Politik

Merkel, Macron, Johnson "Dies ist unser Europa"

Bei einem Terrorangriff in Wien erschießt ein IS-Sympathisant mehrere Menschen. Die Tat in der österreichischen Hauptstadt löst international Entsetzen aus. Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Staatschef Macron reagieren mit Kampfansagen.

Die islamistisch motivierte Terrorattacke im Zentrum der österreichischen Hauptstadt Wien hat international Entsetzen ausgelöst. Nachdem Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz von einem "widerwärtigen Terroranschlag" sprach, reagierte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Kampfansage.

"Ich bin in diesen schrecklichen Stunden, in denen Wien Ziel terroristischer Gewalt geworden ist, in Gedanken bei den Menschen dort und den Sicherheitskräften, die der Gefahr entgegentreten", schrieb Merkel auf Twitter. "Wir Deutschen stehen in Anteilnahme und Solidarität an der Seite unserer österreichischen Freunde", heißt es weiter. "Der islamistische Terror ist unser gemeinsamer Feind. Der Kampf gegen diese Mörder und ihre Anstifter ist unser gemeinsamer Kampf."

Ähnlich hatte sich zuvor Frankreichs Präsident Emmanuel Macron geäußert. "Nach Frankreich ist es ein befreundetes Land, das angegriffen wird. Dies ist unser Europa", twitterte Macron auf Deutsch: "Unsere Feinde müssen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Wir werden nicht nachgeben." In Frankreich hatte es in den vergangenen Wochen drei Anschläge gegeben, bei denen die Ermittler jeweils von einem islamistischen Hintergrund ausgehen.

Der österreichische Innenminister Karl Nehammer schlug ähnliche Töne an. "Wer einen von uns angreift, greift uns alle an", sagte der ÖVP-Politiker. Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen versicherte auf Twitter: "Wir werden unsere Freiheit und Demokratie gemeinsam und entschlossen mit allen gebotenen Mitteln verteidigen."

Der deutsche Vizekanzler Olaf Scholz sprach auf Twitter von "entsetzlichen Nachrichten aus Wien". In Gedanken sei er bei den Opfern und ihren Angehörigen. "Solidarität mit den Bürgerinnen und Bürgern dieser wunderbaren Stadt, den mutigen Einsatzkräften alles Gute", erklärte Scholz. Das Auswärtige Amt in Berlin twitterte: "Auch wenn das Ausmaß des Terrors noch nicht absehbar ist: Unsere Gedanken sind bei den Verletzten & Opfern in diesen schweren Stunden. Wir dürfen nicht dem Hass weichen, der unsere Gesellschaften spalten soll."

Auch Trump und Biden verurteilen Terror

Auch US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden verurteilten den Terrorangriff. "Nach einem weiteren abscheulichen Terrorakt in Europa sind unsere Gebete bei den Menschen in Wien", schrieb Trump auf Twitter. Diese bösartigen Angriffe auf unschuldige Menschen müssten aufhören. Die USA stünden an der Seite Österreichs, Frankreichs und ganz Europas im Kampf gegen Terroristen, einschließlich radikal-islamische Terroristen.

Biden twitterte, er und seine Frau Jill beteten nach dem schrecklichen Terrorangriff in Wien für die Opfer und deren Familien. "Wir müssen alle vereint gegen Hass und Gewalt eintreten", ergänzte er. In den USA wird an diesem Dienstag ein neuer Präsident gewählt.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen äußerte sich entsetzt über die Tat vom Montagabend. "Ich bin schockiert und traurig über den brutalen Angriff in Wien. Meine Gedanken sind bei den Familien der Opfer und der österreichischen Bevölkerung. Europa steht in voller Solidarität an Österreichs Seite. Wir sind stärker als Hass und Terror", schrieb sie auf Twitter.

Der britische Premierminister Boris Johnson twitterte an die österreichische Bevölkerung gerichtet: "Wir stehen geeint mit Ihnen gegen den Terror." UN-Generalsekretär António Guterres erklärte ebenfalls auf Twitter, er verfolge die Situation mit "äußerster Sorge". Demnach stehen die Vereinten Nationen an der Seite des österreichischen Volkes und seiner Regierung.

Bei dem Terrorangriff in der Wiener Innenstadt waren am Montagabend mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Die Attacke geht nach den Worten von Österreichs Innenminister Nehammer auf das Konto mindestens eines islamistischen Terroristen. Der Attentäter sei ein Sympathisant der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen, sagte Nehammer am Dienstagmorgen. Er sei mit einem Sturmgewehr bewaffnet gewesen und habe zudem eine Sprengstoffgürtel-Attrappe getragen.

Quelle: ntv.de, cri/dpa/rts