Politik

RTL/ntv TrendbarometerEin Drittel lobt Pläne der Rentenkommission, zwei Drittel nicht

30.06.2026, 17:40 Uhr
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Straßenbau: Wie lange sollen die Menschen in Deutschland künftig arbeiten? (Archivbild) (Foto: picture alliance/dpa)

Die schwarz-roten Regierungsparteien wollen die Vorschläge der von ihnen eingesetzten Rentenkommission möglichst umfassend umsetzen. Dass es dabei gerecht zugeht, glaubt nur eine Minderheit.

Eine Woche nach Bekanntwerden der 33 Reformvorschläge der Rentenkommission ist der in der Bevölkerung verbreitete Eindruck durchwachsen. Dies ergibt eine Sonderumfrage des RTL/ntv Trendbarometers. Demzufolge stimmen 35 Prozent der Befragten der Aussage zu, sie hätten den Eindruck, dass die Vorschläge "insgesamt ausgewogen" sind und eine verlässliche Absicherung im Alter gewährleisten, ohne die Beitragszahler zu überfordern. 61 Prozent geben an, sie hätten nicht diesen Eindruck.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hatte am Dienstag vergangener Woche ein Gesamtkonzept mit 33 Vorschlägen für einen tiefgreifenden Umbau der Altersvorsorge vorgestellt. Bundeskanzler Friedrich Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas wollen es komplett umsetzen. Zur Rentenkommission gehören zehn Wissenschaftler und drei Vertreter der Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD. Zu den Kernelementen ihrer Vorschläge zählen eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters, ein Aus für die abschlagsfreie Rente nach 45 Arbeitsjahren sowie für Minijobs.

Während sich die Meinungen nicht groß unterscheiden zwischen dem Osten und Westen des Landes, gehen die Bewertungen zwischen Erwerbstätigen und Rentnern erheblich auseinander. Während von den Erwerbstätigen nur 27 Prozent die Vorschläge als ausgewogen und nachhaltig wahrnehmen und 69 Prozent dies verneinen, sind 47 Prozent der Rentner eher positiv gestimmt und nur 48 Prozent sprechen dem Paket Fairness und Wirkung ab.

Parteipolitisch finden die Vorschläge vor allem Zustimmung bei Wählern von CDU, CSU und Grünen: Eine jeweilige Mehrheit von 57 und 52 Prozent der Unions- und der Grünenanhänger befürwortet das Reformpaket. Unter den Anhängern der SPD sind immerhin 43 Prozent positiv gestimmt. Unter den Linke-Anhängern halten 71 Prozent die Vorschläge nicht für ausgewogen, bei den AfD-Anhängern sind es sogar 85 Prozent.

Ähnlich verhält es sich bei der Frage nach dem Anstieg des Renteneintrittsalters, das nach Vorstellung der Kommission zwischen 2031 und 2041 schrittweise um sechs Monate auf 67,5 Jahre steigen soll. 29 Prozent der Befragten halten das für angemessen. 7 Prozent fordern sogar einen noch höheren Anstieg und 62 Prozent sind gegen jedwede weitere Anhebung des Renteneintrittsalters. Unter den Erwerbstätigen fällt die Zustimmung mit 24 Prozent deutlich niedriger aus als unter der Gesamtbevölkerung, zu der auch die nicht betroffenen Rentner zählen.

Auch der Unterschied zwischen Ost und West ist in dieser Frage groß: In den alten Bundesländern können sich 31 Prozent der Befragten mit dem höheren Eintrittsalter anfreunden. Im Osten sind es dagegen nur 19 Prozent. Unter den Anhängern der Union und der Grünen ist die Zustimmung mit 47 und 48 Prozent am größten. Bei den Anhängern der Linken und der AfD finden nur 17 und 10 Prozent die Anhebung richtig. Mit 11 Prozent ist unter den Unionsanhängern der Anteil derjenigen am höchsten, die sogar ein noch höheres Eintrittsalter befürworten.

Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland erhoben. Die Umfrage zur Ausgewogenheit der Pläne wurde zwischen dem 25. und 29. Juni erhoben. Datenbasis: 1001 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte. Die Umfrage zur Anhebung des Rentenalters wurde zwischen dem 26. und 29. Juni erhoben. Datenbasis: 1009 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.

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Quelle: ntv.de

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