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Ägypten ordnet "intensivierte Suche" an Egypt-Air bestätigt: Keine Wrackteile gefunden

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Noch gibt es keine Spur von der Maschine.

(Foto: REUTERS)

Griechische und ägyptische Behörden machen unterschiedliche Angaben zum angeblichen Fund des Egypt-Air-Flugzeugs. Laut griechischer Luftsicherheitsbehörde wurden bislang keine Wrackteile gefunden. Dann bestätigt auch die Fluggesellschaft, dass die Suche nach Trümmern bislang erfolglos war.

Die ägyptische Fluggesellschaft Egyptair hat ihre eigenen Angaben korrigiert, wonach Wrackteile des abgestürzten Airbus A320 im Mittelmeer gefunden worden seien. Das teilte der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf den Vizepräsidenten von Egyptair, Ahmed Adel, mit.

Griechenland hatte zuvor  Angaben aus Ägypten dementiert, denenzufolge Trümmer nahe der Insel Karpathos gesichtet worden seien. Es gab auch keine Bestätigung für Angaben des Vizepräsidenten von Egyptair, dass Suchtrupps das Wrack geortet hätten.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi ordnete eine "intensivierte" Suche an, um das Flugzeugwrack zu finden. Alle betroffenen Behörden müssten ihre Suche verstärken, darunter das Ministerium für zivile Luftfahrt, die Marine und die Luftwaffe, hieß es in einer Mitteilung der Präsidentschaft am Abend in Kairo.

Möglicherweise wurde das Flugzeug Ziel eines Anschlags. Bei einer genauen Analyse des Vorfalls sei die Wahrscheinlichkeit eines "Terrorangriffs" höher als die eines technischen Versagens zu veranschlagen, sagte Ägyptens Luftfahrtminister Scherif Fathy in Kairo. Der französische Präsident François Hollande sagte, "keine Hypothese" werde ausgeschlossen.

Am Abend gab es Verwirrung um mögliche gefundene Wrackteile. Nachdem zunächst die griechische Armee von wahrscheinlichen Trümmerfunden berichtet hatte, bestätigten ägyptische Behörden, dass es sich bei Trümmerteilen im Mittelmeer an der vermuteten Absturzstelle um Überreste des vermissten Flugs handele. Gefunden worden seien unter anderem Rettungswesten und Plastikteile, teilte Egypt-Air unter Berufung auf die zuständigen Ministerien in Kairo mit.

Später allerdings dementierte die griechische Luftfahrtsicherheitsbehörde diese Informationen. Die gefundenen Teile stammten nicht von einem Flugzeug, sagte Behördenchef Athanasios Binis der Nachrichtenagentur AFP. "Was gefunden wurde, ist ein Stück Holz und Materialien, die nicht von einem Flugzeug stammen", bekräftigte er Aussagen, die er zuvor bereits im staatlichen Fernsehsender ERT1 gemacht hatte.

Plötzlicher Zwischenfall an Bord

Experten vermuteten einen plötzlichen Zwischenfall an Bord. "Ein technisches Problem wie ein Brand oder eine Motorenpanne führt normalerweise nicht sofort zu einem Unfall", sagte der Luftfahrtexperte Jean-Paul Troadec. In solchen Fällen hätte die Besatzung Zeit gehabt, zu reagieren und Alarm zu schlagen. Weil das nicht geschah, könne auch "an ein Attentat gedacht" werden. Sowohl auf Frankreich als auch auf Ägypten verübte die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) im vergangenen Jahr schwere Anschläge.

Das Egypt-Air-Flugzeug war in der Nacht auf Donnerstag auf dem Weg von Paris nach Kairo mit 66 Insassen - darunter nach Angaben der Airline drei Kinder - abgestürzt. An Bord waren außer der Besatzung und Sicherheitsoffizieren 30 ägyptische Passagiere, 15 Franzosen sowie unter anderem Bürger aus Großbritannien, Kanada und dem Irak. Deutsche zählten nicht zu den Passagieren.

Als Flug MS804 um 03.29 Uhr Ortszeit (02.29 Uhr MESZ) vom Radar der griechischen Behörden verschwand, hielt sich die Maschine nach Angaben der griechischen Behörde für Zivilluftfahrt bereits im ägyptischen Luftraum auf. Kurz vor dem Absturz vollzog der Airbus vom Typ A320 nach Angaben der griechischen Regierung in kurzer Folge zwei heftige Drehungen.

Heftige Drehungen vor dem Absturz

Erst schwenkte die Maschine demnach um 90 Grad nach links, kurz darauf um 360 Grad nach rechts. Zugleich sei der Airbus A320 von mehr als rund 11.000 Metern auf rund 4500 Meter abgesackt. Nach Angaben der Flugmonitor-Website "FlightRadar24" hatte die Maschine am Mittwoch Zwischenstationen in Eritrea, Ägypten und Tunesien eingelegt, bevor sie nach Paris flog. Die letzte Kommunikation mit dem Piloten gab es wenige Minuten vor dem Verschwinden des Flugzeugs. Dabei habe der Pilot "kein Problem erwähnt", teilte die griechische Flugaufsicht mit. Bei der Maschine handelte es sich um eine A320, Baujahr 2003. Der Airbus gilt als zuverlässig, und seine Technologie wurde im Laufe der Jahrzehnte stetig verbessert.

Vor mehr als einem halben Jahr war eine A321-Maschine kurz nach dem Start im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich auf dem Weg nach St. Petersburg abgestürzt. Alle 224 Insassen, zumeist russische Urlauber, starben damals. Ermittler gehen davon aus, dass die Maschine von einer Bombe auseinandergerissen wurde. Der IS erklärte anschließend, den Airbus zum Absturz gebracht zu haben.

Quelle: n-tv.de, vpe/kpi/AFP/dpa

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