarometer für die SPD verheerend aus. In der Woche vor den Wahlen lagen die Zustimmungswerte für die Sozialdemokraten noch bei 17 Prozent, in dieser Woche rutscht die SPD auf 12 Prozent ab. Das ist der niedrigste jemals auf Bundesebene gemessene Wert.

Ihren Höhenflug setzen dagegen die Grünen fort, die in dieser Woche 27 Prozent Zustimmung bekommen. In der Vorwoche lagen sie lediglich bei 18 Prozent. Damit überholen sie zum ersten Mal seit ihrer Gründung die Union, die 2 Prozentpunkte einbüßt und auf 26 Prozent kommt. Den Grünen kommt vor allem der aktuelle Rückgang der Nichtwähler und Unentschlossenen zugute.

Ruhe bei den kleineren Parteien

Kaum etwas tut sich hingegen bei den Linken, die von 8 auf 7 Prozent absinken und der FDP, die bei 8 Prozent verharrt. Auch die AfD verliert nur geringfügig. Sie fällt von 13 auf 11 Prozent und liegt damit nur einen Prozentpunkt hinter der SPD.

71 Prozent der Befragten gaben an, das Ergebnis der Europawahl sei für sie am wichtigsten gewesen. Außerdem haben das große Interesse am Wahlausgang und die recht unbeholfenen Reaktionen von CDU und SPD auf das Ergebnis einen Teil der bisher im Lager der Nichtwähler und unentschlossen Verharrenden dazu motiviert , sich bei der Frage nach der Wahlabsicht bei einer Bundestagswahl zu einer Partei zu bekennen. Lediglich die AfD hat ihr Wählerpotential weitgehend ausgeschöpft und profitiert deshalb auch nicht vom höheren Anteil der Wahlwilligen.

Der Chef des Umfgrageinstituts Forsa, Manfred Güllner, sagte gegenüber der Mediengruppe RTL: "Union und SPD haben weitgehend ignoriert, dass schon bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen viele ihrer früheren Wähler aus der liberalen Mitte zu den Grünen abgewandert sind und haben sich eher um den linken beziehungsweise rechten Rand des Wählerspektrums gekümmert." Nach der Europawahl räche sich zudem, dass beide Parteien potentielle Abwanderer zu den Grünen mit einem stärkeren Engagement beim Klimaschutz anbiedern wollten. "Doch damit stärkt man - wie die aktuellen Daten zeigen - nur das grüne Original."

AKK stürzt bei Beliebtheitswerten ab

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in der Woche nach der Europawahl außerdem weitere deutliche Sympathie-Verluste zu verzeichnen. Wenn "AKK" gegen SPD-Chefin Andrea Nahles anträte, würden 24 Prozent der Bundesbürger sich für die CDU-Chefin entscheiden - ein Minus von sechs Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Nahles käme unverändert auf 13 Prozent. Wenn "AKK" gegen den Vizekanzler Olaf Scholz anträte, käme sie auf 21 Prozent (minus fünf Prozentpunkte). Scholz würde um einen Prozentpunkt auf 26 Prozent steigen und damit erstmals vor Kramp-Karrenbauer liegen.

Bei der Frage nach der politischen Kompetenz liegen die Grünen zum ersten Mal gleichauf mit der Union. Jeweils 17 Prozent trauen den Grünen und der CDU/CSU zu, mit den Problemen in Deutschland am besten fertig zu werden. Der SPD trauen das nur noch 3 von 100 Wahlberechtigten zu. 8 Prozent trauen einer anderen Partei, 55 Prozent keiner Partei zu, die Probleme in Deutschland lösen zu können.

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Quelle: n-tv.de, sba/bdk